Dem Abwasserzweckverband "Mittlerer Weisachgrund" steht mit der Sanierung der Kläranlage in Junkers-dorf ein Großprojekt bevor. Die Bürger müssen Verbesserungsbeiträge zahlen, und der Verband wird nicht umhin kommen, die Abwassergebühren deutlich zu erhöhen. Dies erklärte der Vorsitzende des Zweckverbands, Maroldsweisachs Bürgermeister Wilhelm Schneider (CSU), bei der Sitzung des Zweckverbands am Dienstagabend.

Ausnahmefall im Haushalt

Der größte Anteil der Haushaltsmittel wird 2013 in die Sanierung der Kläranlage fließen. Der Gesamthaushalt sei mit knapp 430.000 Euro eng gestrickt, befand Schneider. Wie eng, erklärte Kämmerer Arno Welz, der das Zahlenwerk vorstellte. Die Haupteinnahmen werden bei der Benutzungsgebühr mit 62.100 Euro liegen. Für die Reinigung des Abwassers aus den Orten Altenstein, Pfaffendorf (Markt Maroldsweisach) und Junkersdorf (Gemeinde Pfarrweisach) stehen Ausgaben von insgesamt 61.900 Euro im Verwaltungshaushalt.

Darin enthalten sind auch 12.000 Euro Abwasserabgabe, ein "nicht unerheblicher Betrag", wie Bürgermeister Schneider meinte. Gerade einmal 200 Euro bleiben zur freien Verfügung, wobei der Kämmerer rechnerisch schon 3800 Euro vom Vermögenshaushalt zum Verwaltungshaushalt schieben muss. "Dies kann nur eine Ausnahme sein", erklärte Bürgermeister Schneider. Nur durch eine Gebührenerhöhung, die Einführung einer Grundgebühr oder Erhöhung des Wasserpreises, könne Abhilfe geschafft werden.

Ohne darlehen geht es nicht

Der Vermögenshaushalt steigt auf 151.000 Euro, weil die Sanierung der 37 Jahre alten Kläranlage im Weisachgrund im Frühjahr 2013 ansteht. Wie Kämmerer Welz erklärte, ist für 2013 die Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 210.000 Euro vorgesehen, das aber durch Beitragseinnahmen von 14.700 Euro am Jahresende teils wieder getilgt werden soll.

Der zweite Abschlag für die Erweiterung und Verbesserung der Mischwasserbehandlung der Anlage erfolgt im Jahr 2014. Wilhelm Schneider berichtete von einem Gespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt am Montag, wo grünes Licht für die Sanierung der gegeben wurde. Man entschied sich für Mischwasserbehandlung, was mit 180.000 Euro etwa halb so teuer kommt wie die andere Sanierungsvariante mit Trennsystem. Um die 30.000 Euro könnten noch dazu kommen, wenn noch einige Bestimmungen ausgeführt werden müssen.

Einhellige Zustimmung

Da durch den Bevölkerungsrückgang in den angeschlossenen Dörfern die Einwohnergleichwerte des Zweckverbands vermutlich unter den Wert von 1000 fallen werden, müssen keine verschärften Auflagen erfüllt werden, erfuhr die Versammlung. "Im Moment können wir mit Ergebnis leben", so Schneider, der ein einstimmiges "Ja" zum neuen Haushalt registrieren konnte.

Die Satzung des Zweckverbands wurde der neuen Mustersatzung angepasst, wo es um die Überwachung der Kanalhausanschlüsse im privaten Bereich ging. In den nächsten fünf Jahren müssen alle Altanschlüsse durch eine Fachfirma überprüft werden. Die weiteren Überprüfungen sollen dann "in angemessenen Zeitabständen" erfolgen.