Mit einem Blick in eine Glaskugel verglich Hofheims Bürgermeister Wolfgang (CSU) den Haushaltsplan für das Jahr 2020 bei der Sitzung des Stadtrates am Dienstagabend im "Haus des Gastes". Dort fand erstmals in der Geschichte der Stadt aufgrund der Coronakrise eine Stadtratssitzung statt mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand zwischen den Teilnehmern. Borst unterstrich, dass es sich bei dem Haushaltsplan lediglich um einen Entwurf handle. Denn bei dem zweitgrößten Einnahmeposten, der Gewerbesteuer, herrsche im Moment "totale Unsicherheit". Zudem würden Einnahmen beispielsweise durch den Schüttbau, das "Haus des Gastes" oder das Freibad wegbrechen. Daher müsse vierteljährlich geprüft werden, welche Projekte umgesetzt werden können.

Der Verwaltungshaushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 10 745 950 Euro ab. Der Vermögenshaushalt hat Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 5 644 490 Euro. Das ergibt ein Gesamthaushaltsvolumen von 16 390 440 Euro. Die Einnahmen und Ausgaben des Verwaltungshaushaltes verringern sich gegenüber dem Vorjahr um 198 102 Euro. Die Einnahmen und Ausgaben des Vermögenshaushaltes sinken gegenüber dem Vorjahr um 854 692 Euro.

Gestiegene Personalkosten und der Rückgang bei der Gewerbesteuer wirken sich massiv auf den Haushalt der Stadt Hofheim aus. Die Ausgaben für die Folgejahre müssten im Blick behalten werden, sagte Borst.

Zu den fünf größten Investitionen zählen die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Goßmannsdorf mit 850 000 Euro, die Sanierung der Landgerichtsstraße in Hofheim mit 610 000 Euro, der Bau der Parkplätze in der Lendershäuser Straße mit 500 000 Euro, die Anschaffung einer Feuerwehr-Drehleiter mit 500 000 Euro sowie der Ausbau des Klosterkellers in Eichelsdorf mit 350 000 Euro.

Die Stadt Hofheim hatte am 1. Januar 2020 einen Schuldenstand in Höhe von 4 355 784 Euro. Das sind 847 Euro pro Einwohner. Zur Finanzierung der Investitionen sind eine Rücklagenentnahme in Höhe von 500 000 Euro und eine Darlehensaufnahme von 1,8 Millionen Euro vorgesehen.

Die Vertreter der Stadtratsfraktionen stimmten unisono dem Haushaltsentwurf zu. Reinhold Giebfried von der CSU-Fraktion sagte, dass sich der Haushalt aufgrund der schwierigen Voraussetzungen von selbst aufstelle, und wünschte den Gewerbetreibenden, dass sie bald wieder Fahrt aufnehmen könnten. Karl-Heinz Graser (WG Rügheim) hoffte, dass die Stadt "mit einem blauen Auge" die Coronakrise überstehen werde. Alexander Bergmann (Junge Liste) sagte, dass die Zeit der hohen Fördersätze vorerst vorbei sei, weshalb eine höhere Kreditaufnahme wohl unausweichlich sei. Jürgen Bergmann (Eichelsdorf) lobte den ausgewogenen Haushalt. Burkard Mantel (WG Goßmannsdorf) gab sich zuversichtlich, dass der Bürgermeister als Inhaber eines Segelscheins das Schiff der Stadt sicher durch die Krise führe. Gleichzeitig sollten auch die Bürger die örtliche Wirtschaft und Gastronomie unterstützen, bat er.

Die scheidenden Stadträte Guido Pechtold (WG Reckertshausen/Ostheim), Judith Geiling (SPD/Fortschrittliche Bürger) und Gerd Scheller (WG Lendershausen) sprachen von einer schönen Zeit im Stadtrat. Viel sei erreicht worden. Seinen Abschied habe er sich jedoch anders vorgestellt, fügte Scheller im Hinblick auf die derzeitigen Einschränkungen hinzu. Insgesamt scheiden elf Stadträte aus dem Gremium aus. Sie werden am Jahresende in einer Feier offiziell verabschiedet.

Das Gremium beschloss, auch für das Jahr 2019 den Vereinen 20 000 Euro für die Jugendförderung zu gewähren.

Bis zu 6000 Autos, Lastwagen und Busse fahren täglich am Friedhof in Hofheim auf der Ringstraße vorbei. Eine Überquerungshilfe auf Höhe der Firma Geuppert soll das Passieren der Straße erleichtern. Gleichzeitig soll ein barrierefreier Zugang zum Friedhof geschaffen werden. Der Stadtrat gab einstimmig grünes Licht für die Maßnahme, die geschätzt 276 000 Euro kostet. Die Förderung beträgt voraussichtlich 80 Prozent, so dass der Eigenanteil der Stadt 56 000 Euro beträgt. Die Baumaßnahmen sollen voraussichtlich während der Sommerferien stattfinden und rund vier Wochen lang dauern.