Das THW ist als technischer Arm des Katastrophenschutzes "in unsere Alarmpläne fest integriert und leistet seit über 50 Jahren hervorragende Arbeit". Dieses Lob sprach der Landrat Rudolf Handwerker (CSU) dem Ortsverband Haßfurt des Technischen Hilfswerks aus, der am Wochenende zu einer besonderen Ehrung in die Stadthalle eingeladen hatte. Haßfurt ist der einzige THW-Zweig im Kreis Haßberge.

Den beiden Männern, die wesentlich zur guten Zusammenarbeit zwischen Technischem Hilfswerk und allen anderen Katastrophenschutzeinrichtungen von Feuerwehr bis Rotem Kreuz beitrugen, wurde eine besondere Ehrung zuteil. Reinhard Kuhla und Christian Günther wurden mit dem Ehrenzeichen in Bronze der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk gewürdigt.

Sie beide stehen für die hervorragende Kooperation der Hilfsorganisationen im Landkreis, die alle Redner als beispielhaft und nachahmenswert bezeichneten.
Die Zusammenarbeit werde auch künftig zunehmend gefordert, denn nicht nur Siegfried Schymala vom THW-Landesverband befürchtet häufigere Großschadensereignisse wie das Hochwasser der vergangenen Wochen.

Seit 1967 aktiv

Reinhard Kuhla trat in Ansbach 1967 ins THW ein und verpflichtete sich zu zehn Jahren Dienst im Katastrophenschutz. Nach einer beruflichen Veränderung kam er 1972 zum THW-Ortsverband Haßfurt, wo er im gleichen Jahr zum Verwaltungshelfer berufen wurde. Nach verschiedene Stabslehrgängen wurde er für das THW Stabsmitglied in der Katastropheneinsatzleitung des Landkreises. Zugleich wirkte er erfolgreich als stellvertretender Vorsitzender der Helfervereinigung des Ortsverbands Haßfurt; das ist der Förderverein, dem er mittlerweile als Vorsitzender vorsteht. Als Ortsbeauftragter hat der Ebelsbacher Reinhard Kuhla maßgeblich die Jugendarbeit ausgebaut, die Ausbildung gefördert und die Kameradschaft geprägt, wie Siegfried Schymala in seiner Laudatio betonte. Kuhla habe es vorbildlich verstanden, die eigene Mannschaft zu motivieren und den Kontakt zu anderen Behörden und Organisationen zu pflegen. Bis 2005 war Reinhard Kuhla Ortsbeauftragter, aber bis heute engagiert er sich dort weiter.

Vor elf Jahren

Viel hat Reinhard Kuhla in seiner Dienstzeit erlebt. Am intensivsten hat sich der Einsatz beim Oder-Hochwasser 2002 eingeprägt. Erstmals rückten damals Helfer des Ortsverbandes Haßfurt in ein anderes Bundesland aus.

Praktisch nahtlos hat Christian Günther (Oberschwappach) die Arbeit von Reinhard Kuhla weitergeführt. Er war 1987 als Neunjähriger in die Jugendgruppe des THW eingetreten. Nach seiner Grundausbildung übernahm er die Betreuung der Jugend. Günther wurde zunächst Zugführer und trat 2005 die Nachfolge Kuhlas als Ortsbeauftragter an. Eine Vielzahl von Lehrgängen absolvierte er und sammelte umfassendes Wissen an. "Herr Günther ist im Ortsverband immer präsent und bleibt in schwierigen Situationen stets gelassen und behält den Überblick", lobte Schymala.

Meilensteine hätten die beiden Geehrten gesetzt, ergänzte Landrat Rudolf Handwerker. Die Anerkennung gaben Kuhla und Günther weiter, denn "ohne Helferinnen und Helfer hätte ich lange in der Unterkunft in der Augsfelder Straße sitzen können und nichts erreicht", erklärte Reinhart Kuhla.

Der stellvertretende THW-Landesbeauftragte Siegfried Schymala blickte beim Ehrenabend des Technischen Hilfswerks in Haßfurt auf die zurückliegende Hochwasserkatastrophe. 23 Tage lang waren bayerische THW-Helfer pausenlos im Einsatz, zunächst in Franken und der Oberpfalz, dann in Schwaben, Ober- und Niederbayern. Nahezu alle Ortsverbände waren mit bis zu 1200 Helferinnen und Helfern und hauptamtlichen Kräften gleichzeitig rund um die Uhr eingesetzt. "Bisher haben wir für über 7000 Helfer mehr als 140 000 Einsatzstunden erfasst", berichtete Schymala.

Zum Einsatz kamen die Hochleistungspumpen, die Ölseparierungsanlagen, Räumgerät, Sandsäcke, Mehrzweckboote, Pontons und Stege. Das THW sorgte für elektrischen Strom an den Einsatzstellen und für die Betankung der Einsatzfahrzeuge, als die örtlichen Tankstellen nicht mehr zur Verfügung standen.

Der Ortsverband Haßfurt war zunächst in Tretzendorf an den Weihern gefordert. Einmal mehr bewährt hat sich die Koordinierungsstelle für Sandsacklogistik in Haßfurt auf dem THW-Gelände. Später wurden neun Helfer aus Haßfurt in den Landkreis Pfaffenhofen verlegt.

Das Hochwasser habe erneut gezeigt, dass die Ausrichtung des THW auf spezielle Fachaufgaben richtig und wichtig sei, sagte Siegfried Schymala. Breiten Raum nehme jetzt die Auswertung des Einsatzes ein, um für die Zukunft zu lernen.

Ganz gleich ob durch Naturkatastrophen oder menschliches Versagen oder kriminelle Handlungen, Siegfried Schymala ist überzeugt, dass Großschadenslagen künftig häufiger auftreten werden. Darauf müssten sich alle Organisationen und Behörden vorbereiten. Wichtig sei auch der vorbeugende Schutz für die Helferinnen und Helfer (wie etwa der Impfschutz), betonte der Redner.