Zu ihrer letzten Arbeitsveranstaltung trafen sich die Mitglieder der Konzeptgruppe ILEK (Integrierte Ländliche Entwicklung Konzept) Baunach-Allianz im Marktsaal von Rentweinsdorf. In einer Projektwerkstatt wurden zwei Leitprojekte bearbeitet, welche die Radwege und die Nahversorgung betreffen. Hausherr Bürgermeister Willi Sendelbeck (SPD) appellierte an alle: "Wir sind auf der Zielgeraden, bitte bringt euch ein!"
Die Teilnehmer aus den verschiedenen Gemeinden der Baunach-Region folgten dieser Aufforderung auch fleißig. Unter der Regie von Philipp Ruhstorfer vom Planungsbüro IPU wurden in Arbeitsgruppen bei intensiver und konstruktiver Mitarbeit diskutiert und überlegt.
Zwei Gruppen gingen den Fragen nach, wo Radwege fehlen, bauliche Mängel an bestehenden Radwegen zu beheben sind oder wo Beschilderung oder baulich etwas fehlt, wie beispielsweise Querungshilfen. Ferner machte man sich Gedanken, wie man die Radtouren ausstatten könnte, etwa mit Informations- oder Erlebnispunkten aus Natur, Kultur oder Freizeit.


Ebern "unfreundlich für Radler"

Die zunächst leeren Landkarten enthielten schließlich zahlreiche Eintragungen besonders bei einzutragenden Erlebnisstationen und sonstigen Anziehungspunkten. Den Radfahrern braucht es in der Baunach-Region nicht langweilig werden, war der einstimmige Tenor. Lückenschlüsse fand man besonders für Ebern nötig, denn der Weg durch die Stadt sei sehr unfreundlich für Radfahrer. Auch sonst wurden noch einige sinnvolle Varianten gefunden.


Auf Zielgruppen abgestimmt

Die Idee für einen regionalen Baunachradweg erscheint den Diskutierenden schwierig zu verwirklichen. Favorisieren sollte man stattdessen die Ausweisung von verschiedenen Rundwegen, die für unterschiedliche Zielgruppen wie Sportfahren, Randwanderer usw. geeignet wären.


"Dorfladen 2.0"?

Andere Gruppen stellten Überlegungen an zur Nahversorgung der Orte in der Baunach-Allianz. Diskutiert wurde über die Einrichtung von Abholstationen mit oder ohne Treff und es wurden verschiedene Formen von Dorfläden bewertet. Ein sogenannter "Dorfladen 2.0", also ein online gesteuerter und ohne Personal betriebener Dorfladen erschien ungeeignet, nicht zuletzt weil er sich wohl nur an jüngere Kunden als Zielgruppe wendet und der soziale Aspekt völlig fehlt.

Für Orte, in denen es keinen Laden mehr gibt, erschien die Einrichtung eines Dorfladens, wie man ihn bisher aus verschiedenen Beispielen kennt, durchaus geeignet. Damit könnte die Grundversorgung gesichert werden, es wäre ein sozialer Treffpunkt und ältere oder immobile Menschen hätten einen Vorteil. Als Nachteil erkannte man, dass das Sortiment nicht so groß wie in den Supermärkten und die Preise höher als dort sein dürften.
Eine Abholstation mit integriertem Treffpunkt erschien für alle Zielgruppen, aber gerade für ältere Bürger geeignet. Dort könnten zu festgelegten Zeiten Bestellungen abgegeben und die Produkte wie vielleicht Bäckereiwaren abgeholt werden. Als Standorte könnten Dorfgemeinschaftshäuser oder ähnliche dienen. Besonders effektiv könnte dieses Modell gelingen, wenn bereits eine funktionierende Ortsgemeinschaft besteht, so das Gesprächsergebnis.
Als eher ungeeignet und zu technisch wurde eine Abholstation ohne Treffpunkt empfunden, wenn bestellte Ware einfach aus einer Schublade entnommen werden muss. Als wesentlicher Knackpunkt erschien, dass hierbei keine Qualitätskontrolle möglich wäre. Auch die Verpackungsfrage wurde als Manko empfunden. Positiv an dieser Lösung erschien allerdings, dass für die Lieferung mehr Flexibilität möglich wäre, weil man zu Lieferung nicht zuhause sein müsse.


So geht's weiter

Der weitere Verlauf der Planungsgruppe wird sein, dass mit angrenzenden Regionen und möglichen Partnern Gespräche geführt werden, das Gesamtkonzept fertiggestellt, eine vertiefende städtebauliche Analyse angestellt wird und schließlich im Herbst 2017 ein Gesamtergebnis öffentlich vorgestellt wird. Mitte 2018 soll die Umsetzung der ersten Projekte starten.