Ein lüsterner Seniorchef, der selbst vor einem gemeinsamen "Duscherlebnis" mit einer fremden Frau nicht zurückschreckt, ein zerstreuter und scheinbar vom Morgensport genervter "Hoppelhase", Abführtropfen, ein Wasserschlauch, eine am Ende ramponierte Torte sowie ein graziöses Männerballett: In der kleinen Familienpension "Rebhan" geht es wirklich hoch her. Und Inhaber Robert (Heiko Braunreuther) ist zusätzlich mit den Vorbereitungen des 30. Jubiläums des Karnevalsvereins beschäftigt, weshalb er für das "Alltagsgeschäft" nur wenig Zeit hat. Für allerhand Chaos ist in der Unterkunft, die sich seit Freitagabend auf der Bühne im Ebelsbacher Bürgersaal befindet, bestens gesorgt.

Das ganze "Hick-Hack" beginnt, weil Robert als Vorsitzender des Karnevalsvereins sowohl Ehefrau Hanna (Ronda Flemming), Sohn Stefan (René Lämmerzahl) als auch dem Zimmermädchen Heidi (Regina Lang) gehörig auf die Nerven geht. Seniorchef Georg Rebhan (Ewald Moser), dem jede Ausrede recht ist, seiner resoluten Ehefrau Rosi (Margot Wittig) aus dem Weg zu gehen, trägt mit seinem sehr ausgeprägten Interesse am weiblichen Geschlecht nicht gerade dazu bei, die Gemüter zu beruhigen. Im Gegenteil: Als sich seine "Affäre" Patricia Hülsenstangel (neu im Team: Magda Schönauer) plötzlich von ihm abwendet und sich vor den Pensionsgästen, dem Sprachwissenschaftler Dr. Boris Rinnstein (Rudi Klos) und seiner Gattin Doris (Steffi Hase), als Georgs Frau ausgibt, droht aus dem großen Wirbel langsam ein mächtiger Sturm zu werden.

Doch damit nicht genug: Ausgerechnet einen Tag vor dem Jubiläumsabend erreicht Robert eine brisante Nachricht: Die Feier kann nicht dort stattfinden, wo seit 30 Jahren immer gefeiert wird. Und Brunhilde Kerbel (ebenfalls neu: Simone Klos), eine Bekannte der Familie und Besitzerin des "Hotels am Bach", beichtet letztlich reumütig, dass sie an der verzwickten Situation nicht ganz unschuldig ist. Am Ende bleibt nur ein Fazit: Sie sind wieder da - und wie!

Knapp ein Jahr ("schneller ging es nicht") schrieb Multitalent Rudi Klos, der auch die Regie führt und als Doktor der Sprachwissenschaften selbst mit auf der Bühne steht, am Manuskript. Und da der 50-Jährige mittlerweile ein Perfektionist ist, ging es oftmals zwei Schritte vorwärts, dann aber wieder einen zurück. "Ich habe schon fertige Szenen gestrichen und neu geschrieben, bis sie so waren, wie ich es wollte", kann der Autor über seine nicht ganz freiwillige Zusatzarbeit inzwischen wieder lachen.

Für ihn ist es "wichtig, dass wir Schauspieler nicht nur den Text auswendig lernen". Er räumt gerade für sein Stück "Wir sind wieder da" ein, dass vor allem seine Kollegen "etwas mehr als gewöhnlich gefordert" waren. "Es gibt zum Teil Szenen, bei denen Gestik, Blicke und auch bestimmte Bewegungen wichtiger sind als der blanke Text." Aus diesem Grund begannen die Ebelsbacher Laienschauspieler auch zwei Wochen früher als gewohnt mit den Proben und hatten in der letzten Woche vor der Premiere im Bürgersaal eigentlich ihren Zweitwohnsitz. Fakt ist: Die Arbeit hat sich wieder gelohnt, was der langanhaltende Applaus und die vielen Lachtränen der Besucher eindrucksvoll bewiesen.

Der zeitliche Aufwand, den der Autor seit mittlerweile acht Jahren investiert, hat sich auch für ihn persönlich ausgezahlt. Seine bisherigen Komödien und Lustspiele werden mittlerweile in ganz Deutschland aufgeführt. "Wahrsagen leicht gemacht" etwa ist im kommenden März in Roth zu bestaunen. Auch in Österreich oder Luxemburg ist der Name Rudi Klos dank seines Premierenstücks "Ein Dachschaden mit Zwischenfällen" aus dem Jahr 2009, in dem eine am Ende chaotische Familie im Mittelpunkt steht, ein Begriff. "Das wurde sogar ins Luxemburgische übersetzt", ist er zurecht stolz auf sich und die knapp eineinhalb Jahre, die er in das Schreiben des Schwanks investiert hat.

Unter Zeitdruck hat er sich dabei nicht gesetzt: "Ich habe nur geschrieben, wenn ich auch Lust hatte oder mir spontan etwas eingefallen ist." Dies war bei "Wir sind wieder da" nicht anders. Und die Zuschauer dürfen sich bereits auf das sechste selbst geschriebene Stück freuen. Denn eines ist gewiss: Sein in den letzten Wochen stark beanspruchter Computer bleibt nicht lange im "Ruhemodus", denn mit "Wir sind wieder da" hat er bei den Besuchern wahrlich erneut ins Schwarze getroffen.

Weitere Aufführungen sind am Samstag, 4. November, Freitag, 10. November, und
am Samstag, 11. November (jeweils um 19.30 Uhr). Am Sonntag, 5. November,
gibt es um 16 Uhr wieder eine Nachmittagsvorstellung mit Kaffee und Kuchen
(mit Stühlen und Tischen). Karten können unter der Rufnummer 0178/9063289 bestellt werden (ab 18 Uhr). Reservierungen im Internet sind möglich (www.theatergruppe.ebelsbach.de).