Darauf hätte sich der Dichter bestimmt einen Reim gemacht. Seine Eberner, zu denen er ein zwiespältiges Verhältnis pflegte, rücken Friedrich Rückert nun mit dem Bagger auf den Leib. Zumindest seinem Denkmal, ein Relief mit seinem Konterfei an einer Mauer.

Es stand seit Jahrzehnten eher versteckt in dem nach Rückert benannten (nördlichen) Teil des Anlagenrings nahe der Einmündung des Angerbachs in den Mühlgraben. Zum 150. Todestag des Weltpoeten, so der Arbeitstitel der in Schweinfurt beheimateten Rückert-Gesellschaft, soll das Denkmal wieder stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt sein. Dementsprechend ließen die Spitzen im Rathaus schweres Gerät aus dem Bauhof anrücken.

"Mein lieber Freund und Kupferstecher" zitierte denn auch mancher der vielen Spaziergänger den Dichter, dessen Vater in Ebern als Rentamtmann tätig war. An den Weihnachtsfeiertagen ließ sich beim Anlagenbummel das Werk bestaunen. Der Kahlschlag machte stutzig. Fragend und kopfschüttelnd standen viele vor dem abgeholzten Rondell des Denkmals.


Heckenpflege mit Greifarm

Am Dienstag nach Weihnachten folgte die zweite Welle in Form von Bagger und Lkw. Dabei wurden die Wurzelstöcke der zuvor abgesägten Bäume entfernt und der Mutterboden abgetragen. Bereits im Frühjahr war die lang gezogene Hecke, die die Gärten der Anlieger vom Anlagenring trennt, durch den Einsatz schweren Geräts "gepflegt" worden.


Geringer Aufwand

"Wir haben eine kleine Umgestaltung des Bereiches der Anlage vorgesehen, um das Rückert-Denkmal und die Rückert-Anlage für das Rückert-Jahr zur Geltung kommen zu lassen", umschreibt Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) die Aktion. Dies übernehme der Bauhof, weswegen der finanzielle Aufwand gering bleibt und im normalen Unterhalt der Anlage untergebracht wird. Die Planung sei mit dem Konzept vom Planungsbüro Ammermann und Döhler abgestimmt, das die Stadt bei der Gestaltung des Anlagenrings berate.

"Es werden die großen Thujabüsche entfernt und Blumenwiesen angelegt, die im Frühjahr erblühen sollen", beschreibt der Bürgermeister die Zielsetzung.

Am Pfingstmontag soll eine "Geburtstagsparty" am Rückert-Denkmal im Eberner Anlagenring gefeiert werden. Geplant sei dafür die Herausgabe/Vorstellung der neuen Eberner Heimatblätter, die Einweihung des umgestalteten Rückert-Denkmals und die Bekanntgabe der Gewinner eines Postkarten-Wettbewerbs zum Rückertjahr, der beim Neujahrsempfang der Stadt am 21. Januar gestartet wird.

Das Programm zum Rückert-Jahr im Raum Ebern

Donnerstag, 21. Januar:
Eröffnung des Rückert-Jahres beim Neujahrsempfang, Startzum Postkartenwettbewerb in der Frauengrundhalle (19 Uhr);

Freitag, 11. März: Vortrag "Friedrich Rückert" von Kreisheimatpfleger Günter Lipp in dem Rentweinsdorfer Marktsaal (19 Uhr);

Samstag, 9. April: Rückert-Stadtführung mit Günter Lipp, Treffpunkt: Friedhof Rentweinsdorf (14 Uhr);

Donnerstag, 21. April: Lesung mit Klaus und Christel Rückert, Bürgerzentrum "Komm" in Untermerzbach (19 Uhr);

Mittwoch, 27. April:
Rezitation/ Schauspiel von Peter Hub in der Aula des Friedrich-Rückert- Gymnasiums (19.30 Uhr)

Samstag, 7. Mai: Poetry-Club in der Frauengrundhalle Ebern, organisiert vom Sport- und Kulturverein (20 Uhr)

Pfingstmontag, 16. Mai: "Geburtstagsparty" am Rückert-Denkmal imAnlagenring: Vorstellung der neuen Eberner Heimatblätter, Einweihung des umgestalteten Rückert-Denkmals, Ehrung der Sieger des Postkartenwettbewerbs (16 Uhr);

Samstag, 21. Mai: Führung durch den Gereuther Wald mit Günter Lipp, Treffpunkt: Gereuth (14 Uhr);

Samstag, 4. Juni: Rückert-Stadtführung mit Günter Lipp, Treffpunkt: Friedhof in Rentweinsdorf (14 Uhr);

7. bis 10. Juli: Rückert-Crossover in Zusammenarbeit mit Eberner Schulen: orientali-sche Speisen, Musik, Bilder, Texte im Weingarten Jesserndorf

Sonntag, 31. Juli: Wanderung auf dem Rückertweg mit Einkehr: Wandergruppe des Bürgervereins; Treffpunkt am Finanzamt (13 Uhr). 17 Uhr: Tanzaufführung bei den Gereuther Tannen, mit "Intermusicalisch".