Nach der internationalen-Kurzhaar-Prüfung 2015, verbunden mit der Europameisterschaft, fand am Samstag mit der Zuchtschau für Jagdhunde innerhalb kurzer Zeit eine zweite wichtige Veranstaltung für die Deutsch-Kurzhaar-Hunde in Zeil statt. 21 Hundeführer mit ihren vierbeinigen Schützlingen nahmen teil. Auf dem Sportgelände in Zeil tummelten sich die Tiere, die allgemein als Jagdhunde bezeichnet werden.

Der "Deutsch-Kurzhaar" gilt als Alleskönner, wird aber seit langem vor allem für die Jagd eingesetzt. Er hat einen außerordentlich guten Geruchssinn und sein Jagdtrieb ist ausgeprägt. Ansonsten ist er ein fügsamer und gehorsamer Hund, der sich leicht anpassen kann. Das Tier wird als anhänglich beschrieben, braucht allerdings viel Beschäftigung und Ausbildung.

Die Züchter wollen einen edlen, harmonischen Hund, dessen Körperbau Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit gewährleistet.
In Zeil wurden die Vierbeiner nach zahlreichen Kriterien bewertet. Der Obmann für das Richterwesen, Andreas Thomschke, sowie die Richteranwärter Bernd Felske und Ulrike Krause nahmen die Tiere unter die Lupe.

Der Verein Deutsch-Kurzhaar Oberfranken-Haßberge als Organisator der Zuchtschau in Zeil war mit seiner Vorsitzenden Marica Schumacher erfreut über die große Beteiligung. Sogar aus Norddeutschland waren Hundeführer angereist. 140 Mitglieder hat der Verein.

Für die Züchter sei eine solche Schau wichtig, sagt Marica Schumacher. Sie stammt aus Wuppertal, pflegt aber seit vielen Jahren intensive Beziehungen in die Region Haßberge und in den Steigerwald. In Neuschleichach wohnt sie. Seit 2013 leitet sie den Deutsch-Kurzhaar-Klub Oberfranken-Haßberge. Dabei schwärmte sie von der Prüfung im vergangenen Jahr in Zeil, an der 157 Hunde und 600 Gäste teilgenommen hatten. "Es war für unseren kleinen Verein ein großer Erfolg, aber auch für die Region eine große Bereicherung."

Natürlich waren Tiere aus dem Zwinger "Silesia" von Marica Schumacher dabei. Interessant war zu erfahren, dass aggressive und nervöse Hunde für die Zucht nicht zugelassen werden. Das spüre man, schildert Marica Schumacher: "Schauen Sie auf die 21 Hunde, die da alle ruhig nebeneinander und ohne Probleme liegen!"

Mit seinem Deckrüden "Faros" hat ein anderer Züchter aus dem Landkreis Haßberge auf sich aufmerksam gemacht, nämlich Pieter Roux aus Roßstadt bei Eltmann. Er stammt aus Südafrika, ist Opernsänger und wohnt seit einem Jahr mit seiner Bamberger Frau Beate, die Pianistin ist, und dem neunjährigen Sohn Paul im Eltmanner Stadtteil. Roux war in Zeil nicht nur mit seinem Star "Faros KS aus dem Königswald" vertreten, sondern auch mit dessen Tochter "Asta vom Herrngarten".

Die drei Roux sind eine wahre "Hundefamilie". Sie sagen: "Bei uns ist die ganze Familie beteiligt, auch unser Sohn lebt schon voll für seinen Hund. Die Hunde wohnen auch bei uns im Haus und sind Familienmitglieder, also eine richtige Hundefamilie." Mit ihrem "Faros KS" sind sie nahezu weltweit bekannt. "Er hat schon zwölf Würfe und hat unter anderem in Slowenien, Tschechien, Finnland, Schweden und sogar Australien für Nachwuchs gesorgt. Die Leute kommen mit ihrer Hündin entweder zu uns oder sie bekommen das Sperma von Faros."
Die Familie erzählt weiter: "Vor kurzem kam eine Frau von Australien zu uns und beschaute sich Faros ganz genau. Dann flog sie wieder zurück und ließ sich später das Sperma kommen." Auch aus Finnland sei eine Kundin für zwei Tage gekommen, die den Deck-Rüden genau beobachtet habe.

Pieter Roux weiß, dass viel Aufwand erforderlich ist, um zur Zucht zugelassen zu werden. "Der Hund muss dazu erst im Frühjahr die Jugendprüfung ablegen. Dann benötigt ein Deutsch-Kurzhaar die Anlageprüfung ,Derby' und danach die Herbstprüfung ,Solms'. Hierfür muss der Besitzer stundenlang das Suchen im Feld, das Schleppen von Wild sowie die Beschäftigung im Wasser üben." Später komme die große VGP-Meisterprüfung, die über zwei Tage geht, dann die große IKP-Prüfung, die im letzten Jahr in Zeil stattgefunden hat, und als Höhepunkt dann die ,Dr.-Kleemann-Zuchtausleseprüfung', welche die allerhöchste Auszeichnung darstellt. Die schafften meist nur 40 bis 50 Prozent der Teilnehmer, berichtet Pieter Roux. "Dazu müssen sie lauter erste Preise haben und unser Faros hat das geschafft."

Besonders erfolgreiche Hunde erreichen einen besonderen Wert. Preise von bis 20 000 Euro wurden bei der Veranstaltung in Zeil genannt. Einen Welpen gibt es für etwa 850 Euro. Solche Hunde werden fast ausschließlich an Jäger vergeben, denn sie sind und sollen keine Modehunde werden.

Schon lange auf die Jagd geht Wolfgang Nieschlag aus Steinsfeld und deswegen hat er Hunde. "Aber ich bin heute das erste Mal auf einer solchen Zuchtschau mit meinem ,Titan vom Nonnenhaus', einem Braun-Schimmel-Rüden." Der Steins-felder will das Tier für die Zucht nutzen, "wenn es die Voraussetzungen und Leistungen bringt. Man braucht ja die Prüfungen."

Dabei wird er von seiner Frau unterstützt. Sie weiß: "Ein Tier kostet Zeit und braucht einen Ansprechpartner sowohl für die Versorgung als auch für den Auslauf, und da muss man als Frau mithelfen. Ich beschäftige mich meistens mittags mit dem Hund, damit er seinen Auslauf hat. Da kommen für beide jeden Tag einige Stunden zusammen."