"Ich will Bewegung im Job und deswegen gehe ich jetzt erst noch einmal auf die Fachoberschule mit dem Bereich Technik. Mein großer Traum wäre technischer Ingenieur. Ich will eher etwas tun, wo ich viel mit Maschinen zu tun habe." Shawon Pennock aus Trunstadt weiß, was er will. Der Klassenbeste in der 10d wurde auch noch für den besten Abschluss in Englisch ausgezeichnet. Einen Beruf bis zur Rente im Büro, das kann er sich nicht vorstellen. Shawon baut noch an seinem Lebensweg und an seiner Karriere.

Oliver Seidelmann aus Oberhaid war mit seinem herausragenden Notendurchschnitt von 1,18 sowohl Klassenbester in der 10a wie Schulbester. Kein Wunder, dass er seine Lehrstelle als Elektroniker für Geräte und Systeme bei Siemens Erlangen schon lange in der Tasche hat.

Lehrer sind mit Freude dabei

"Ich fand das Verhältnis zwischen den Lehrern und Schülern sehr gut, und das galt für mich besonders für die Fächer Mathematik und Physik." Oliver erhielt ferner eine besondere Auszeichnung im Bereich Naturwissenschaften, und er attestierte der Schule, dass es hier viele Lehrkräfte gibt, die ihren Beruf mit Freude ausüben. "Das wirkt sich natürlich in der Klasse aus und das Klima war hier wirklich toll."

Anna-Lena Ebner aus Sand, Klassenbeste in der 10c, dazu bester Abschluss in Deutsch, meinte, "dass ich mich nach zehn langen Jahren in der Schule nun einfach auf neue Erlebnisse freue. In Erinnerung wird mir nicht nur bleiben, dass wir sehr viel gelernt haben. Bleibend sind für mich die vielen Erlebnisse, dass eine gute Kameradschaft bei uns vorherrschte und ich auch viele Freunde gefunden habe, mit denen ich sicher verbunden bleibe."

Jetzt geht es erst einmal ins Landratsamt

Ihre Berufswahl ist hundertprozentig gelungen: "Ich wusste genau, was ich wollte und hatte als Ziel die Ausbildung zur Verwaltungsangestellten. Dass ich nun unter den Bewerbern für die Beamtenlaufbahn im Landratsamt Haßfurt ausgewählt wurde, war dazu noch ein Glücksfall, über den ich mich besonders freue."

Die Lieblingsfächer von Vanessa Götz aus Sand, Klassenbeste in der 10d, waren Biologie/Chemie/Mathematik: "Ich gehe nun erst drei Jahre auf die Fachoberschule in Schweinfurt und will dort erst einmal das Abitur erreichen. Danach möchte ich gerne studieren, und meine Eltern unterstützen dies auch sehr. Ein konkretes Berufsziel habe ich aber noch nicht."

Bewerbungen und Lehrstellensuche liefen bei fast allen Realschulabsolventen recht gut, und das freute den Schulleiter Hendryk Heckl besonders: "Nahezu alle Absolventen - bis auf eine - haben eine Lehrstelle oder setzen ihre schulische Laufbahn fort. Das ist euer Verdienst", lobte er. 98 Prozent haben den Abschluss geschafft; Heckl: "Die guten Ergebnisse unserer Schule stabilisieren sich somit."

Was macht eine gute Schule und den guten Lehrer aus? Es ist für Heckl an erster Stelle das Unterrichtsklima und nicht die "noch so intensiv vorgetragenen Reformpakete von Politikern". Weiter zählten für Heckl Lehrerpersönlichkeit, das soziale Miteinander, der Zusammenhalt, die Toleranz und die gegenseitige Hilfe - das A und O in einer guten Schule.

Gutes Benehmen zahlt sich aus

Auch in weiterer Hinsicht seien die Schüler fit fürs Leben: Gutes Benehmen zahlt sich schneller aus, als man annimmt, fand Heckl und begrüßte daher sehr den ersten Profi-Benimm-Kurs für alle Zehnt klässer. Heckl ermunterte die Jugendlichen: "Ihr müsst im Mosaik der Gesellschaft nun euren Platz finden. Jeder wird gebraucht, und an jedem Platz kann man vorwärts kommen. Die Menschen, die in der Welt vorwärtskommen, sind die Menschen, die aufstehen und nach dem Zufall Ausschau halten. Steht auch ihr auf und schaut euch an eurem Platz um, wo sich der Zufall zeigt, wo sich die besten Chancen ergeben und nutzt sie!"

Stellvertretender Landrat Bernhard Ruß (SPD) erinnerte an den Umbau, der in den letzten Jahren durch den Landkreis und die Stadt in die Wege geleitet wurde und 6,5 Millionen Euro kostet. Bis 2017 soll alles fertig sein. Eine wichtige Investition in die Ausbildung der Jugend. Bisher habe der Architekt, die organisatorischen Probleme bei laufendem Unterricht sehr gut gelöst, lobte Ruß. Der Abschluss der Schulzeit bedeute einen wichtigen Meilenstein auf den Etappen des Lebens. Ruß sah für die Jugendlichen eine doch recht komfortablen Situation auf dem Arbeitsmarkt: Im Gegensatz zu früher gebe es jetzt endlich adäquate Lehrstellen. Ihn freute es auch, dass viele Jugendlichen in der Region bleiben können.

Bürgermeister Michael Ziegler sah angesichts des guten Jahrgangs sichtbaren Stolz bei den Eltern, aber auch bei den Kommunalpolitikern. Jetzt beschritten sie neue Wege, und Ziegler wünschte den Entlassschülern, "dass ihr immer den richtigen Weg findet und dabei auch die richtigen Bauherren seid." Elternbeiratsvorsitzender Jürgen Malinowski meinte, "wenn ihr euer Leben aufbaut und immer wieder umbaut, werdet ihr bestehen und das Ziel erreichen, das ihr euch gesetzt habt."

Die Absolventen Alicia Pfuhlmann und Nick Küchler blickten selbstbewusst zurück und lösten dabei auch Lacher aus: "Eins wolln mehr euch nuch sach; im Normalfall kummt nix besseres nach."