Zu einer Fachtagung für Schweinemäster hatte der Fleischerzeugerring Oberfranken unter Mitwirkung des Fachzentrums für Schweinezucht und - haltung seine Mitglieder in die "Frankenfarm" eingeladen. Wie der Fachliche Leiter des Fleischerzeugerrings, Rüdiger Wintersberger, erläuterte, konnte sich der Deckungsbeitrag in der Schweinemast im Bereich um die 25 Euro pro Tier halten. Insgesamt stabile wirtschaftliche Verhältnisse in der Veredelung täuschten aber darüber hinweg, dass die Nebenkosten steigen und die Rahmenbedingungen "sich leider nicht verbessern". Laut Wintersberger hat sich die Zahl der oberfränkischen Rindermastplätze von 4816 im Jahr 2008 auf nunmehr 10 137 Plätzen im letzten Jahr erhöht. Damit stieg auch die Zahl der Rindermastplätze pro Betrieb im gleichen Zeitraum von 98 auf 149. Dagegen sei die Zahl der Ferkelerzeugerbetriebe in Oberfranken von ursprünglich 231 im Jahr 2008 auf 89 im Jahr 2018 zurückgegangen. Und von diesen Betrieben wurden im vergangenen Jahr 238 872 Ferkel aufgezogen. In Bayern waren es 1076 Betriebe (Vorjahr 1147) mit 3 170 857 Schweinen (Vorjahr 3 278 838). Pro Betrieb liegen die Schweinemastplätze bei derzeit 713. Vor zehn Jahren waren es nur 431.

Den Rückgang bei den Ferkelerzeugerbetrieben begründete Wintersperger mit der ungewissen Zukunft. "Die Rahmenbedingungen sind derzeit unklar und unklare Rahmenbedingungen - insbesondere bei uns in der Bundesrepublik - verunsichern natürlich und halten auch von Investitionen ab." Zum Beispiel wolle Deutschland bei der Kastration der Eberferkel eine Vorreiterrolle einnehmen. Auf die Frage, ob dies sein müsse, sagte Wintersperger: "Das ist politisch gewollt!"

Importe im großen Stil

Die sinkende Zahl der Schweinemäster bedauerte der oberfränkische BBV-Präsident Hermann Greif. "Das ist ein Problem, weil die Versorgung mit Schweinefleisch auch bei uns in der Region gewährleistet bleiben soll." Zum anderen würden die Betriebe immer größer und die Anforderungen der Gesellschaft an die Schweinehalter höher. Junge Landwirte bräuchten sehr viel Enthusiasmus und Liebe zu dieser Art von Landwirtschaft, weil die Auflagen und die Rahmenbedingungen immer schwieriger würden. Greif dazu: "Das zeigt die Anzahl der wirklich von Jahr zu Jahr sinkenden Tierhalter bei uns, aber das Fleisch wird ja trotzdem gegessen." In den 80er Jahren habe es bei Schweinefleisch eine regionale Versorgung von 80 bis 100 Prozent gegeben; heute werde das Fleisch, das bei uns gegessen wird, im großen Stil importiert.