Unendlich lang kam ihm die Fahrt vor. In der kilometerweiten Traktor-Kolonne vom beschaulichen Rügheim nach Berlin. Matthias Brochloß-Gerner ist einer von rund 10 000 deutschen Landwirten, die am Dienstag zur Landwirtschaftsdemo fuhren und ihrem Ärger über die Agrarpolitik Luft machten.

Bei der Kundgebung am Brandenburger Tor sprachen auch Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Julia Schulze (SPD). Auch aus den Landkreisen Kitzingen und Kulmbach nahmen Bauern an der Demo teil.

Martin Gleichmann aus Friesenhausen, der dem Organisationsteam der Landwirte angehört, zeigte sich mit der Aktion weitestgehend zufrieden. "Politisch waren wir zwar noch nicht erfolgreich, aber der Zusammenhalt und die Stimmung unter den Bauern ist gut", resümierte der Milchbauer vor der Heimfahrt. "Wir haben gezeigt, wie schnell wir so eine Aktion auf die Beine stellen können. Und das war schließlich eine große Veranstaltung."

Feurige Unterstützung

Unterdessen riefen Landwirte, die nicht an der Demo teilnehmen konnten, deutschlandweit dazu auf, als Zeichen ihrer Solidarität Mahnfeuer zu entzünden. Im Kreis Haßberge fanden solche Aktionen unter anderem bei Hemmendorf, zwischen Stettfeld und Staffelbach, bei Rentweinsdorf sowie bei Augsfeld, Pfarrweisach und Todtenweisach statt. Die Mahnfeuer mussten vorab bei der Integrierten Leitstelle in Schweinfurt als "Feuer unter Beaufsichtigung" angemeldet werden - inklusive exakter Koordinaten.

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30 Landwirte aus dem Kreis Haßberge fuhren zur Demo nach Berlin.

Rund 180 Traktoren kamen aus Unterfranken und legten zunächst einen Zwischenstopp in Thüringen ein.