Eine Brotzeit mit einem guten Bier bei schönem Wetter in einem Biergarten - das hat was. Da sagt man nicht Nein. Das dachte sich auch ein Biber. Der Nager braucht zwar kein schönes Wetter und auch keine Brotzeit, schon gar nicht ein Bier, aber im Biergarten fühlt sich der Nager dennoch wohl. Ausgerechnet den Biergarten "Ranch" am Sander Altmainufer hat sich ein Biber als Platz für seine Aktivitäten ausgesucht. Er nagte einen Birnbaum an; in der Nacht zum Sonntag war der Stamm durchgebissen und der Baum fiel auf die Rasenfläche.

Die Wirte haben das Tier bereits im Sommer beobachtet. Da kam der Biber auf das Areal und genoss die am Boden liegenden Früchte. Von den Gästen im Biergarten fühlte sich das ansonsten scheue Tier überhaupt nicht gestört, wie unser Portal erfuhr.

Jetzt hat er sich an den Birnbaum gemacht. Der stand einige Meter vom Ufer entfernt und fiel nach der Nager-Attacke um. Wenige Meter weiter landeinwärts wächst ein Apfelbaum, vielleicht nicht mehr lange. An dem Stamm hat der Biber bereits angesetzt. An einer Stelle ist die Rinde weg.

Hat Sand nach der Gänseplage nun auch eine Biber-Plage? So weit würde Rudi Ruß nicht gehen. Von einer Biber-Plage will der Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbandes bei weitem nicht reden. Aber: Der Biber" ist überall", weiß Ruß.

Er wendet sich wegen der "Fällaktion" im Biergarten jetzt an die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt. Dort möchte er geklärt haben, was zu tun ist, wenn die Biber sich weiter ausbreiten. Die Landwirte, die Schäden durch den Biber hinnehmen müssen, können Entschädigungen beantragten, informiert er.

Maßnahmen gegen den Biber sind nicht erlaubt. Die Tiere sind streng geschützt. An mehreren Orten im Landkreis haben sich die Tiere in den vergangenen Jahren ausgebreitet und vielfach Schäden angerichtet.