Bekannte Gesichter traf man da, am Samstagnachmittag in der xaver-mayr-galerie. In der versammelten Runde wie auch an den Schauwänden. Am Samstag eröffnete der Bürgerverein die Ausstellungs-Saison mit "Ichduersieeswirihrsie - Ebern zeigt Gesicht": Interessante Zeichnungen, Karikaturen, Skizzen, Bilder, Grafiken und Skulpturen, die sich um das Thema (Selbst-)Portrait drehen.

Basierend auf der Sammlung des Bürgervereins werden - ähnlich wie im vergangenen Jahr mit Eberner Stadtansichten - vor allem Werke/Antlitze von Eberner Künstlern und Schülern gezeigt.

Dies geschieht mit verschiedenen künstlerischen Techniken, von Drucken über Malerei und Aquarell bis hin zu dreidimensionalen Ausdrucksformen. Die Mischung macht's - und macht einen Besuch interessant, wie auch alle Teilnehmer an der Vernissage am Samstagnachmittag bestätigten.

Und darunter befanden sich sowohl Visagisten wie Voyeure, die detektivische Kleinarbeit leisten müssen, denn zu den Porträts finden sich wohl die Namen der Künstler, nicht aber wer auf den rund 100 Abbildungen gezeigt wird. Ein Ansatz, den Kurator Stefan Andritschke bewusst so gewählt hat, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung verriet.

"Es gibt so viele Künstler in der Stadt", meinte er bei der Eröffnung, angesichts des großen Fundus', den Irmgard Eichler dem Bürgerverein überlassen hat. Dazu noch viele Konterfeis, die im Porträt-Zeichenkreis um Friederike Freifrau von Rotenhan, Gisela Röder und Sabine Hillemeier entstanden sind. Natürlich sind auch viele Eberner Köpfe vertreten, die August Diterich in Öl gepinselt hat.

"Passfotos sind jedenfalls keine dabei", versprach der Kurator, der seit Monaten die Ausstellung vorbereitet hat - eine "Auseinandersetzung mit dem menschlichen Antlitz auf vielen Feldern". Der Betrachter setzt sich mit der Biografie des Abgebildeten auseinander, mit den Umständen, warum dieses Bild entstanden ist. "Oft offenbart sich auch dessen Stellung in der Gesellschaft, dessen Persönlichkeit oder ein Ereignis, das dahinter steht, wie etwa eine Hochzeit oder ein Jubeltag." Und was Andritschke jubeln lässt: "Das sind zum größten Teil Menschen aus unserer Stadt."

Neben Porträtzeichnungen mit Bleistift oder Pinsel finden sich auch Masken und Karikaturen unter den Exponaten. Und immer taucht die Rätselfrage auf: Wer ist denn das? Ein Besuch zum Kennenlernen lohnt auf jeden Fall bis Ende Mai.