Bei einer Sondersitzung im Kultursaal standen ehemalige Seßlacher Stadträte noch einmal im Mittelpunkt. 204 Jahre - diese stattliche Zahl an Jahren am Seßlacher Ratstisch bringen sie zusammen aufs Tableau. Am Dienstag wurden sie verabschiedet.

Sie bildeten über sechs Wahlperioden feste Größen in der CSU-Fraktion des Seßlacher Stadtrats: Manfred Eichler und Klaus Gropp. Bürgermeister Maximilian Neeb (FW) zeichnete beide aufgrund ihrer besonderen Verdienste mit der goldenen Ehrenmedaille der Stadt aus. Georg Ruppert (CSU) erkannte der Stadtrat für 24 Jahre Zugehörigkeit zum Gremium die silberne Ehrenmedaille zu.

Klaus Gropp verließ den Stadtrat als Dienstältester: Zusammen mit den sechs Jahren, die er als Gemeinderat in seiner damals noch eigenständigen Heimatgemeinde Dietersdorf tätig war (1972 bis 1978), brachte es der heute 79-Jährige auf 42 Jahre. Von 1996 bis 2002 fungierte Gropp als Seßlachs Dritter, von 2002 bis 2008 als Zweiter Bürgermeister. Während Gropp 2020 nicht mehr angetreten war, wurden seine CSU-Kollegen Manfred Eichler und Georg Ruppert nicht wieder in den Stadtrat gewählt. "Ganz besonders engagierte sich Manfred für den Erhalt der Braukultur mit unserem Kommunbrauhaus und tut dies nach wie vor", hob Neeb hervor. Bei den Themen Landwirtschaft und Bau brachte Georg Ruppert sein Fachwissen ein. Außerdem übernahm er über Jahrzehnte den Winterdienst. Neeb: "So konnte er viele Anliegen aus der Bevölkerung im Stadtrat einbringen."

Ebenfalls im Grundstücks- und Bauausschuss engagierte sich über zwölf Jahre Sven Jahrsdörfer. Für die Verwaltung sei der selbstständige Zimmerermeister ein wichtiger Ansprechpartner wie Ratgeber gewesen und werde dies hoffentlich bleiben, sagte Neeb. Bei Wolfgang Pfister bedankte sich Neeb "für den fairen Wahlkampf bei der Bürgermeisterwahl 2019". Der Seßlacher war in der Wahlperiode 2014 bis 2020 zum zweiten Mal Mitglied des Stadtrates, außerdem Zweiter Bürgermeister. Aus privaten Gründen hatte sich Rolf Deschner (SPD) trotz seiner Wiederwahl im letzten Jahr nach sieben Jahren aus dem Stadtrat zurückgezogen. Neben dem Bauausschuss galten die Jugendarbeit und die Feuerwehr als seine Steckenpferde.

Verabschiedet wurde auch Dieter Weikard, der als Ortssprecher Merlach im Stadtrat über 28 Jahre vertreten hatte. "Er hat Verbesserungen vorgeschlagen und war maßgeblich an der Entwicklung seines Heimatortes beteiligt", würdigte Neeb. Ebenso wie Jahrsdörfer und Pfister hatte Markus Brehm (ebenfalls CSU) 2020 nach einer Periode nicht mehr kandidiert. Auch er wurde am Dienstag offiziell entlassen, wie alle wegen der "allgegenwärtigen Corona-Pandemie" (Neeb) mit gut einem Jahr Verspätung. Nicht anwesend waren die ebenfalls Ausgeschiedenen Berthold Borczyk (30 Jahre), Uwe Siegel (sechs Jahre) und Kerstin Thein (ein Jahr, alle FW). bek