Massiver Diskussionsbedarf herrschte gleich beim ersten Tagesordnungspunkt der Gemeinderatsitzung am Mittwochabend in der Adelsdorfer Aischgrundhalle.

Stein des Anstoßens war der Wunsch einer Heppstädterin, am nördlichen Ortsrand von Heppstädt auf 3100 Quadratmetern zwei Häuser zu errichten. Matthias Rühl vom Büro "Stadt Land" in Neustadt erläuterte dem Gremium den Vorgang, welcher in den Erlass einer Einbeziehungssatzung münden sollte. Diese bezieht einzelne Grundstücke in einen baulichen Zusammenhang ein.

Michael Auer (Grüne) sieht eine Ungleichbehandlung, da die Ausarbeitung des Flächennutzungsplans noch nicht abgeschlossen ist. "Warum eine Privilegierung, dass einer die anderen rechts überholt?", fragte er, "alle stellen sich der Reihe nach an. Die anderen, die auch Baurecht haben, möchten auch bauen."

"Die Familie wollte eher bauen und den Flächennutzungsplan nicht abwarten", erwiderte Bürgermeister Karsten Fischkal (FW), "hier steht im Vordergrund, möglichst zeitnah zu bauen. Wenn jemand den Willen hat, zu bauen, dann sollte man ihm die Möglichkeit geben. Warum sollen wir zwei Jahre warten, bis der Flächennutzungsplan fertig ist, bevor jemand bauen darf?" "Das ist auch kein Überholen", fügt Rühl hinzu, "der Flächennutzungsplan schafft kein Baurecht." Zudem seien im alten Flächennutzungsplan bereits 1000 Quadratmeter vorgemerkt.

Norbert Birkner (ABWI) schließt sich Auers Ausführungen an und erklärt, dass doch der Ortssprecher von Heppstädt vor Ort wäre: "Ich finde, der sollte ein Statement abgeben." Auch Jörg Bubel (SPD) hätte gerne die Meinung des Ortssprechers gehört und ergänzt: "Wir machen hier den zweiten Schritt vor dem ersten. Fakten zu schaffen, um der erste zu sein, und die anderen schauen dann in die Röhre. Das kann ja nicht sein." "Wenn wir Leute bevorzugen, dann kommen noch andere", stimmt Uwe Pöschl (CSU) seinen Vorrednern zu. "Ich halte es nicht für richtig, wenn wir das so angehen."

Auf Tim Scheppes (FW) Einwand, dass hier eine junge Familie bauen möchte, erwidert Auer: "Wir haben in allen Ortsteilen junge Familien, die bauen wollen. Ich kann das nicht nachvollziehen, wenn man das so machen will! Ich lehne das ab! Das hat für mich was Anrüchiges!" "Wir reden von 3000 Quadratmetern", erklärt Norbert Lamm (SPD), "ich finde die Größenordnung heftig." "Es gibt konkret zwei Bauwünsche", sagt Rühl, "da kommt man mit 1000 Quadratmetern nicht hin." Als nächstes meldet sich Alexander Schickert, der Heppstädter Ortssprecher, zu Wort und erklärte, dass er alt genug sei, selbst etwas zu sagen und nicht erst von anderen dazu aufgefordert werden müsse. "Man kann froh sein, wenn wir junge Bürger in Heppstädt haben, die sich dort ansiedeln möchten." Nach 45-minütiger Diskussion schlug Fischkal als Kompromiss vor, das zweite Grundstück auf die Größe des ersten von 1000 Quadratmetern zu reduzieren. Dieser Vorschlag wurde mit 11:9 Stimmen angenommen.

Ratzfatz ging es dann bei der Abstimmung bezüglich der Aufstellung des Bebauungsplans "Photovoltaikanlage Neuhaus Süd". Das Gremium stimmte einem städtebaulichen Vertrag zwischen der Südwerk Projektgesellschaft mbH Burgkunstadt und der Gemeinde Adelsdorf mit drei Gegenstimmen in Nullkommanix zu.