Fast schien es wie eine Fortsetzung der Bürgerversammlung. Nahtlos knüpfte Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) bei der Bauausschuss-Sitzung am Mittwochabend an seinen Vortrag vom Montag an.

So zum Beispiel beim Umbau eines ehemaligen Ladens in der Ritter-von-Schmitt-Straße zu einer Wohnung, der von der Bauverwaltung schon vorab abgesegnet worden war, da alle Vorgaben des Bebauungsplanes eingehalten werden. "Das ist das Schicksal vieler Geschäftsräume in der Altstadt, weil wir kein neues Gewerbe reinbekommen", wiederholte Hennemann seine Analyse aus der Bürgerversammlung.

In seinen Einschätzungen bestätigt, sah sich der Bürgermeister auch durch einen Bauantrag am Beginn der Karlsbader Straße, wo ein Mürsbacher Bauunternehmen anstelle von zwei ursprünglich vorgesehenen Doppelhaushälften nun einen kompakten Bau mit vier Wohneinheiten hochziehen will, die nur Wohnen-Schlafen-Bad vorsehen. "Das ist ein gute Geschichte", lobte Hennemann das Vorhaben: "Durch eine verdichtete Bebauung entsteht mehr Wohnraum, den wir in Ebern dringend benötigen."

Dass es daran mangelt, hatte er auch schon in der Bürgerversammlung beklagt. Ursprünglich waren im Bebauungsplan Steinberg dort Winkel-Hof-Häuser vorgesehen gewesen, was aber nur in ganz wenigen Fällen umgesetzt wurde.

Was sich schon an der Nachfrage von Philipp Arnold (Freie Wähler) ablesen lässt: "Kann mir einer erklären, was ein Winkel-Hof-Haus ist?" Bauamtsleiter Martin Lang zeigte es anhand der Planskizze.


Baulücken gefüllt

Und noch ein Thema aus der Rathaushalle hallte im Bauausschuss nach. Freude herrschte über zwei Bauanträge für Einfamilienhäuser in Heubach und der Thüringer Straße, die junge Familien nutzen wollen.

So werde in der Thüringer Straße erschlossenes Baugelände genutzt. "Wir dürfen froh sein, wenn private Grundstückseigentümer verkaufen und somit Lücken gefüllt werden." 200 gebe es davon im Stadtgebiet, hatte Hennemann ausgeführt.

Der Verkauf privater Bauplätze nehme auch Druck von der Stadt, keine weiteren Baugebiete auszuweisen, was erklärter Wille des Stadtrates sei.

Aber auch ein Bauplatz, der sich in städtischer Hand befand, ging weg: In der Dr-Wilhelm-Haller-Straße entsteht ein weiterer Neubau für ein Einfamilienhaus.
Und noch ein Grundstück hat die Liegenschaftsverwaltung an den (Kauf-)Mann gebracht: Manfred Lang zieht mit seinem Betrieb aus der Kaserne nach Eyrichshof um. Auf der Wiese zwischen Heinerle und Specke entstehen an der Juliusallee zwei Hallen mit einer Größe von 56 auf 25 Meter für Produktion und Verwaltung samt Sozialräumen.

Noch so ein Thema mit Bezug mit zur Bürgerversammlung - allerdings unter umgekehrten Vorzeichen. Hatte Hennemann am Montag noch beklagt, dass es keine freien Gewerbeflächen im Kasernenareal mehr gebe und man nach Abhilfen suche, zieht nun der zweite Betrieb von dort wieder ab.


Lager für Bäder-Chemikalien

Das neue Säge- und Zuschnittszentrum für alle CNC-Arbeiten im Maschinenbau in Eyrichshof bewertet der Bürgermeister dennoch als positiv. "Das ist eine gute Geschichte, wenn das bestehende Gewerbegebiet mit einem Produktionsbetrieb, der derzeit 25 Mitarbeiter beschäftigt, aufgefüllt wird." Seitens der Stadt habe man sich dabei noch einen Streifen gesichert, um dort Versorgungsleitung für dahinter liegende Flächen verlegen zu können.

Noch ein Gewerbebetrieb erweitert: Zwei Anträge hatte Matthias Jünger eingereicht, da er für seine Firma Aquatec größere Lagerkapazitäten benötigt.

So soll westlich des Kreisbauhofes ein Außenlager für Chlorgas-Flaschen entstehen. "Gibt's da Sicherheitsbedenken?", fragte Philipp Arnold. "Wir haben keine, den Rest prüft das Landratsamt", lautete die Antwort des Bürgermeisters.

Das wird auch bei der Umnutzung einer Halle in der einstigen Standortverwaltung der Fall sein, wo Feststoffe wie Marmorkies, Granulate und Aktivkohle eingelagert werden. Dazu muss die Firma als Eigentümer auch einen Plan zur Entwässerungsanlage nachreichen, weil es so etwas bislang nicht gab. "Die Standortverwaltung war baurechtlich nie genehmigt worden", wusste Martin Lang. Als "Einrichtung zur Landesverteidigung" war sie Jahrzehnte lang ein weißer Fleck auf diversen Karten. Alles streng geheim.


Änderungen in der Realschule

Da sieht es beim Landkreis schon ganz anders aus. Der legte Tekturpläne für den Umbau der Realschule im Zuge der laufenden Generalsanierung vor. Reichen oft kleine Skizzen für die Genehmigung einer nachträglichen Änderung in einem Plan war es bei der Realschule ein ganz dicker Order, den Martin Lang den Ausschussmitgliedern präsentierte.

An der Kubatur und den Ausmaßen ändert sich "im Prinzip gar nix", so Lang, nur im Innenbereich wurde bei der Raumeinteilung marginal umgeplant und die Fluchtweg-Situation verbessert, so Lang. Die Zustimmung war folglich einmütig und konsequent.