Langsam wird es ernst für den FSV Erlangen-Bruck. Am morgigen Sonntag steht das Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern München an. Der deutsche Rekordmeister hat inzwischen bekanntgegeben, gegeben, welche Stars im "Adi-Dassler-Stadion" in Herzogenaurach auflaufen werden. Zwei Weltmeister seien dabei und mit Franck Ribéry auch ein Münchner Publikumsliebling.
Während die Uni-Stadt und vor allem die Akteure des Bayernliga-Aufsteigers dem ungleichen Duell entgegenfieberten, hatte Reinhardt Heydenreich alle Hände voll zu tun. "Ununterbrochen klingelte das Telefon", sagt der FSV-Vorsitzende schmunzelnd. Er kümmert sich um die Organisation der wahrscheinlich größten Veranstaltung der Vereinsgeschichte. Mittlerweile seien aber die letzten Details geklärt, die sich - vor allem in Zeiten wie diesen - um die Sicherheit handeln.
"Wir hatten eine Ortsbegehung im Stadion mit der Polizei und dem Sicherheitsdienst", erzählt Heydenreich. Mit einer Polizeieskorte wird der Mannschaftsbus des FC Bayern an der Autobahnausfahrt abgeholt und nach dem Spiel wieder dorthin gebracht. Kurz nach 15 Uhr wollen die Stars und ihre Entourage am Sonntag in Herzogenaurach eintreffen, Anstoß ist um 17 Uhr.


Umzug in richtiges Stadion

Die Sicherheit der Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti ist auch der Grund dafür, dass das Spiel nicht in Erlangen ausgetragen wird, sondern in ein richtiges Stadion verlegt werden musste. Testspiele wie einst das des FSV Erlangen-Bruck gegen den 1. FC Nürnberg im altehrwürdigen Siemens-Stadion, bei dem die vielen Fans nur durch ein Absperrband von den Spielern am Feld getrennt wurden, sind heutzutage undenkbar. "Wir müssen an die Sicherheit denken, nicht erst seit dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund", sagt Heydenreich. Der Bayern-Bus benötige zum Beispiel eine frei zugängliche Zufahrt ohne Fans.
Fündig wurde der FSV in Herzogenaurach beim Sportartikelhersteller Adidas, der über ein eigenes Stadion verfügt, in dem schon die ein oder andere Nationalmannschaft trainierte. Abgeschirmt von der Öffentlichkeit liegt es mitten auf dem Firmengelände. Nachgedacht hatte Bruck auch über ein Gastspiel bei Greuther Fürth, aber die hohen Kosten von rund 60 000 Euro machten diesen Plan ebenso zunichte wie eine Tribünenkonstruktion am eigenen Gelände, die mit knapp 35 000 Euro zu Buche geschlagen hätte. Dennoch sind die Kosten, die auf den FSV zukommen, nicht zu vernachlässigen. Zwar spielt der FCB ohne Gage, aber alleine der Sicherheitsdienst verschlingt rund 40 000 Euro.
Vor dem Auftritt in Mittelfranken traten die Bayern in Wolfratshausen an (4:1). Wer die Reise von dort in den Norden antritt, weiß Heydenreich: "Javi Martinez, Kingsley Coman, Thomas Müller, Mats Hummels, Tom Starke, Sven Ulreich, Juan Bernat und Franck Ribery sollen auf alle Fälle spielen." Der Vorsitzende freut sich über die Stars, hatte aber auf noch mehr bekannte Gesichter gehofft. Allerdings treten unter anderem David Alaba und Robert Lewandowski sowie die beim Confed-Cup eingesetzten Profis erst einen Tag später ihren Dienst beim Rekordmeister an.


Heydenreich hofft auf Ehrentreffer

Und was hat der Gastgeber zu bieten? "Ich hoffe natürlich auf einen Treffer von uns", sagt Heydenreich und sieht sich und seine Spieler gut vorbereitet auf den Höhepunkt eine Woche vor der Saison, die ebenfalls hochkarätig mit dem Derby gegen den SC Eltersdorf beginnt. Den Anstoß führt morgen übrigens Innenminister Joachim Herrmann aus, der das Spiel anlässlich des 100-jährigen Bestehens des FSV 2016 eingefädelt hatte.
Für die etwa 4000 Zuschauer hat sich der Rekordmeister etwas einfallen lassen: 250 Schals (Kosten: 15 Euro) mit den Wappen beider Vereine wurden hergestellt und können vor Ort erworben werden, dazu gibt es 30 Bälle mit dem morgigen Datum und der Paarung sowie ein Fan-T-Shirt. Parkplätze sind in Herzogenaurach reichlich vorhanden, im Stadion gibt es freie Platzwahl auf der Natursteintribühne oder auf den Sitzplätzen.