Der Marktgemeinderat hat am Dienstagabend einstimmig einen Gesamthaushalt mit knapp 5,7 Millionen Euro verabschiedet. Auf den Verwaltungshaushalt entfallen knapp 3,76 Millionen Euro, der Vermögensetat schießt mit 1,94 Millionen Euro ab. Nach dem derzeitigen Planungsstand ist eine Zuführung an den Vermögenshaushalt von 190 800 Euro möglich.

Die wichtigste und zugleich erfreulichste Nachricht: Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen. Der Schuldenstand der Marktgemeinde wird stattdessen zum Jahresende auf 803 280 Euro sinken. Kämmerin Andrea Müller: "Wir liegen damit seit vielen Jahren erstmals unter dem Landesdurchschnitt, die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 439 Euro."

Mit insgesamt 1,04 Millionen Euro, so Müller, stelle die Beteiligung an der Einkommensteuer den größten Einnahmeposten dar. Die Schlüsselzuweisung steige auf 595 700 Euro, die Umsatzsteuer dagegen sinke auf 88 250 Euro. Die Gewerbesteuer könne wieder mit 480 000 Euro in Ansatz gebracht werden.

Auf der Ausgabenseite schlage die Kreisumlage mit 839 250 Euro zu Buche. Die weiteren Einnahmen und Ausgaben des Verwaltungshaushalts bezeichnete Andrea Müller als größtenteils konstant. Hauptpositionen sind die Personalkosten (rund 810 000 Euro), die Ausgaben für Schule und Schüler (216 390 Euro) und der laufende Betrieb der Kindertagesstätte (318 000 Euro). Weitere Schwerpunkte bilden die kostenrechnenden Einrichtungen mit der Abwasserbeseitigung und der Wasserversorgung mit Ausgaben von 281 300 Euro beziehungsweise 229 720 Euro, wobei bei der Wasserversorgung eine Unterdeckung zu verzeichnen ist.

Die Kämmerin weiter: "Die Ausgaben für das Schwimmbad mit 133 830 Euro bei 37 790 Euro Einnahmen führen zu dem jährlich zu schulterndem Defizit für eine Einrichtung, von der auch umliegende Gemeinden profitieren."

Zur Finanzierung der anstehenden Projekte im Vermögenshaushalt steht nach Abzug der Zuführung eine Entnahme der Rücklage von 437 520 Euro zur Verfügung. Weitere 126 500 Euro kommen aus der allgemeinen Investitionspauschale dazu, ferner erwartet der Markt zweckgebundene Zuschüsse und Einnahmen aus Verkäufen von Bauland. "Nach den Rekordinvestitionssummen in den vergangenen drei Jahren mit den großen Baumaßnahmen der Kindertagesstätte und des Bürgerzentrums reduziert sich die Investitionssumme in diesem Jahr, sie wird bei 1,698 Millionen Euro liegen", so die Kämmerin. Folgende Hauptprojekte sind im Haushalt 2022 zu finanzieren: Bürgerzentrum (550 000 Euro), Feuerwehrwesen (323 000 Euro), barrierefreier Kurweg (238 000 Euro), Baugrunderwerb (150 000 Euro), Wasserversorgung (146 000 Euro), Dorferneuerung Osserich (50 000 Euro), Glasfaser Rathaus (44 000 Euro), Schorgaststege und Fußwegebau Sessenreuth (30 000 Euro), Salzsilo (25 000 Euro), Abwasseranlage (25 000 Euro), Schwimmbad (20 000 Euro) und Kita-Einzäunung (20 000 Euro). Für all diese Investitionsmaßnahmen sind 537 000 Euro an Zuwendungen eingeplant.

Trier: Solides Zahlenwerk

Bürgermeister Jochen Trier (FW) sprach von einem soliden Zahlenwerk, wenngleich keiner wisse, wo die Reise aufgrund der nach wie vor anhaltenden Corona-Pandemie und der kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine hingehe. Trier und die Fraktionssprecher lobten die Arbeit von Kämmerin Andrea Müller.

Roland Burghofer (CSU), Jörg Treutler (SPD) und Benjamin Schubert (FW) verwiesen darauf, dass der Markt bei der Finanzierung seiner Projekte ohne Darlehensaufnahme auskomme und die Verschuldung der Kommune einen historischen Tiefstand erreicht habe.