Der Aufschwung der Unternehmen in Mittelfranken setzt sich fort, berichtet die IHK über die aktuelle konjunkturelle Lage. Fachkräfte sind gesucht wie nie. Firmen melden weiterhin eine hohe Auftragslage.
Die mittelfränkische Wirtschaft befindet sich weiterhin im Höhenflug, allerdings verliert das Wachstum im Herbst an Dynamik. Das geht aus einer Pressemitteilung der Industrie-und Handelskammer Nürnberg hervor.
Nach dem Rekordhoch zu Jahresbeginn und der leichten Eintrübung im Frühjahr erreicht der mittelfränkische IHK-Konjunkturklimaindex mit 129,9 Punkten wieder annähernd das Frühjahrsniveau, heißt es in der Mitteilung aus dem Geschäftsbereich Standortpolitik und Unternehmensförderung. Die Geschäftslage erreicht fast wieder den Höchststand vom Jahresbeginn. Zugleich ist aber der große Optimismus bei den Geschäftserwartungen einer realistischeren, gesunden Zuversicht gewichen.
Die mittelfränkischen Unternehmen melden demnach mehrheitlich eine hervorragende Auftragslage und eine sehr hohe Kapazitätsauslastung, berichtet die IHK. Nun richtet sich ihr Augenmerk zunehmend auf die Begleiterscheinungen eines langjährigen Aufschwungs, die eine Fortsetzung mit unvermindertem Schwung gefährden können. Steigende Vorleistungspreise und Arbeitskosten, vor allem aber die zunehmend belastenden Engpässe auf der Suche nach Fachpersonal werden als Risiken für eine weiter dynamisch wachsende Inlandsnachfrage gesehen.
"Mit Blick auf die Standortqualität fordern wir deshalb von der Wirtschaftspolitik vermehrte Anstrengungen bei der Fachkräftesicherung, außerdem eine verbesserte digitale Infrastruktur und einen Abbau bürokratischer Lasten", stellt IHK-Präsident Dirk von Vopelius fest.
Nahe am Rekordergebnis
Zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2008 befindet sich die mittelfränkische Wirtschaft in einem lang anhaltenden Aufschwung. Die befragten Unternehmen zeigen sich mit ihrer aktuellen Geschäftslage überwiegend hoch zufrieden: Derzeit bezeichnen 58 Prozent der Betriebe die Geschäftslage als gut, über 35 Prozent sind zufrieden. "Die fast kontinuierlich gestiegene Zufriedenheit spiegelt die alljährlichen Auftragszuwächse und die höhere Kapazitätsauslastung wider", schreibt Udo Raab in der IHK-Pressemitteilung.
Man gehe von einer anhaltenden Dynamik aus, da die Nachfrage sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland weiterhin rege ist. Die Mehrheit der Befragten rechnet mit einer unverändert guten Geschäftslage. 22 Prozent der mittelfränkischen Betriebe erwarten sogar weiter verbesserte Geschäfte in den kommenden Monaten, während elf Prozent mit einer Eintrübung rechnen.
In den erreichten konjunkturellen Höhen wird nun aber die Luft dünner: Die Unternehmen äußern Sorgen wegen erster Überhitzungserscheinungen (zum Beispiel steigende Preise und Arbeitskosten, Engpässe bei Lieferungen) und wegen der zunehmend schwierigen Suche nach Fachkräften. Dies trägt zu der im Herbst üblicherweise nachlassenden Dynamik bei.