Ehre, wem Ehre gebührt. Schon zum 42. Mal feierte Haßfurt am Montagabend in der Stadthalle seine Sportler, die mit tollen Leistungen und Erfolgen auf sich aufmerksam machten und die Kreisstadt hervorragend repräsentierten. Besonders gelungen ist dies der jungen Schwimmerin Anna Hofmann, ihrem erfahrenen Teamkollegen Jonathan Bischoff sowie der Leistungsklasse zwei und drei der Ballettschule "On Point". Bürgermeister Günther Werner zeichnete sie anlässlich der seit 1996 durchgeführten Wahl als "Sportler" sowie "Mannschaft des Jahres" aus.

Und dabei gab es eine Alterspremiere: Anna Hofmann aus Neubrunn ist mit gerade einmal neun Jahren die bisher jüngste Preisträgerin. Die Grundschülerin erhielt die Auszeichnung für gleich fünf erste Plätze in verschiedenen Disziplinen bei den unterfränkischen Meisterschaften. "Ich war so schnell", begründet das Mädchen dabei ganz selbstbewusst ihre Siege über die 50 Meter Brust, Rücken, Schmetterling und Freistil sowie 100 Meter Brust. Seit "seit drei, vier Jahren" ist sie beim Schwimmclub (SC) Haßberge dabei. Und ein neues Ziel hat sich Anna auch schon gesetzt: "Ich möchte dieses Jahr auf die Bayerische", macht sie deutlich, dass sie auch in Regensburg gute Leistungen anstrebt. Bleibt noch eine Frage: Warum hat sie sich eigentlich für das Schwimmen entschieden? "Weil es mir Spaß macht", lautet ihre Antwort.

Derweil ist ihr zehn Jahre älterer Teamkollege Jonathan Bischoff fast schon ein alter Hase. Bereits 2013 sowie 2014 stand der Haßfurter in der Stadthalle ganz oben. Für ihn selbst ist die nun dritte Wahl "etwas überraschend", da er aufgrund seines Elektrotechnikstudiums in Schweinfurt derzeit nicht mehr ganz so aktiv ist. Trotzdem gewann Bischoff zahlreiche Wettbewerbe bei den unterfränkischen Meisterschaften. Zudem schwamm er bei der bayerischen Juniorenmeisterschaft im Würzburger Wolfang-Adami-Bad über 50 (30,66 Sekunden) sowie über 100 Meter Brust (1:09,05) zum Titel. Weniger Erfolg hatte er nur bei der deutschen Meisterschaft in Berlin: Über 50 Meter Brust langte es nur zu Rang 43. "Da sind ja wirklich Leute aus allen Jahrgängen geschwommen, die Konkurrenz also sehr groß", begründete er sein Abschneiden und war überhaupt nicht enttäuscht. "Dabei sein ist alles. Um dort vorne zu landen, muss schon sehr viel gemacht werden." Sollte es zeitmäßig klappen, will er "auf jeden Fall noch einmal angreifen." Umso zufriedener ist der Haßfurter mit den Ergebnissen im Freistaat. "Ja, da kann ich mich nicht beschweren."

Die Sportlerehrung ist für die Ballettschule "On Point", die vor drei Jahren letztmals zur "Mannschaft des Jahres" gewählt wurde, ein gutes Pflaster. Die Tänzer der Leistungsklasse zwei und drei belegten beim deutschen Wettbewerb in der Kategorie "Gesang und Tanz" mit "Don't tell Mama" den ersten Platz. Beim "Dance World Cup" im portugiesischen Braga wurden die Haßfurter damit Dritte.

Auf dem "Treppchen" waren bei den Sportlerinnen noch die im Vorjahr ebenfalls zweitplatzierte Schwimmerin Johanna Strobel (Oberhohenried) und die Vorjahressiegerin, Balletttänzerin Alisia Reuß (Haßfurt). Bei den Herren stimmte die achtköpfige Jury für die beiden Kickboxer Kevin Barth (er gewann im Vorjahr) und Danny Krüger (jeweils "Extreme Arts Academy" Haßfurt) sowie bei den Mannschaften für die vier mal 75-Meter-Staffel III (Jungen) der Albrecht-Dürer-Mittelschule und die Tennis-Damen 60 des FC Haßfurt.

Günther Werner zollte allen Sportlern großes Lob, denn alle hätten "ihr Bestes gegeben. Sie sind in den entscheidenden Sekunden alleine oder als Mannschaft über sich selbst hinausgewachsen." Jeder habe zudem "konsequent auf ein Ziel hingearbeitet und auch, wenn es Rückschläge gab, den Mut nicht verloren", machte der Lokalpolitiker deutlich. Doch nicht nur die Leistung stehe ganz oben. Ebenso wichtig sei die sportliche Haltung. "Talent allein genügt nicht. Dazu braucht eine Sportlerin, ein Sportler, auch viel Disziplin und den Elan, alles aus sich herauszuholen". Fast schon traditionell bedankte sich Werner bei den Trainern, Betreuern, Lehrkräften, Eltern und Funktionären und denjenigen, die "hinter den Kulissen" wirken. "Denn sie tragen ebenso erheblich zum Erfolg bei wie der einzelne Sportler selbst."

Für das bei den Haßfurter Sportlerehrungen beliebte Rahmenprogramm war der Hauptorganisator der Ehrung, Stefan Göb von der Stadt Haßfurt, verantwortlich. Am Montagabend überzeugte das Schweinfurter Akrobatenduo "Firlefanz" (Silke und Matthias Ebert) mit einigen Darbietungen.