Die Corona-Pandemie hat der deutschen Wirtschaft den schwersten Einbruch seit 70 Jahren gebracht. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft erwartet für das laufende Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts von knapp 6,25 Prozent. Ohne einen erneuten Corona-Lockdown könnte die deutsche Wirtschaft im nächsten Jahr um knapp 4,5 Prozent wachsen, berichtete das Kölner Institut am Montag. "Glücklicherweise hat die Wirtschaft im Sommer dank niedriger Corona-Fallzahlen wieder aufholen können", sagte IW-Direktor Michael Hüther. Wenn sich diese Entwicklung fortsetze, "werden wir zum Jahreswechsel 2021/2022 das Vorkrisenniveau wieder erreicht haben".

Mit seiner Prognose liegt das IW im Bereich der Erwartungen anderer Institute. So rechnet das Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin in diesem Jahr mit einem schrumpfen der Wirtschaft um 6,0 Prozent. Im nächsten Jahr sei ein Plus von 4,1 Prozent möglich. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte seine Prognose für dieses Jahr von einen Minus von 6,3 Prozent auf minus 5,8 Prozent geändert. Das aber wäre immer noch der bisher schwerste Einbruch in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Für 2021 erwartet er ein Wachstum von 4,4 Prozent. dpa