Allen, die das Friedenslicht aus Bethlehem entgegennehmen, weiter tragen und erhalten, soll bewusst werden, dass Friede auf der Welt nicht durch einen Wettkampf oder alleine, sondern nur als gemeinsame Aufgabe erreicht werden kann.

Spaß an Vorbereitung

Das Friedenslicht war an der Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet worden und über Österreich nach Deutschland und Würzburg gekommen, wo es in Empfang genommen und nach Haßfurt, Königsberg und Unterpreppach gebracht wurde. Der BDKJ Haßberge, die Kolpingfamilie sowie die Ministranten sorgten für die Weiterverbreitung. Oberministrantin Hannah Groh zeigte sich begeistert von der Aktion. "Ich bin nun schon zum dritten Male dabei. Es macht mir total Spaß, dies mit den Ministranten zu organisieren und den Gottesdienst vorzubereiten."

Allerdings gestand sie auch ein, dass die Idee des Friedenslichtes noch viel mehr von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden sollte. "Es wäre schön, wenn das Licht in alle Gemeinden gelangt und auch von hier aus den Nachbarn weiter gegeben würde. Ich habe vorhin sogar eine Frau aus dem Itzgrund getroffen, die sich hier bei uns dieses Friedenslicht geholt hat."

Ein Sketch zum Auftakt

Mit einem Sketch zum "Gewinnen und Verlieren" erfolgte in der Kirche von Unterpreppach der Auftakt zur Ausbreitung des Friedenslichtes. Zwei Sportlerinnen, Jasmin Schwengler und Natalie Kaiser, rannten um den Sieg und ein Banker (Jakob Groh) prahlte mit seinem Millionengewinn. Dazu ertönte im Hintergrund das Lied der Abbas "The Winner takes it all".

Kritische Anmerkungen folgten vom "Reporter" und BDKJ-Vorstand Johannes Lang. Er fragte die Sportler, wie sie damit umgingen, wenn sie einmal nicht Erster würden? Nachdenklich stimmten die Fragen für den Banker. "Geben sie einem Obdachlosen auf der Straße auch einmal ihr Geld? Denken sie wirklich, Geld ist alles und welche anderen Werte sind in ihrem Leben noch wichtig?" Die Antwort war klar: "Ich habe keine Zeit darüber nachzudenken. Ich habe etwas Besseres zu tun."

Mit dem Licht wurde deutlich gemacht, dass viele Menschen und Staaten nur auf sich selbst schauten, da Geld und Siege wichtiger als Solidarität und Gemeinschaft seien. Das Friedenslicht aus Bethlehem solle aber zeigen, dass es auch anders gehen könne. Gemeinsam könnten alle dazu beitragen, dass mit Frieden alle gewinnen könnten.

Selbstvertrauen und Gottvertrauen

In nachdenklich stimmenden Gebetstexten wurde auf das eigene Leben aufmerksam gemacht. "Du hast mich mit vielen Fähigkeiten beschenkt. Es macht Freude, sie auszuprobieren, sich herausfordern zu lassen und zu gewinnen. Danke für die vielen Siege. Danke aber auch für die Niederlagen, die ich einstecken muss."
Der geistliche Leiter des BDKJ, Werner Firsching, bot dazu einen Bibeltext von David und Goliath, wo sich der kleine, schmächtige Hirtenjunge mit der Steinschleuder gegen den "ausgerüsteten", bewaffneten Riesen-Soldat stellte. Er habe Selbstvertrauen und Gottvertrauen gehabt. Diesen Vertrauensschritt sollte jeder wagen.

"Auszug alle Ausländer"

Hannah Groh präsentierte ein Märchen vom "Auszug aller Ausländer", bei dem auf eine Kirche "Ausländer raus" und "Deutschland den Deutschen" gesprüht worden war. Damit kam Bewegung in die kleine Stadt, denn die Türen der Geschäfte sprangen auf und alles setzte sich in Bewegung. Die Gewürze zog es nach Indien, die Schnittblumen nach Kolumbien und den Kaffee nach Südamerika. Aber auch Autos begannen, sich aufzulösen in ihre Einzelteile und das Aluminium wanderte nach Jamaika oder das Kupfer nach Somalia. Nichts Ausländisches war am Schluss mehr im Lande. Aber es habe noch Tannenbäume, Äpfel und Nüsse gegeben. Und "Stille Nacht" durfte noch gesungen werden, wobei das Lied aus Österreich kam. Nur eines wollte nicht ins Bild passen. Maria, Josef und das Kind waren geblieben - ausgerechnet drei Juden. "Wir bleiben", sagte Maria, "wenn wir aus diesem Land gehen, wer will ihnen noch den Weg zurück zeigen, den Weg zurück zur Vernunft und zur Menschlichkeit."

Mit dem Friedenslicht von Bethlehem zogen die Teilnehmer zur Krippe am Dorfplatz, wo die eigenen Kerzen entzündet wurden.

Das Friedenslicht

Das Licht wird in Bethlehem entzündet, kommt mit dem Flugzeug nach Wien und wird dort an Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus ganz Europa und anderen Ländern der Welt weitergereicht. Von Wien aus wird es mit dem Zug in rund 30 Städte in Deutschland gebracht und in zentralen Aussendungsfeiern an Gruppen und Gemeinden gegeben.

Rund 220.000 Pfadfinder und andere Teilnehmer wollen mit der Weitergabe des Friedenslichtes ihren Beitrag zum Frieden leisten.