Einen zeitgemäßen Versammlungsort mit einer Rollsportanlage wünschen sich die Fraktionen Freie Wähler und Freie Wähler-Bürgerverein Weitramsdorf für die Kinder und Jugendlichen der Gemeinde. Ein "Mix aus Rückzugsort, Treffpunkt und selbstbestimmter sportlicher Aktivität" sei ideal geeignet, um "der Zukunft unserer Kinder und ihren Wünschen gerecht" zu werden, heißt es in dem gemeinsamen Antrag. Dieser Ort könnte dem Nachwuchs nach der coronabedingten Isolation wieder soziale Kontakte ermöglichen. Am Montag beriet der Gemeinderat auf seiner Sitzung in der Weidacher Rudolf-Reißenweber-Schule darüber.

"Es ist Zeit, dass wir den Kindern und Jugendlichen der Gemeinde etwas zurückgeben", schreibt Uwe Knorr stellvertretend für die Antragsteller. Der Bedarf an etwas "Eigenem" sei in den Altersgruppen groß, die zu alt für den Kinderspielplatz seien. Als Anlage sei ein Skatepark (wie in Großheirath oder Bad Rodach), ein Pumptrack oder eine Dirt Jump Line (wie in Litzendorf oder Diespeck) denkbar. Entsprechende Fotos hatte Knorr dem Antrag hinzugefügt.

Grundsätzlich sahen die Gemeinderatskollegen durchaus die Notwendigkeit, mehr für die jungen Gemeindebürger zu tun. Uneins waren sie sich über das Wie und Wo einer solchen Anlage. "Ich kann mir schon vorstellen, wo wir so etwas hinmachen könnten", sagte Bürgermeister Andreas Carl (DGN). Eventuell käme auch die Ortsmitte infrage. Ulrich Kräußlich (FW) brachte den Greinberg ins Spiel. Damit der Antrag nicht ebenso ins Leere laufe wie im Sommer 2019 Dominic Jucks (SPD) Antrag auf eine Mountainbike-Piste im Gemeindewald, der an Haftungsfragen gescheitert war, gilt es Carl zufolge vorher die Rahmenbedingungen zu klären. Kämmerer Christian Reuß bedauerte, dass die Pläne nicht schon zur Haushaltsberatung vorlagen. Genannt wurde Kosten um 70 000 Euro für einen Skatepark. Eine Dirt Jump Line läge laut Knoll deutlich darunter, da für sie nur Erdarbeiten nötig seien.

Schließlich kamen die Räte überein, erst mal die Bedürfnisse der Zielgruppe zu klären. Um den Bedarf festzustellen, sollen auch Jugendpfleger Florian Herrmann, die Jugendbeauftragten des Gemeinderats (Melanie Eberlein und Max Kräußlich) sowie die Vereine und Kirchengemeinden einbezogen werden. Statt des einengenden Begriffs Rollsportanlage soll allgemein von einer Freizeitanlage die Rede sein. Henning Kupfer (CSU) regte an, gleichzeitig auch an die Senioren zu denken: "Auch da fehlen Sportmöglichkeiten." Um ein Zeichen zu setzen, wie es sich Max Kräußlich (FW) wünschte, nahm der Gemeinderat einstimmig den Bedarf für "einen neuen, zeitgemäßen Treffpunkt inklusive Freizeitanlage" zur Kenntnis. Bürgermeister und Verwaltung wurden beauftragt, geeignete Standorte zu prüfen und dem Gremium zur Beratung vorzulegen.

Wann es endlich mit dem Anbau an die "Villa Kunterbunt" losgehen kann, darüber informierte Silke Görbert-Schultheiß von der technischen Bauverwaltung. Nach Problemen mit der Baugenehmigung hofft sie, dass die Erdarbeiten "noch heuer zu bewerkstelligen sind". Um die umfangreichen Fördergelder in Anspruch nehmen zu können, müssten die Bauarbeiten unbedingt noch 2021 beginnen.