Da dürfte mancher Stadtrat erst mal geschluckt haben, als er auf der Tagesordnung für den Januar-Bauausschuss den Besichtigungspunkt "Sanierungsarbeiten im Wallburgturm" las. Aber es droht keine große Sanierung. Weder die Bausubstanz des Eltmanner Wahrzeichens, noch die riesige Treppenanlage im Inneren sind sanierungsbedürftig, aber eine Erneuerung des Türmerzimmers ist sinnvoll. Davon überzeugten sich die Bauausschuss-Mitglieder am Montag vor Ort.
Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) betonte die Freude darüber, dass sich Reiner Reitz im vergangenen Jahr als neuer "Turmvogt" zur Verfügung stellte und damit der Turm sonntags wieder zuverlässig geöffnet ist - wenn das Wetter halbwegs mitspielt. Auch an Silvester war der Turm offen, denn die Sicht war ausgesprochen klar, und zahlreiche Eltmanner und ihre Gäste stiegen hinauf zur und auch auf die Wallburg, um das Feuerwerk im Maintal bewundern zu können.
Sehr gut angenommen wird der offene Turm bei schönem Wetter, und Reiner Reitz kann auch viel über die Geschichte erzählen. Rechts der Eingangstür wurde vor Jahrzehnten für den damaligen Türmer notdürftig eine kleine Stube eingebaut, die Reiner Reitz gerne in Kooperation mit dem städtischen Bauhof erneuern würde. Nur mit einem solchen Raum kann er auch weiterhin die Besucher des Turms mit einem Getränk erfreuen. Der Bauausschuss stimmte dieser Maßnahme zu. Reitz soll sich zunächst mit den Verantwortlichen im Bauhof besprechen und dann einen Umsetzungsvorschlag machen.
Erneut befasste sich der Bauausschuss mit der Beleuchtungssituation im Bereich der neuen Schleusenbrücke in Limbach, die das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt gebaut hat. Vom TSV Limbach wurde vorgebracht, dass Teile des Weges zu den Jugendräumen nur schlecht ausgeleuchtet seien. Vor Ort machten sich die Ausschuss-Mitglieder ein Bild. Auf der Brücke selbst scheidet eine Lampe aus, außerdem ist die Schleuse selbst relativ hell erleuchtet und damit auch die Brücke darüber. Im Bereich des Sportheims soll geprüft werden, ob die vorhandenen Leuchten nachgerüstet werden könnten, damit sie eine größere Reichweite haben.
Im Dezember hatte sich der Bauausschuss vor Ort in den Straßen Am Birkenbach und Goethestraße umgesehen und mit der dortigen Parksituation befasst. Ein Fahrversuch mit einem Rettungswagen zeigte, dass der größte Teil der beiden Straßen unproblematisch zu befahren ist. Allerdings gibt es einige neuralgische Stellen, wo Falschparker unüberwindbare Hindernisse darstellen. Die Verwaltung schlug nun vor, zunächst alle Anwohner anzuschreiben und auf die bestehende Rechtslage bezüglich des Parkens hinzuweisen. Offenbar ist vielen Fahrzeugführern nicht bewusst, wo überall Parken auch ohne Schild verboten ist, nämlich wo die Straße nicht breit genug ist oder im Bereich von Kurven beispielsweise. Auch auf den Wendehämmern und in den Ausweichstellen der beiden Straßen wird gerne geparkt. Auf all das soll der Brief hinweisen, und auch auf die Garagennutzung. Wenn das nicht fruchtet, wäre ein durchgehendes halbseitiges Parkverbot in beiden Straßen die Konsequenz. Punktuelle Regelungen lehnt Bürgermeister Michael Ziegler ab, "weil das einen regelrechten Schilderwald gibt, wenn wir jede Situation einzeln beschildern". Er setzt auf die Vernunft der Anwohner.
Auf Anregung des Wasserwirtschaftsamtes wird die Stadt das Wasserschutzgebiet der Kalkofenquelle ordentlich abgrenzen und gab den dafür nötigen Markierungsversuch in Auftrag. Das sei eigentlich längst überfällig, meinte Bürgermeister Ziegler. Der Bauausschuss stimmte dem zu. Die Erkundung, welches Einzugsgebiet die Quelle tatsächlich hat, wird etwa 17 000 Euro kosten.
Nicht ganz glücklich sind Bürgermeister Ziegler und die Bauausschussmitglieder über den Standort eines neuen Multifunktionsgehäuses der Telekom in der Promenade. Der Bürgermeister wurde beauftragt, mit einem Anlieger zu verhandeln, ob dieser einige Quadratmeter für den Schaltschrank zur Verfügung stellt.