von unserem Redaktionsmitglied 
Matthias Einwag

Kreis Lichtenfels — Eine dunkelgrau-violette Wolkenfront zog am späten Sonntagnachmittag über den südlichen Kreis Lichtenfels hinweg. Wo gerade noch das schwefelgelbe Licht der Sonne durch den Hochnebel brach, wirbelten Sekunden später Millionen Schneeflocken vom Wind gepeitscht durch die Luft. Der eisige Wind trieb Spaziergänger, die sich gerade noch an den mit Schnee bepuderten Bäumen erfreut hatten, zurück zu ihren Autos. Und dann gaaaanz laangsam über die schneebedeckten Straßen nach Hause.


"Keine signifikanten Unfälle"

Obwohl urplötzlich auf den Straßen brenzliche Situationen entstanden waren, kam es im Landkreis am Sonntagnachmittag und in der Nacht zum Montag zu "keinen signifikanten Unfällen", sagte Willibert Lankes, Leiter der Polizeiinspektion Lichtenfels, auf Anfrage dieser Zeitung. Die Autofahrer hätten sich durchwegs an die winterlichen Bedingungen angepasst. Auf der A 73 herrschte zwar dichter Verkehr, doch die Fahrzeuge seien wegen des Schneefalls und der eingeschränkten Sicht mit geringen Geschwindigkeiten unterwegs gewesen.
"Bei bedrohlichen Wetterereignissen passiert in der Regel nichts", sagte Willibert Lankes. Gefährlich werde es für die Autofahrer hingegen immer dann, wenn es urplötzlich und unvorhersehbar zu kritischen Situationen komme - etwa zu überfrierender Nässe an Waldrändern oder auf Straßenabschnitten, die auch tagsüber im Schatten liegen.
Unvorhersehbar war dieser Wintereinbruch auch für den Fotografen dieser Bilder: Als er gerade bei Dörrnwasserlos ein Feldkreuz im Gegenlicht mit beeindruckender Wolkenformation einfangen wollte, kam Wind auf - und eine Bö warf eine Handvoll Pulverschnee direkt aufs Objektiv, sodass es im Sucher zunächst einmal zappenduster wurde.