Als Reaktion auf den tödlichen Unfall eines Achtjährigen im August letzten Jahres in Michelau hatte Dritter Bürgermeister Jürgen Spitzenberger (SPD) einen Antrag auf Geschwindigkeitsbeschränkung in der Neuenseer Straße gestellt. Und zwar von der Freiherr-vom-Stein-Straße bis einschließlich Kindergarten Sophienheim. Da es sich um eine Kreisstraße handelt, benötigt der Landkreis jetzt einen entsprechenden Beschluss durch den Gemeinderat.

Bürgermeister Helmut Fischer (CSU) sah eine Geschwindigkeitsbeschränkung aufgrund der Verkehrsführung als problematisch an, da wegen der unübersichtlichen Kurven ein schnelles Fahren ohnehin nicht möglich sei. Spitzenberger zeigte sich verärgert, "weil nichts mehr weitergeht". Er sei zwar kein Fachmann, habe aber doch verschiedene Vorschläge zur Entschärfung der Situation gemacht. Auch die CSU-Fraktion stimmte dem Antrag zu, wie ihre Fraktionsvorsitzende Judith May erklärte. Das Endziel müsse aber eine Umgehungsstraße sein. "Darauf müssen wir weiter hinarbeiten".

Mehr Wahlhelfer gewünscht

Keine Einwände hatte der Gemeinderat bezüglich der Einleitung von Niederschlagswasser aus dem allgemeinen Wohngebiet "Sandersgarten" in Marktzeuln in den Brunnenbach.

Ein Lob gab es für die Gemeinde, weil sie bayernweit als vierte die Ergebnisse der Europawahl weitergeleitet hatte. Allerdings kritisierte Bürgermeister Fischer die Absage von vielen Wahlhelfern, darunter auch Mitarbeitern im öffentlichen Dienst, mit seiner Meinung nach oft fadenscheinigen Gründen.

Sabine Wich (Junge Soziale Bürger) sprach die schwierige Situation für Fahrradfahrer in der Michelauer Straße in Schwürbitz an. Dort behinderten parkende Autos den Fahrradverkehr. Ob man nicht einen Fahrradweg entlang des Mains bauen könnte, fragte Wich. Im Zuge der Deichnachrüstung sei nichts dergleichen geplant, antwortete Fischer.

Der Rudufersee zählt zu den schönsten Badeseen im Landkreis Lichtenfels. Leider stören die Hinterlassenschaften von Enten einen ungetrübten Aufenthalt am Aushängeschild der Gemeinde. Simone Naumann (SPD) fragte nach, ob die Gemeindegärtner nicht öfters die Liegewiese reinigen könnten. Jetzt will man überlegen, ob dafür im nächsten Jahr nicht ein eigener Mitarbeiter eingestellt werden müsste.

Kein Verständnis hatte Hubert Robisch (SPD) für eine Absage der Gemeinde. Es ging um die Anfrage, den Kindergottesdienst zum Jubiläum der Johanniskirche am 7. Juli bei schlechtem Wetter im Ratskeller stattfinden zu lassen. Bürgermeister Helmut Fischer wies auf die schadhafte "Lamperie" (Verkleidung) hin, die erst noch saniert werden soll.

Auftragsvergaben

Bezüglich der Sanierung der Johann-Puppert-Schule hatte der Gemeinderat in der letzten nichtöffentlichen Sitzung die Erschließungsmaßnahmen (Kanal-, Wasser- und sonstige Versorgungsleitungen) an die Firma Burkhard Kugler in Lichtenfels für 191 300 Euro vergeben. Des Weiteren beauftragte der Gemeinderat die Firma Kleusberg, München, mit der Aufstellung der Container, die ab dem nächsten Schuljahr den Unterricht während der Sanierungsphase sicherstellen sollen. Die Kosten liegen bei 2 139 200 Euro.