Auf der Suche nach freiem Wohnraum in Herzogenaurach ist die Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt. Auch Menschen mit Behinderung hätten schließlich das Recht, ihr Leben so weit wie möglich selbst zu gestalten. Wer es kann und es sich zutraut, sollte nach eigenen Wünschen eigenständig wohnen können - allein oder gemeinsam mit anderen Menschen.
Genau hier setzen die Arbeitsgruppe Wohnen der Lebenshilfe und die Stadt Herzogenaurach an. So soll in einem gemeinsamen Projekt die Selbstständigkeit der vom Verein betreuten Menschen gefördert werden.
Die Lebenshilfe setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung bedarfsgerechte Wohnformen angeboten werden. Dabei gelte: Wahlfreiheit braucht Alternativen.


Heute Abschlusstreffen

Bei einem Pressegespräch stellten Bürgermeister German Hacker, Josef Hennemann, geschäftsführender Vorsitzender der Lebenshilfe, und Annika Lang, Beauftragte des Modellprojekts Inklusion, das Vorhaben vor.
Heute findet das Abschlusstreffen der Arbeitsgruppe Wohnen statt, bei dem die Ergebnisse vorgestellt werden, wie die Wohnsituation von Menschen mit Beeinträchtigung und benachteiligten Personen in Herzogenaurach tatsächlich verbessert werden kann.
Annika Lang erläuterte, dass man vor zwei Jahren das Projekt Inklusion gestartet habe, um das barrierefreie Wohnen in Herzogenaurach zu verbessern. Nach Aussagen des Zensus vor sechs Jahren stehen in Herzogenaurach rund vier Prozent aller Wohnungen leer.
Der Arbeitskreis suchte nach den Gründen, warum die Leerstände nicht genutzt werden. Josef Hennemann vermutete, dass die Vermieter möglicherweise Ängste haben. Diese seien aber völlig unbegründet, denn als Mieter trete die Lebenshilfe auf, und sie sei auch Ansprechpartner bei allen Fragen. "In Herzogenaurach ist der Wohnungsdruck besonders hoch", erklärte dazu Bürgermeister Hacker. Schließlich seien in den vergangenen Jahren rund 6000 neue Arbeitsplätze entstanden, und auch aus den Reihen der täglichen Einpendler kämen immer wieder Nachfragen nach Wohnraum. Vom Engpass an Wohnraum seien natürlich ältere Menschen und Personen mit Einschränkungen besonders betroffen, so Hacker.
Sowohl German Hacker als auch Josef Hennemann waren überzeugt davon, dass sich freier Wohnraum aktivieren ließe. Dies würden die Lebenshilfe und die Stadt Herzogenaurach unterstützen, zumal in vielen Fällen der eine oder andere Umbau notwendig wäre.


Koordinierungsstelle geplant

Josef Hennemann verwies aber auch darauf, dass die Lebenshilfe keinesfalls eine Firma für Wohnungsvermittlung sei, sondern nur behilflich sein wolle. Denn beim ambulanten Wohnen würden die Menschen vom Verein betreut und geleitet. Nach seinen Worten soll in nächster Zeit zusammen mit der Lebenshilfe eine Koordinierungsstelle geschaffen und ein Wohnberater benannt werden.
Am kommenden Montag, 27. März, gibt es im Generationen-Zentrum an der Erlanger Straße eine Informationsveranstaltung für Vermieter und Hausbesitzer. Dabei sein werden auch die Allgemeine Soziale Beratung und der ambulante Pflegedienst der Caritas sowie ein ehrenamtlicher Wohnberater des Landkreises.