Deutsche Urlauber treibt bisweilen die Angst um: Wie sicher ist es im Ausland? Zurzeit planen viele ihren Urlaub für 2016. Die Reisebüros aus dem Landkreis Haßberge merken, dass der Anschlag in der Türkei viele Urlauber verunsichert. Die Reisevermittler müssen darauf reagieren und gegebenenfalls umbuchen.


Deutsche Touristen starben

Am 11. Januar 2016 starben zehn deutsche Touristen bei einem Terroranschlag in Istanbul. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich mitten in einer Reisegruppe in die Luft. Der Anschlag fand in der Nähe der Hagia Sophia und der Blauen Moschee statt: beides sehr beliebte Touristenattraktionen.

Die Folgen des Terrors sind sogar im Landkreis Haßberge indirekt spürbar. Das "Tourismus- und Reisebüro Ebern" merkt die Verunsicherung bei seinen Kunden. "Wir haben Kunden, die sich ein Reiseangebot über Istanbul eingeholt haben und jetzt bei uns nachfragen, bis wann man buchen müsse. Offenbar sind sie sich nicht mehr sicher, ob es ein sicheres Reiseziel ist", erzählt der Geschäftsführer Bernd Ebert.


Istanbul wird gemieden

Bisher gäbe es zumindest bei seinem Büro noch keine Stornierungen oder Umbuchungen. Seine Kunden seien allerdings vorsichtiger geworden. "Neue Buchungen in die Türkei können wir in den nächsten Tagen wohl keine erwarten. Zumindest nicht nach Istanbul." Jedes Mal, wenn es derartige Anschläge gibt, wirke sich das auf die Buchungen aus, so Ebert. Generell sei es schwieriger geworden, Urlaube in arabische Länder an den Mann zu bringen. "Nach Tunesien fliegt zum Beispiel kaum noch jemand. Das war früher ein sehr beliebtes Reiseland."

Dieselben Erfahrungen hat das Reisebüro "Urlaubsinsel" in Knetzgau gemacht. Die Inhaberin Anette Kneuer musste sogar schon eine Reise umbuchen: "Mein Kunde wollte wegen des Anschlags nicht mehr nach Istanbul reisen. Jetzt hat er sich für Ägypten entschieden - auch wenn der Urlaub nun etwas kostspieliger wird." Auch Anette Kneuer hat einen Trend unter den Urlaubern ausgemacht: Anstatt in den Orient, würden jetzt viele ins europäische Ausland gehen.

Die 33-jährige Reisevermittlerin sagt: "Vor allem Familien fliegen für ihren Badeurlaub lieber nach Spanien, zum Beispiel auf die Kanaren, oder nach Italien." Klaus Reuß vom "B.E.S.T-Franken Reisebüro" in Haßfurt betont, dass sich das Reiseverhalten nicht nur in Bezug auf die arabischen Länder geändert hätte. "Nach den Anschlägen in Paris wollte erstmal niemand mehr dorthin."