Lehrpfad und gleichzeitig Oase der Besinnung soll er sein, der Bibelgarten, der neben dem Seniorenstift und dem Bibelturm (Unterer Turm) in Haßfurt entstand und der am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der ökumenische Verein "Bibelwelten" und die Stadt Haßfurt arbeiteten eng zusammen, um diesen Garten zu verwirklichen. Hier ist Betreten ausdrücklich erlaubt.

Bibelgärten gibt es überall in Deutschland, wie der Zweite Vorsitzende von "Bibelwelten", Rudi Langer, sagte. Er war der Initiator, damit auch in Haßfurt ein solcher Garten entstehen konnte. Der Vorstand des Vereins holte sich in Bamberg am Domberg Informationen und Anregungen. "Dass dann die Grünfläche gleich neben dem Bibelturm neu gestaltet werden sollte, war eine glückliche Fügung", sagte Langer.
Er zeigte sich dankbar, dass seine Idee beim Bürgermeister und seinen Mitarbeitern auf ungeteilte Unterstützung stieß. Sowohl Stadtgärtner Gschwender als auch Dietmar Will von der Bau- und Umweltverwaltung der Stadt brachten sich mit ihrem Fachwissen ein, und den Entwurf fertigte Kreisheimatpfleger Guntram Ulsamer.

So entstand auf der Innenfläche der Grünanlage im Laufe der vergangenen zwei Jahre der Bibelgarten mit dauerhaften und einjährigen Pflanzen, die eines gemeinsam haben: Sie werden in der Bibel genannt. Hier steht der Apfelbaum, nebenan wird demnächst die Essigrose blühen, Thymian, Salbei und andere Kräuter verströmen ihren Duft, bald wird sich auch Getreide im Wind wiegen. Auf kleinen Täfelchen sind die Namen der Pflanzen vermerkt und die entsprechende Bibelstelle ausgewiesen. Ein kreuzförmiger Weg aus Rindenmulch ermöglicht es, alle Pflanzen nah zu erleben. Auf allen Seiten des Gartens laden Bänke an sonnigen wie schattigen Standorten zum Verweilen ein.

Eine Erfolgsgeschichte

Haßfurts Bürgermeister Rudi Eck würdigte in seiner Eröffnungsansprache die "unglaubliche Erfolgsgeschichte" von "Bibelwelten". Der Verein habe den Bibelturm mittlerweile zu einem Markenzeichen gemacht, und der Bibelgarten gleich nebenan sei eine ideale Kombination. Er sei eine Bereicherung des Stadtbildes und auch für die Bewohner des Seniorenstifts. Der städtische Grüntrupp werde zwar weiterhin für die Grundpflege der Anlage sorgen, doch zeigte er sich dankbar, dass sich ein Mitglied des Vereins fand, das sich als "Pate" in die Pflege einbringt. Weitere ehrenamtliche Unterstützung ist willkommen.

Den abschließenden Dank richtete die Vorsitzende von "Bibelwelten", Pfarrerin Doris Otminghaus, an Rudi Langer, der das Projekt Bibelgarten mit viel persönlichem Einsatz betrieben habe. Der Garten, der eventuell auch noch auf die gesamte Grünanlage ausgedehnt werden kann, solle ein Angebot des Vereins an die Haßfurter und Gäste sein. Er wird auch in die konzeptionelle Arbeit des Bibelturms und in die Haßfurter Stadtführungen mit einbezogen.

Den kirchlichen Segen spendeten der Anlage der stellvertretende evangelische Dekan Bernd Grosser und der katholische Dekan Stefan Gessner.