Die VR Bank Oberfranken Mitte eG hat die diesjährige ordentliche Vertreterversammlung für das Geschäftsjahr 2020 zum zweiten Mal virtuell aus der Dr.-Stammberger-Halle Kulmbach übertragen.

Nachhaltigkeit

Vorstandsmitglied Stephan Ringwald eröffnete seine Rede mit dem Begriff Nachhaltigkeit. Denn seit ihrer Entstehung vor über 170 Jahren verbinde die Genossenschaftsidee wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlich nachhaltigem Handeln. "Wir fördern den Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft und handeln zusammen mit unseren Kunden, Mitgliedern und Mitarbeitenden in Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft."

Nach dem Blick auf die Zahlen und Daten des vergangenen Geschäftsjahres zeigte sich Stephan Ringwald zufrieden mit der Geschäftsentwicklung.

"Mit dem Ergebnis 2020 sind wir zufrieden, auch wenn die ungünstigen Rahmenbedingungen wie Niedrigzinsniveau, eine überbordende Regulatorik und die zunehmende Digitalisierung einen starken Einfluss auf die derzeitige und künftige Ertragsentwicklung haben", führte Vorstandsmitglied Dieter Bordihn aus.

Dank an Mitarbeitende

Er dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und den Umgang mit den besonderen Belastungen während der Covid-19-Pandemie. Hinsichtlich der aktuellen Trends und Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sprach er von einer Veränderung des Kundenverhaltens: "Die Nutzungsquoten für das Online-Banking steigen bei allen Altersgruppen. Die Nutzung von Bargeld für die Bezahlung der täglichen Einkäufe geht deutlich zurück. Dieser Trend - weg vom Bargeld - wird sich auch nach Corona nicht umkehren. Wir werden deshalb die Entscheidungen über Geldautomaten-Standorte laufend überprüfen und Neuinvestitionen hier sehr zurückhaltend bewerten."

"Die wichtigsten Ertragskomponenten sind das Provisionsergebnis und die Zinsspanne. Die Zinsspanne geht aufgrund des Niedrigzinsniveaus seit Jahren zurück. Das Zinsergebnis ist im Jahr 2020 um 0,14 Prozentpunkte auf 1,49 Prozent gesunken. Auch das Provisionsergebnis konnte aufgrund des deutlichen Anstiegs der Bilanzsumme nicht gesteigert werden und ging auf 0,71 Prozent zurück. Bei der Betrachtung der Zins- und Provisionsergebnisse wird deutlich, dass die Erträge noch auf einem guten Niveau, aber weiterhin rückläufig sind. Erfreulich ist es, dass es gelungen ist, die Betriebskosten deutlich auf 1,56 Prozent zu senken. Das Betriebsergebnis ist mit 0,60 Prozent marginal zurückgegangen", so Bordihn.

Die Bilanzsumme stieg um 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,38 Milliarden. Euro. Der Wert lag deutlich über der durchschnittlichen Bilanzsumme der oberfränkischen (722 Millionen Euro) und der bayerischen Genossenschaftsbanken (859 Millionen Euro).

Die Kundengelder wurden um 9,8 Prozent auf 1078,4 Millionen Euro (2019: 982,5 Millionen Euro) gesteigert.

Die Summe aller betreuten Kundengelder und -kredite, Wertpapierdepots und Anlagen in Produkten der Genossenschaftlichen Finanzgruppe belief sich zum Jahresende 2020 auf 2349,3 Millionen Euro und lag mit 131,4 Millionen Euro über dem Vorjahresendwert.

Die Bank konnte laut eigenen Aussagen durch die Vergabe von Krediten an private und gewerbliche Kunden im Berichtsjahr die wirtschaftliche Entwicklung in der Region aktiv unterstützen. Insgesamt 613,2 Millionen Euro Kreditlinien wurden für Kunden mit ausreichender Bonität zur Verfügung gestellt. Die tatsächliche Inanspruchnahme lag zum Jahresende bei 470,8 Millionen Euro und somit 2,5 Prozent über dem Vorjahreswert.

Insgesamt 195 313 Euro hat die Genossenschaftsbank im Jahr 2020 für soziale und kulturelle Projekte sowie Kindergärten, Schulen und Vereine gespendet.

Satzungsgemäß schieden drei Mitglieder des Aufsichtsrates aus, darunter altersbedingt der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Heinlein. Günther Hübner, Harsdorf, und Holger Riegg, Kulmbach, wurden von den Vertretern für weitere drei Jahre in den Aufsichtsrat gewählt. Zusammen mit den weiteren Aufsichtsratsmitgliedern, Timo Ehrhardt, Alexander Meile, Hans-Peter Röhrlein, Frank Wich und Gerhard Wunder, besteht das Gremium damit zukünftig aus sieben Mitgliedern.

Neuer Aufsichtsratsratsvorsitzender ist Holger Riegg, sein Stellvertreter ist Timo Ehrhardt. Sie wurden im Anschluss an die Vertreterversammlung in der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsratsgremiums gewählt.

Ehrungen

Der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Heinlein erhielt für seine 24-jährige ehrenamtliche Tätigkeit im Aufsichtsratsgremium der Bank im Rahmen der Veranstaltung die silberne Ehrennadel mit Ehrenurkunde des Genossenschaftsverbands Bayern e.V. (GVB).

Mit der goldenen Ehrennadel des GVB wurde Josef Geiger ausgezeichnet. Josef Geiger war bereits in der Vertreterversammlung im vergangenen Jahr nach 34 Jahren engagierter und erfolgreicher Gremiumsarbeit satzungsgemäß aus Altersgründen ausgeschieden.

Mit der silbernen Ehrennadel des GVB wurde Hans-Dieter Groppweis ausgezeichnet. Über zwei Jahrzehnte setzte er sich tatkräftig für die VR Bank Oberfranken Mitte eG beziehungsweise deren Vorgängerinstitut ein.

Für Dieter Bordihn und Stephan Ringwald war es die letzte Vertreterversammlung als aktiver Vorstand der VR Bank Oberfranken Mitte eG. Seit November 2001 bzw. November 2002 bilden sie das Vorstandsduo der VR Bank Oberfranken Mitte eG bzw. der ehemaligen Kulmbacher Bank eG. red