Das Bürgergespräch zur Neugestaltung des Stettfelder Dorfsees am Donnerstagabend stieß auf reges Interesse. Das Nebenzimmer der Gastwirtschaft Strätz war bis auf den letzten Platz besetzt, als Ulrike Hörl vom Planungsbüro aus Aichach den aktuellen Stand vorstellte und mit Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU) Fragen beantwortete.

Die Neugestaltung soll den Dorfsee zu einem Treffpunkt für alle Generationen machen. Wie die Planerin zeigte, sollen im Bereich der Hauptstraße Sandsteinblöcke als Sitzgelegenheiten platziert werden. Das Ufer soll hier abgeflacht werden und Stufen zum See führen.

Ein großes Holzdeck auf Wasser

Der Schwerpunkt der Umgestaltung liegt allerdings im hin-teren Teil des Sees, an der Seeringstraße. Hier soll ein Holzdeck mit 5,8 mal zehn Meter entstehen.
Es soll in einem sicheren Seichtwasserbereich mit 40 Zentimeter Wassertiefe liegen. Und auch hier sind Sitzgelegenheiten aus Sandstein geplant, ebenso eine kleine Feuerstelle.
Der Zulauf zum See soll offen mit einer kleinen Brücke gestaltet werden. Am Bachlauf des Mühlbachs ist, vom See abgewandt, eine Spielfläche mit Trittsteinen geplant. Auf Sand und Kies sollen dort die Kinder kreativ sein können und Platz zum "Matschen" haben. Ein kleiner Balance-Parcours und ein Baumhaus auf Stelzen sollen den Spielbereich abrunden. Auch hier wird die Wassertiefe aus Sicherheitsgründen nur 40 Zentimeter betragen.
Den Entwurf hat Ulrike Hörl bereits dem TÜV vorgelegt: Die Sicherheit für die Kinder ist gewährleistet, wie sie sagte. Die Maßnahme soll nach jetzigem Stand 250 000 Euro kosten und wird zu 65 Prozent gefördert.

Hochwasserschutz ist wichtig

Den größten Raum der Diskussion nahm der Hochwasserschutz ein. Das von der Gemeinde in Auftrag gegebene Hochwasserschutzkonzept liegt noch nicht vor. Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU) verdeutlichte, dass sich durch die geplante Maßnahme nichts verschlechtere. "Wir machen an dem Graben nichts schlechter, eher besser, da die Ufer abgetragen werden."

Edgar Kröner verwies auf eine Hochwasserfreilegung, die im Rahmen der Flurbereinigung mit hätte erfolgen können. "Das war eine historische Aufgabe in den 80er Jahren, und wir werden garantiert in keine Flurbereinigungsmaßnahme mehr hineinkommen", sagte Hartlieb.

Fragen warf die Neugestaltung des Einlaufs in den See, der zur Verbesserung der Wasserqualität größer werden soll, auf. Da im Gegenzug auch der Ablauf vergrößert werden muss, sorgte dies für Irritation. Hier versuchte der Bürgermeister zu beruhigen: "Deswegen fließt ja nicht mehr Wasser. Das Wasser läuft nur nicht mehr im Graben nach vorne, sondern erst durch den See." Auch sei ihm bewusst, dass am Anwesen Kröner bei Hochwasser ein Flaschenhals sei. "Ich weiß aber nicht, wie wir den beseitigen können." Ein Rückhalt des Wassers müsse deshalb im Wald erfolgen.
Werner Rümer fand die Pläne zur Neugestaltung gut, kritisierte aber den zeitlichen Rahmen. Es wäre sinnvoller gewesen, erst auf das Hochwasserschutzkonzept zu warten und dann die Situation zu beobachten, ehe man eine Neugestaltung ins Auge fasst, meint er. "Das Konzept wird selbstverständlich im endgültigen Entwurf berücksichtigt", versicherte Rörl.

"Das bleibt ein Schlammweiher"

"Das ist ein Schlammweiher und wird einer bleiben", erklärte Adrian Pflaum. Der Schlamm müsse abgetragen werden, betonte der Bürgermeister.

Carola Nitsch, Anwohnerin und Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, fragte, wie es mit einem Sandfang aussehe. Hierzu gebe es mehrere Lösungsansätze. "Man könnte eine Schwelle in den Spielbereich einbauen, da würde sich einiges fangen", erklärte Ulrike Hörl. Die Alternative wäre, auf der rechten Straßenseite einen betonierten Sandfang anzulegen. "Da reicht uns der Platz allerdings, so wie es jetzt ist, nicht aus", verdeutlichte Alfons Hartlieb. "Da müssten die Anlieger ein paar Meter von ihrem Grund hergeben."
Diskutiert wurde auch über das Holzdeck - derzeit mit rund 51 000 Euro veranschlagt. Die einen sehen darin das Schmuckstück, andere sahen dies als Geldverschwendung an. Da wäre es sinnvoller, hieß es, am Projekt "Dorfsee" zu sparen und das Geld dann dafür zu verwenden, einen Veranstaltungsraum für das Dorf zu schaffen.
Im Fördertopf für die punktuelle Dorferneuerung stünden noch 350 000 Euro, so blieben für die Scheune 100 000 Euro übrig, rechnete Hartlieb vor. Außerdem müsse man, wenn die Pfarrscheune angegangen würde, sehen, "welche Töpfe wir zusätzlich aufmachen können."
Stefanie Egglseder wollte wissen, wie das Parken geregelt wird. "Wir haben Parkplätze am Säumarkt und vorne am See", erklärte Hartlieb. Es sei nicht angedacht, dass die Stettfelder hier parken.
Carola Nitsch gab zu bedenken, dass für die Sicherheit der Kinder über eine Einbahnstraßenregelung nachgedacht werden sollte. "Wir sind vom TÜV angehalten, eine Absperrung zur Straße zu machen", informierte Ulrike Hörl. "Das muss nicht unbedingt ein Zaun sein, einfach eine Barriere, damit die Kinder nicht direkt auf die Straße rennen können."
Klara Friedsam fragte nach Müllentsorgung und Toiletten. "Es sind alle Ver- und Entsorgungsleitungen da, berichtete Hartlieb. Elke Wilhelm wünschte, die Sitzgelegenheiten fest zu verankern: "Die jetzige Bank schwimmt mindestens einmal im Monat im See!" Ihr stimmte Hörl zu: "Deshalb muss alles so geplant sein, dass es einfach und kostengünstig zu ersetzen ist, und so einen Sandsteinquader versetzt so schnell niemand."
Nach gut zweieinhalb Stunden schloss die Runde mit dem Konsens, die Neugestaltung anzugehen. Der Gemeinderat entscheidet im Detail. Thorsten Kneuer fragte noch nach dem Zeitplan. "Heuer wird es wohl nichts mehr werden", so Hartlieb. Er peilt Frühjahr 2016 an.