Es ist ein großer Tag für die Feuerwehren Schellenberg und Steinbach, als ihre neuen Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF) an der Mehrzweckhalle in Kleinsendelbach eintreffen.

Kommandant Alfred Wölfel und Fahrer Werner Schmitt (FFW Schellenberg) sowie Kommandant Armin Persau und Fahrer Ulrich Seitz (FFW Steinbach) hatten die Neuen bei der Firma Compoint in Forchheim abgeholt. Damit haben die alten 39 und 26 Jahre alten Fahrzeuge ausgedient.

Der Empfang fiel wegen der Corona-Situation zwar etwas ruhiger aus. Dennoch war die Freude über die Anschaffung bei den Feuerwehrleuten, aber auch bei Bürgermeisterin Gertrud Werner und Dritter Bürgermeisterin Carmen Wartenfelser (UWK) sehr groß. Auch der Kreisbrandrat Oliver Flake und der Kreisbrandmeister Berthold Burkhardt machten sich ein Bild von den neuen Einsatzmitteln.

Nach der Beschlussfassung im Mai 2018 zur Ersatzbeschaffung von Feuerwehrfahrzeugen für die FFW Schellenberg und Steinbach schloss man im September 2018 eine Zweckvereinbarung zur interkommunalen Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen mit Adlitz und Schweinthal mit anschließender europaweiter Ausschreibung. Nach der Ausschreibung im April 2019 erhielt der Fahrzeugbauer Compoint den Auftrag. Auf Basis eines Iveco und mit einem Gesamtgewicht von bis zu 4,5 Tonnen wurde der Wunsch in knapp einem Jahr Realität. Die Kabine bietet Platz für sechs Personen, das entspricht der taktischen Einheit einer Staffel.

An Einsatzmitteln besitzt das TSF unter anderem einen Schwimmsauger, eine Motorsäge, eine Steckleiter und eine Tauchpumpe, die bei überschwemmten Kellern Anwendung findet. Eine Besonderheit sind der Lichtmast und die Tragkraftspritze, umgangssprachlich auch tragbare Feuerlöschpumpe genannt. Die Beladung der Fahrzeuge dient nicht nur der Brandbekämpfung: Mit dem neuen Equipment können die Feuerwehren ebenfalls bei Unwetterschadenslagen eingesetzt werden. Weiter verfügen sie über eine umfangreiche Ausstattung zur Verkehrsabsicherung. Deutlich wurde bei der Begutachtung der Fahrzeuge, dass bei der Beschaffung sehr großer Wert auf die Sicherheit der Einsatzkräfte gelegt wurde. Dazu tragen Umfeldbeleuchtung, Lichtmast und Beleuchtungssatz bei. Somit sind die Wehren nicht mehr nur für Brände, sondern jetzt auch für kleine technische Hilfeleistungen gerüstet. Infolgedessen vergrößert sich auch der Einsatzbereich der Wehren über die Ortsgrenzen hinaus.

181 500 Euro investiert

Die Gemeinde Kleinsendelbach investierte rund 181 500 Euro in die beiden Fahrzeuge, für die 53 000 Euro an Zuschüssen in Aussicht gestellt wurden. "Wir wollten eigentlich die Segnung der neuen Einsatzfahrzeuge in den nächsten Wochen vornehmen", sagt Bürgermeisterin Werner, "doch ein kleiner Virus durchkreuzte alle unsere Pläne - vorerst jedenfalls. Wir hoffen aber, die Segnung im Herbst nachholen zu können."

Bis 2021 können und wollen die Wehren allerdings nicht mit der Indienststellung ihres Tragkraftspritzenfahrzeugs warten, allein schon deshalb, weil der bei Compoint in Forchheim maßgeschneiderte 4,5-Tonnen-Iveco pünktlich in Kleinsendelbach anrollte. Karl Heinz Wirth