Daniela POndelicek

Das Freibad kann und soll heuer für Besucher öffnen - darüber ist sich der Gemeinderat in der vergangenen Sitzung einig gewesen. Bei der Frage, wie viel der Eintritt kosten soll, waren die Ratsmitglieder allerdings gespaltener Meinung.Als im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass das Freibad aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen bleiben muss, war die Enttäuschung bei vielen Sonnefeldern groß. Umso erfreulicher ist es, dass das Freibad heuer mit Hygienekonzept öffnen darf. Die konkrete Umsetzung war Gegenstand der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Insbesondere bei der Frage, ob die Eintrittspreise erhöht werden müssen, gab es Diskussionsbedarf.

Ausschließlich Online-Buchung

Fest steht, dass nur eine begrenzte Anzahl von Schwimmern ins Freibad gelassen werden darf. Außerdem müssen die Kontaktdaten von jedem Besucher erhoben werden. Für Bernd Steckmann, Betriebsleiter des Sonnefelder Freibades, kommt deshalb nur eine digitale Eintrittslösung infrage: "Sonst würden die Leute an schönen Tagen vermutlich schon um neun Uhr Schlange stehen, um noch ein Ticket zu ergattern - und unser Kassenpersonal hätte mit der Kontaktnachverfolgung alle Hände voll zu tun", erklärte er.

Zusammen mit dem IT-Beauftragten Louis Kappenberger hat er ein Konzept erarbeitet, das sowohl den Besuchern als auch dem Personal den Einlass erleichtern soll. Die Eintrittskarten sollen demnach ausschließlich online gebucht werden können. Bei der Buchung geben die Badegäste ihre persönlichen Daten gleich mit an - das würde Warteschlangen am Einlass verhindern und bei einem Corona-Fall könnten die Daten zur Nachverfolgung unkompliziert ans Gesundheitsamt übermittelt werden.

Trotzdem traf das Konzept im Gemeinderat auf Skepsis: Wie kommen Senioren ins Freibad, die weder Smartphone noch Computer besitzen? Möglich wäre, dass in diesem Fall die Tickets auch telefonisch bei der Gemeinde gebucht und schließlich beim Freibad hinterlegt werden können. "Da müssten die Senioren allerdings Verständnis dafür haben, dass sie zur Bezahlung der Tickets via Lastschrift am Telefon ihre Kontodaten angeben müssen", erkläre Louis Kappenberger.

Steigen die Ticketpreise?

Verständnis müssen die Badegäste dafür haben, dass sie nicht mehr den ganzen Tag im Freibad bleiben können. Das sei vor allen Dingen der Fairness geschuldet, wie Steckmann erklärte: "In einer normalen Saison kommen an wirklich heißen Tagen schon einmal 1500 Leute ins Freibad - nun sind maximal 240 Badegäste gleichzeitig erlaubt." Damit insgesamt mehr Besucher die Möglichkeit haben, sich im Freibad abzukühlen, sei ein Schichtsystem sinnvoll. Die ersten Gäste dürfen demnach von zehn bis 14 Uhr ins Freibad, am Nachmittag bekommen 240 weitere Besucher von 14 bis 18 Uhr die Chance auf Badespaß. Zwischen den beiden Intervallen wird das Bad gründlich gereinigt.

Das Öffnungskonzept und die Online-Ticketbuchung wurden vom Gemeinderat nahezu einstimmig abgesegnet. Anders sah das bei der Frage aus, ob die Eintrittspreise für das Freibad in dieser Saison erhöht werden sollen - schließlich verlangt der Drittanbieter, der die Buchung der Tickets durchführt, eine Bearbeitungsgebühr von etwa 50 Cent pro Eintrittskarte.

Hier gingen die Meinungen weit auseinander: Ein Teil des Gremiums hätte es nach der Enttäuschung im vergangenen Jahr als eine nette Geste empfunden, die Buchungsgebühren nicht auf den Eintrittspreis zu schlagen. Immerhin dürfen die Badegäste auch nicht mehr den vollen Tag im Freibad verbringen. Im Umkehrschluss müsste die Gemeinde allerdings die Buchungsgebühren tragen, wenn sich der Eintrittspreis nicht erhöht - und damit würden auch die Bürger die Gebühren mit ihren Steuern zahlen, die gar nicht ins Freibad gehen.

Deshalb entschied sich der Gemeinderat mit neun zu fünf Stimmen für eine vorübergehende Erhöhung der Eintrittspreise. Erwachsene zahlen somit in der kommenden Saison vier Euro Eintritt, mit Ermäßigung beträgt der Eintrittspreis 2,70 Euro. Kinder unter sechs Jahren dürfen weiterhin kostenlos ins Freibad. Der Start in die Freibadsaison ist für den 26. Juni vorgesehen.