Immer mehr Menschen wollen wissen, was in ihren Lebensmitteln steckt, wo sie herkommen und wer sie herstellt. Was liegt da näher, als die Erzeuger während des Einkaufs einfach persönlich danach zu fragen? Die Marktschwärmer-Idee macht's möglich, heißt es in einer Pressemitteilung.

In der Kulturscheune Baiersdorf ist der erste Marktschwärmer-Wochenmarkt im Landkreis Erlangen-Höchstadt entstanden. Er findet ab sofort immer montags von 18 bis 19.30 Uhr statt. Die Schwärmerei Baiersdorf wurde von Mathias Starick gegründet. "Ich wollte Baiersdorf wieder einen Wochenmarkt bieten und dabei die Welt des klassischen Wochenmarktes mit der Welt der Online-Bestellung kombinieren", sagt der 36-jährige Baiersdorfer über seine Beweggründe, Gastgeber einer Schwärmerei zu werden. Er organisiert den wöchentlichen Markt und will so dafür sorgen, gute Lebensmittel aus der Region direkt in die Nachbarschaft zu bringen - und die Bauern gleich mit.

Marktschwärmer schafft eine direkte Verbindung zwischen den Erzeugern und Verbrauchern einer Region: Die Kunden bestellen bequem im Onlineshop ihrer Schwärmerei auf www.marktschwärmer.de. Einmal in der Woche kommen Kunden und Erzeuger für eineinhalb Stunden in der Schwärmerei vor Ort zusammen, um die Bestellungen persönlich zu übergeben.

Die Lebensmittel stammen ausschließlich von bäuerlichen Erzeugern, Lebensmittel-Handwerkern und kleineren Manufakturen aus der Region. Im Durchschnitt liegen zwischen Herstellungsort und Schwärmerei nicht mehr als 24 Kilometer Transportweg. Zum Sortiment gehören Obst und Gemüse, Fleisch und Wurstwaren, Kaffee, Käse und Molkereiprodukte sowie Feinkostwaren.

Erzeuger bestimmt die Preise

In der Schwärmerei handeln Erzeuger und Verbraucher direkt miteinander: Der Kunde bezahlt seinen Warenkorb direkt nach der Bestellung online. Der Erzeuger gibt von seinem Nettoumsatz 8,35 Prozent an den Gastgeber für die Organisation der Schwärmerei und zehn Prozent an Marktschwärmer für die Bereitstellung der Plattform ab. Der Großteil der Einnahmen bleibt mit 81,65 Prozent beim Erzeuger.

Marktschwärmer erleichtert gerade kleineren Erzeugerbetrieben den Zugang zu Kunden, die Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit in ihrem Einkaufskorb legen, heißt es in der Pressemitteilung weiter: Die Erzeuger bestimmen die Preise für ihre Produkte selbst - weil sie selbst am besten wissen, was ein fairer Preis für ihre Arbeit ist. Dank der Vorbestellung über den Onlineshop kann der Erzeuger exakt planen und vermeidet unnötige Kühl-, Transportkosten und die Verschwendung verderblicher Ware.

Die Idee der Online-Direktvermarktung kommt aus Frankreich, wo seit 2011 unter dem Namen "La Ruche Qui Dit Oui" (Der Bienenkorb, der Ja sagt) bereits über 800 Schwärmereien entstanden sind. In Deutschland startete das Netzwerk im Herbst 2014. Derzeit sind schon mehr als 93 lokale Märkte in elf Bundesländern geöffnet, weitere 87 Schwärmereien befinden sich im Aufbau. red