Wer ein Wirtshaus kauft, um es zu renovieren, eine Brauanlage einzubauen und sich ein besonderes Konzept für die Küche ausdenkt, der hat nur ein Ziel: Endlich an der Schankanlage stehen, das selbst gebraute Bier an die Gäste in einer vollen Gaststube auszuschenken und zu erleben, dass die Küche kaum hinterherkommt mit den Bestellungen. So ging es Thomas Sommer. Er musste lange warten.

Pötzlich Personal gesucht

"Mein Pech war, dass ich vor Corona noch nicht offen hatte", sagt er. Deswegen war es nichts mit Corona-Hilfen. Die Wartezeit hat er genutzt. Jetzt hat er auch im Außenbereich seines Wirtshauses mit dem ungewöhnlichen Namen "Wamperling" einen Ausschank. Da steht auch der selbst gebaute Smoker. Was da noch nicht steht, das sind Gäste an der Theke. Doch das soll sich jetzt auch ändern. Ende Juli macht er auf, der "Wamperling".

Direkt auf der Region

Als endlich das Signal kam, die Gastronomie dürfe wieder öffnen, begann nicht nur im "Wamperling" eine hektische Zeit. "Überall wurde plötzlich Personal gesucht", sagt Thomas Sommer. Außerdem mussten Abmachungen mit den Lieferanten getroffen werden. "Ich bestell' ja nicht einfach was, das dann ein Kühl-Lkw anliefert", sagt er. Sein Konzept ist radikal regional. "Das allermeiste ist direkt aus der Region, mindestens aber aus Oberfranken und nur ganz wenige Sachen, die ich hier nicht bekomme, kommen etwas weiter her - aber alle aus Bayern."

Voll Wild

Vor allem beim Fleisch ist er eigen, der Wirt vom "Wamperling". Es gibt nur Wild. Keine Stallhaltung, keine Transporte, das sind Argumente. Das Fleisch kommt nicht aus dem Ausland. Es kommt von den heimischen Jägern. Das Konzept kostet viel Zeit - weil viel Arbeit drinsteckt, die Tiere zu verarbeiten. Übrigens nicht zu den klassischen Bräten mit Klößen. Burger soll es geben, Bratwürste und ein paar andere Varianten für Wildbret, die vielen noch nicht so geläufig sind. Sandwiches nach südamerikanischem Vorbild etwa, aber mit Wildfleisch aus der Region.

Und wenn es etwas in der Region nicht gibt? "Dann gibt es das halt nicht. Da bleib ich mir treu", sagt Thomas Sommer. Und irgendwas gibt es ja immer - Käse zum Beispiel. Da hat er schon entdeckt, dass es an Vielfalt und Qualität nicht mangelt.

Lieber keine Werbung

Und dann musste ja auch noch Bier her. Das ist jetzt gebraut. Wamperling Bayrisch Hell gibt es bisher nur vom Fass. Wenn die Gäste fleißig kommen, dann reicht es bestimmt bald für eine Abfüll-Anlage und es kann auch Flaschenbier verkauft werden. Eine zweite Sorte ist schon in Vorbereitung. Das Bayrisch Hell ist eher ein fränkisches Bier, fruchtiger und voller im Geschmack als die üblichen Biere von südlich der Donau.

Ein genaues Datum für die Eröffnung nennt Thomas Sommer noch nicht. "Ich mach' auch keine Werbung. Es werden so auch schon mehr als genug kommen", ist er sicher. Im Dorf - wo sich der "Zugereiste" schon gut aufgenommen fühlt - fragen sie schon dauernd.

Die Gäste werden es merken

Da er zudem an der Durchgangsstraße liegt mit seinem "Wamperling", werden es auch schnell noch eine Menge anderer potenzieller Gäste merken, die schon darauf warten, dass das neue Wirtshaus mit dem ungewöhnlichen Konzept endlich aufmacht.

Über die Folgen der Maßnahmen gegen Corona zu jammern ist Thomas Sommers Sache nicht. Es kam, wie es kam.

Und jetzt, wo alle Nachholbedarf haben, aber die meisten Feste abgesagt sind, da werden schon die Gäste kommen. Wirtshauskultur ist es einerseits, die ihm am Herzen liegt. Andererseits ist sein Angebot durchaus auf eine jüngere Gästegeneration ausgerichtet - etwa mit einem Angebot an Cocktails der radikalen Regionalität und den pfiffigen Ideen in der Küche, die er verspricht.