Bereits in der Sitzung des Gemeinderates am 2. April hatte die Verwaltung dem Gemeinderat die aktuelle Krippen- und Kindergartensituation vorgestellt, und der Gemeinderat hatte dazu beschlossen, bauliche Maßnahmen zur Erweiterung des Krippenangebotes zu veranlassen. Ausgehend von den aktuellen Geburten- und Belegungszahlen, insbesondere in der Kinderkrippe, wurde die Bedarfseinschätzung seitens der Verwaltung überarbeitet. Dabei wurde festgestellt, dass die Bedarfsfrage durch viele individuelle Entscheidungen der Elternschaft beeinflusst wird. Hinzu kommen veränderte Kriterien bei der Schuleinschreibung, die durch die "Korridorkinder" geschaffen worden sind.

Eltern sollen entscheiden können

Die Einschulung in Bayern soll zum Schuljahresbeginn 2019/20 flexibler werden. Bei Kindern, die zwischen 1. Juli und 30. September sechs Jahre alt werden, sollen künftig die Eltern entscheiden können, ob sie schon eingeschult werden oder erst ein Jahr später. Diesen "Einschulungskorridor" sieht der Gesetzentwurf des bayerischen Kultusministers Michael Piazolo (Freie Wähler) vor.

Wie das Kultusministerium erklärte, werde nahezu die Hälfte der "Korridorkinder" nicht im Herbst eingeschult, sondern gehe ein Jahr länger in den Kindergarten - mit deutlichen Folgen für die Situation der Krippen- und Kindergartenkinder.

Gemeindeintern keine Warteliste

Derzeit werden 21 Heßdorfer Kinder in auswärtigen Betreuungseinrichtungen betreut. Dadurch sind durch die Gemeinde Betriebskostenförderungen für die Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt an die auswärtigen Träger zu leisten. Maßgebend für diese auswärtigen Betreuungen sind hauptsächlich individuelle Vorstellungen und Wünsche der betroffenen Eltern. Gleichwohl führt diese relativ hohe auswärtige Betreuungsquote dazu, dass gemeindeintern keine Warteliste besteht und eine faktische Bedarfsdeckung gegeben ist.

Nach den aktuellen Bedarfszahlen besteht für die nächsten Jahre ein rechnerischer Fehlbedarf an Kindergartenplätzen, der insbesondere ab dem Jahr 2021 durchaus erheblich erscheint. Noch nicht abschätzbar sind derzeit die Auswirkungen aus dem geplanten Baugebiet "Heßdorf-Süd".

Die katholische Kirchenstiftung Hannberg betreibt seit vielen Jahren in Hannberg einen inzwischen viergruppigen Kindergarten. Die dortigen grundstücksmäßigen Gegebenheiten lassen die bauliche Erweiterung um eine Gruppe problemlos zu.

Nach Auffassung der Verwaltung haben sich die Rahmenbedingungen für den Betrieb einer Kindertagesstätte in den letzten Jahren ganz wesentlich verändert. Diese Veränderungen haben Auswirkungen auf die Struktur der Kindergärten.

Viele Kindergartenträger haben neben den stark veränderten Betreuungserwartungen gravierende Probleme, das notwendige Fachpersonal überhaupt beschäftigen zu können. Im Bereich der Kinderbetreuung besteht eine hohe Personalknappheit. Daher wäre der Betrieb eines eingruppigen Kindergartens, insbesondere aus wirtschaftlicher und betrieblicher Sicht, eine absolute Ausnahmeerscheinung und wahrscheinlich nicht zu realisieren.

Kirchenstiftung stellt Grundstück

Nach Einschätzung der Verwaltung sollte deshalb der zusätzliche Bedarf im Bereich des bestehenden Kindergartens in Hannberg baulich umgesetzt werden. Bei dieser Einschätzung spielen auch die hohe pädagogische Qualifikation in der bestehenden Betreuungseinrichtung sowie das gegebene Umfeld (Krippe/Hort/Schule) eine wichtige Rolle.

Hannberg ist das "Kinderzentrum" der Gemeinde Heßdorf. Die bauliche Erweiterung des Kindergartens in Hannberg müsste von der Gemeinde unter Inanspruchnahme staatlicher Fördermittel finanziert werden. Die katholische Kirchenstiftung würde die notwendigen Grundstücksflächen kostenfrei zur Verfügung stellen und die Betriebsträgerschaft für diese weitere Gruppe übernehmen.

Bautechnisch wäre eine Erweiterung relativ problemlos möglich. Der bestehende Kindergarten ist inzwischen bautechnisch, energetisch und altersbedingt in einem Zustand, der eine Generalsanierung erforderlich macht. Dazu besteht seitens der Kirchenverwaltung und der Gemeinde grundsätzliches Einvernehmen, und es könne im Zuge der Sanierung eine weitere Gruppe angehängt werden.

Das Gremium stimmte dem Vorschlag der Verwaltung nach einer ausführlichen Diskussion dann auch mehrheitlich zu. sae