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Hofheim i. UFr.
Planungen

Aus alt mach neu: Brauhaus in Unterfranken soll neues Gesicht bekommen

Das Alte Brauhaus in Hofheim ist schon lange sanierungsbedürftig. Der Hofheimer Stadtrat entschied nun, welche Projekte über die Städtebauförderung realisiert werden sollen. Das Brauhaus soll ein neues Gesicht bekommen.
 
Bier Schankanlage
Ein altes Brauhaus soll ein neues Gesicht bekommen. Foto: Louis Hansel/unsplash
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Das ehemalige Brauhaus in der Lendershäuser Straße in Hofheim ist in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig. Derzeit wird es noch von den Kleintierzüchtern genutzt. Sie planen jedoch den Umzug zu den Geflügelzüchtern, die in der Johannisstraße neben dem Fitnessstudio ein neues Domizil errichtet haben. Künftig soll aus dem alten Brauhaus ein Museum werden. Denkbar ist ein Schreibmaschinenmuseum, bestehend aus der Sammlung des Hofheimers Ralph Köberlein. Eine andere Option ist die Verlegung des Rot-Kreuz-Museums aus dem Lendershäuser Tor in das sanierte Brauhaus.

Der Hofheimer Stadtrat beschloss in seiner Sitzung im "Haus des Gastes" am Montagabend einstimmig, das Projekt in die Bedarfsmitteilung an die Städtebauförderung aufzunehmen. Die Kosten schätzte Bürgermeister Wolfgang Borst (CSU) auf rund 1,2 Millionen Euro. Die Sanierung könnte in den Jahren 2023/2024 erfolgen und sei auch abhängig von den Kosten, die für die Sanierung des Hallenbads anfallen.

Stadtrat nimmt Geld in die Hand: Mehrere Sanierungen geplant

Weitere Projekte, die in die Bedarfsmitteilung aufgenommen wurden, sind die Sanierung der Grünen-Markt-Straße, die Querungshilfe am Friedhof und der geplante Parkplatz in der Lendershäuser Straße neben dem alten Brauhaus. Dort entscheidet die Zauneidechse über den Fortschritt der Bauarbeiten. Wird sie im Frühjahr gesichtet, verzögerten sich die Bauarbeiten um ein Jahr, sagte Borst.

Die Richtlinien für den Bau von Solaranlagen beschloss das Gremium ebenfalls einstimmig. Derartige Anlagen werden künftig nur auf schlechten Ackerböden mit einer Ackerzahl von unter 38 genehmigt. Außerdem darf maximal zwei Prozent der landwirtschaftlichen Fläche mit Solaranlagen zugebaut werden. Zudem müssen die Anlagen mindestens 300 Meter von Wohnhäusern entfernt sein. Zurzeit stehen auf 24 Hektar Fläche Solaranlagen. Dies entspricht 0,75 Prozent der Gesamtfläche, so dass noch 1,25 Prozent bebaut werden können. Derzeit lägen keine konkrete Bauanfragen vor, sagte Borst.

Straßen in Goßmannsdorf, Rügheim und Reckertshausen sollen umbenannt werden, unter anderem deshalb, weil es einige Straßen im Stadtgebiet doppelt gibt und die Post deshalb manchmal den Falschen erreicht. In Goßmannsdorf wird die Eichelsdorfer Straße zur Bettenburgstraße, die Hauptstraße zur Dorfstraße, die Pfarrgasse zu "An der Kettenburg", die Raiffeisenstraße zu Kindergartenstraße, eine Teilstrecke der Hauptstraße (Abzweigung an der Steige) wird "Am Turnerplatz", die Abzweigung zum ehemaligen Feuerwehrhaus heißt künftig "Am Längenbach" und die westliche Abzweigung der Eichelsdorfer Straße wird zu "Alte Siedlung". Auch neue Hausnummern sollen vergeben werden. Geplant ist die Umstellung im ersten Halbjahr 2021.

Straßen werden umbenannt: Stadtrat entscheidet

In Rügheim wird die Hauptstraße zur Rügheimer Hauptstraße, der Mühlweg wird zum Schlossweg. In Reckertshausen wird die Hauptstraße zur Kreisstraße. Sowohl in Rügheim als auch in Reckertshausen gibt es eine Friedhofstraße. Die Anwohner der beiden Straßen sollen sich darüber einigen, welche Straße umbenannt wird.

Wegen der aktuellen Corona-Lage hat die Bayerische Staatsregierung angeregt, Entscheidungen weitgehend vom Stadtrat auf die Ausschüsse zu verlagern. Das Gremium entschloss sich mit einer Gegenstimme dafür, Entscheidungen in den Hauptausschuss zu verlagern, wenn der landkreisweite Inzidenzwert bei 100 oder darüber liegt. Alexander Häpp regte an, Stadtratssitzungen online abzuhalten. Der Leiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hofheim, Andreas Dellert, erwiderte, dass es hierfür keine rechtliche Möglichkeit gebe. Sitzungen des Stadtrats und der Ausschüsse finden ab Januar 2021 im Schüttbau in Rügheim statt, da im "Haus des Gastes" im kommenden Jahr die monatlichen Blutspenden durchgeführt werden. Dies ist im Rot-Kreuz-Haus nicht möglich, da dort das Impfzentrum eingerichtet wird.

Rückblickend auf das Jahr 2020 erinnerte Borst daran, dass der Stadtrat im Februar noch von einem Haushaltsvolumen von 17 Millionen Euro ausging, das sich durch coronabedingte Steuerausfälle vor allem bei der Gewerbe- und Einkommenssteuer pulverisiert habe. Insgesamt habe die Stadt über zwei Millionen Euro weniger eingenommen. Als Ausgleich für den Gewerbesteuerausfall zahlt der Freistaat immerhin 741 293 Euro. Großprojekte konnten laut Borst dennoch ausgeführt werden wie die laufende Sanierung des Klosterkellers in Eichelsdorf. Die Sanierung der alten Schule in Goßmannsdorf ist ebenso fast abgeschlossen wie die Sanierung der Landgerichtsstraße in Hofheim. Die Querungshilfe am Friedhof in Hofheim ist im Bau. Im März oder April nächsten Jahres wird dafür die Ringstraße auf Höhe der Firma Elektro-Geuppert um 1,5 Meter verbreitert. Die Ringstraße muss dann für drei bis vier Wochen komplett gesperrt werden. Im Januar kommenden Jahres erfolgt die Verlegung von Ämtern aus dem Landratsamt in das ehemalige Krankenhaus. Das Hallenbad soll ab August 2021 saniert und bis Ende 2022 fertig werden.

Einzelhandel und Gastronomie sollen unterstützt werden

Borst bedankte sich beim Stadtratsgremium mit seinen elf neuen Stadträten für das "gute Niveau". Um Einzelhandel und Gastronomie vor Ort in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, empfahl Borst den Kauf von Gutscheinen.