Kein Empfang im Wald, meterhohe Flammen und stundenlanger Einsatz: Ein Brand im Kreis Haßberge entwickelt sich am Dienstagabend zur Herausforderung für die Feuerwehr.
Ein Waldbrand zwischen Wülflingen und dem Thereser Gemeindeteil Buch (Landkreis Haßberge) hat am Dienstagabend (23. Juni 2026) einen Großeinsatz ausgelöst. Entdeckt wurde das Feuer gegen 17.45 Uhr von einem Ehepaar, das mit E-Bikes unterwegs gewesen sei, teilte die Feuerwehr mit. Ein Notruf sei zunächst nicht möglich gewesen, denn im Wald gebe es keinen Mobilfunkempfang. Zunächst alarmierte die Leitstelle die Feuerwehren aus Wülflingen und Haßfurt. Parallel bemerkten Einsatzkräfte aus Buch die Rauchsäule und wurden ebenfalls eingebunden. Vor Ort stellte sich heraus, dass sich der Brand auf Bucher Gemarkung befand.
Insgesamt rückten Feuerwehren aus Buch, Wülflingen, Haßfurt und später auch Obertheres an. "An einem Forstweg mitten im Wald brannte ein ca. 100 m³ großer Haufen aus Forstabfällen in voller Ausdehnung", schreibt die Feuerwehr Haßfurt auf Facebook. Das Feuer hätte tief im Inneren des Holzstapels gebrannt und immer wieder neu Flammen aufgelodert. Viel Rauch am Waldrand entstand auch bei einem Brand im Landkreis Erlangen-Höchstadt.
Waldbrand im Kreis Haßberge: Wasserversorgung über Hydranten nicht möglich
Eine Wasserversorgung des Brandes im Landkreis Haßberge sei nicht über Hydranten möglich gewesen. Deshalb richteten die Feuerwehren einen Pendelverkehr ein: Wasser wurde in Buch aufgenommen, zur Einsatzstelle transportiert und dort in Faltbehältern zwischengespeichert. "So konnte sichergestellt werden, dass immer ausreichend Löschwasser an der Einsatzstelle war", so die Feuerwehr weiter. "Insgesamt wurden so 60.000 Liter Löschwasser zugeführt".
Da die Löschmaßnahmen zunächst nur oberflächlich Wirkung zeigten, wurde das Technische Hilfswerk (THW) Haßfurt hinzugezogen. Mit Teleskoplader und Radlader hätten die Einsatzkräfte den Reisighaufen auseinandergezogen, um versteckte Glutnester gezielt ablöschen zu können. "Zwischenzeitlich wurde auch Netzmittel eingesetzt, um die Oberflächenspannung des Wassers zu brechen und tiefer in das Holz eindringen zu können", erklärt die Feuerwehr. Ergänzend wäre eine Löschlanze zum Einsatz gekommen, um Wasser tiefer in das Material einzubringen.
Insgesamt waren über 50 Feuerwehrkräfte sowie das THW und ein Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes im Einsatz. Besonders für die unter Atemschutz arbeitenden Kräfte hätten die sommerlichen Temperaturen eine zusätzliche Belastung dargestellt. Verletzt wurde jedoch niemand.
Waldbrandgefahr in den Haßbergen
"Der Einsatz dauerte für uns etwa sechs Stunden", berichtet ein Sprecher der Feuerwehr Haßfurt gegenüber inFranken.de auf Nachfrage. Die Feuerwehr Buch sei anschließend zur Brandwache über Nacht vor Ort geblieben. "Die Glut saß sehr tief und bei dieser Trockenheit kann es immer wieder zu erneuten Flammen kommen, deshalb ist eine Nachtwache wahnsinnig wichtig", erklärt der Sprecher der Feuerwehr Haßfurt. Aufgrund anhaltender Trockenheit gilt im Landkreis Haßberge aktuell Waldbrandgefahrenstufe 4. Für die kommenden Tage wird stellenweise sogar die höchste Stufe 5 erwartet.