Veronika Schadeck Langsam sammelten sich die Demonstranten gegen die AfD und den Besuch des Parteichefs Alexander Gauland unterhalb der "Alten Zeche". Die Polizei war vorbereitet. Die Kronacher Polizisten hatten Verstärkung aus Bamberg und Coburg. "Wir hoffen, dass alles ruhig verläuft", so der Pressesprecher der PI Kronach, Gerhard Anders.

Das hoffte auch Bürgermeister Rainer Detsch (FW) vor der Veranstaltung. "Die AfD ist eine demokratisch legitimierte Partei, die kann überall auftreten", stellte er fest. Er hoffte, dass dieses Thema nicht zu hoch gespielt werde und dem Veranstalter keine zusätzliche Bühne geboten werde. Ihn ärgerte aber der Veranstaltungsort. Die Straßen rund um die "Alte Zeche" seien eng und für so etwas nicht geeignet. Er warf dem Veranstalter vor, Zoff bewusst in Kauf zu nehmen.

Ein paar Meter weiter stand der AfD-Bezirkstagskandidat Harald Meußgeier. Er blickte zu den Demonstranten und äußerte sein Unverständnis: "Jede Partei macht ihre Wahlveranstaltungen - da finden keine Proteste statt." Und er beteuerte: "Wir wollen nicht provozieren, sondern informieren." Mit dem Blick auf die Protestbewegung meinte er: "Das ist eigentlich gar nicht schlecht, das gibt uns wiederum eine Plattform und trägt dazu bei, dass wir im Gespräch sind!"

Seine Freude über Gaulands Besuch äußerte AfD-Landtagskandidat Detlef Rauh. Er habe bei der Stadt Kronach wegen der Nutzung der Kühnlenzpassage angefragt, es habe aber keine Antwort gegeben. Er sei deshalb nicht böse, denn der Termin mit Gauland sei sehr kurzfristig zustande gekommen.

Nur wenige Meter entfernt von Rauh beobachteten Zaungäste das Geschehen. Sie wollten sehen, wie die Sache abläuft, meinte eine Anliegerin. "Hoffentlich platzt der Reifen, damit Gauland hier gar nicht erst ankommt", meinte eine weitere Zuschauerin.

Es gab aber auch andere Stimmen. "Die AfD hat ein gutes Programm", so ein Ehepaar aus dem südlichen Landkreis. Das Paar wolle nicht, dass die Regierung so weitermache wie bisher. Solange "die Merkel" das Sagen habe, werde sich nichts ändern, waren die beiden überzeugt. Sie machten sich Sorgen um die Zukunft ihrer Enkel.

"Die AfD sagt das, was die Menschen bewegt", so Volker Förtsch. Er war an diesem Tag einer der wenigen, die gegen eine namentliche Erwähnung nichts einzuwenden hatten. Unverständnis äußerte er wegen der Demonstration vor der "Alten Zeche". Er sagte: "Wir haben hier Meinungsfreiheit!" Seinen Besuch begründete er damit, dass er Gauland einmal live erleben wollte. Und er war überzeugt, dass, wenn es die AfD nicht geben geben würde, sich das Land auch nicht ändern würde. "Deshalb bin ich aber nicht rechtsradikal."