Eine durchwegs positive Zwischenbilanz zog Anita Amend beim zweiten "Mitarbeitertreffen" des Bürgernetzwerks "Bürger helfen Bürgern" in Oberaurach. Seit knapp zwei Jahren gibt es die Bürgerdienste, und die Bereitschaft von Frauen und Männern, sich ehrenamtlich für hilfsbedürftige Mitbürger zu engagieren, ist groß. Schon 60 Frauen und Männer arbeiten als Ehrenamtliche in dem Netzwerk mit. Dieser Einsatz hat auch einen integrativen Effekt unter den Helfern.

Rosemarie Weigel beispielsweise ist erst vor wenigen Wochen nach Trossenfurt gezogen. Ihr leichter Dialekt verrät auch woher - aus Sonneberg in Thüringen. Von dort bringt sie jede Menge Erfahrung und Engagement in der Generationenarbeit mit. Die gelernte Krankenschwester war dort in der Seniorenarbeit und in einem großen Mehrgenerationenhaus erheblich engagiert.

Barbara Wurm arbeitet ebenfalls mit viel Einsatz mit.
Die gebürtige Kirchaicherin ist die Schwiegermutter von Bürgermeister Thomas Sechser und lebt seit Jahrzehnten in Dankenfeld. Dort wurde Maria Leifert geboren. In jungen Jahren siedelte die heutige Helferin zwar nach Frankfurt über, wo sie 50 Jahre lang lebte. Seit 2000 ist sie aber zurück im Steigerwald und hilft beim Bürgerprojekt mit.

Bei dem Treffen erzählten die ehrenamtlichen Helferinnen von ihren Erfahrungen und sammelten Ideen, wie man das Netzwerk noch dichter knüpfen kann. Eine zentrale Rolle dabei spielt der Generationentreff, zu dem die ehemalige Post in Trossenfurt umgebaut werden soll.

Die Pilotgruppe "Bürger helfen Bürgern" mit Anita Amend, Thomas Karg und Sabine Weinbeer hat sich mit der Planung dieses Treffs befasst. Karg stellte den bisherigen Stand vor. Er hatte sich einige Male mit der Feuerwehr getroffen, die im gleichen Gebäude untergebracht ist und deren Belange beim Umbau natürlich ebenfalls berücksichtigt werden sollen.

Das Gebäude erscheint durch seine Lage im Herzen der Großgemeinde neben Läden, Kirche, Arztpraxis und Apotheke als ideal. Geplant ist ein großer Multifunktionsraum mit kleiner Teeküche und Toiletten, den die verschiedensten Gruppen nutzen können.

Der Generationentreff, für den noch ein griffiger Name gesucht wird, könnte einen Strickkreis wie eine Krabbelgruppe beherbergen. Es könnte Vorträge ebenso geben wie Spiele-Nachmittage, Computerkurse, Bastelrunden, Platten-Partys, Vorlese-Abende oder Veranstaltungen mit Zeitzeugenberichten.

Für den Ausbau hofft die Pilotgruppe auf Unterstützung durch die Oberauracher Handwerksbetriebe. Das Haus könnte so auch eine Plattform für die Kreativität des örtlichen Gewerbes werden. Einige Zusagen gibt es bereits.

Beim Erfahrungsaustausch wurde nochmals deutlich, dass "Bürger helfen Bürgern" akute Notsituationen mildern will. Dennoch ist die Hemmschwelle mancher, um Hilfe zu bitten, noch hoch. Doch Hauptorganisatorin Amend und ihre Mitstreiter sind zuversichtlich, dass sich das noch ändert.

Allerdings habe es auch schon Anfragen gegeben, die abgelehnt werden mussten. "Es geht nicht, dass unsere Ehrenamtlichen Schnee räumen oder Rasen mähen, wenn es Familienangehörige gibt, die das machen können", erklärte Anita Amend. "Wenn sich der Angehörige, der das sonst macht, den Arm bricht, dann springen wir allerdings gerne ein."

Amend freute sich, mit Gudrun Karg, Paul Amend, Johannes Wagner, Jennifer Stapf, Wolfgang Hohensee und Rosemarie Weigel auch neue Helfer vorstellen zu können. Damit stehen jetzt 60 Oberauracher parat, um ihren Mitbürgern helfend zur Seite zu stehen. In jedem Dorf gibt es eine oder zwei Ansprechpartnerinnen, die Hilfe vermitteln. Die Telefonnummern werden in jeder Ausgabe der Gemeindenachrichten veröffentlicht und sind zudem auch der Gemeinde-Homepage zu entnehmen.

Die angebotenen Hilfen sind vielfältig. Sie reichen von Krankenbesuchen und der Unterstützung bei kleinen Haushaltstätigkeiten über Fahrdienste bis zur Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen oder der Entlastung von pflegenden Angehörigen in Oberaurach.

Dem Bürgernetzwerk gehören auch die Lesepaten an der Grundschule Oberaurach an, und sogar Nachhilfe für Bedürftige wird angeboten. Die Hilfe richtet sich nicht ausschließlich an ältere Menschen, sondern sie kann in jeder Notlage angefragt werden, wurde betont.