Werner Höchstetter Dass Besitz nicht immer zufrieden macht, wurde im Verlauf der jüngsten Litzendorfer Gemeinderatssitzung deutlich. Gegenstand einer kontroversen Debatte war der Widerspruch einer Erbengemeinschaft gegen die "7. Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans" im Neubaugebiet "Aufseesianische Wiesen". Die fünf Grundstücksbesitzer sehen in der Planänderung eine "Zerstückelung und Beeinträchtigung" ihres Eigentums, da nur 0,391 Hektar der Gesamtfläche von 0,650 Hektar als Wohnbaufläche geplant sei. Das seien gerade einmal 60 Prozent oder 3910 von insgesamt 6500 Quadratmetern.

Als Hintergrund für die Beschränkung führte Robert Dworschak vom Büro für Städtebau und Bauleitplanung L. Valier Einsprüche der Deutschen Bahn an, die einen "Schutzstreifen" auf dem Gelände geltend macht, da die betreffende Fläche von einer Hochspannungsleitung gequert wird. Außerdem müssten Immissionsrichtwerte wegen des benachbarten Einkaufsmarktes beachtet werden und da vor allem der Schallschutz.

Auch eine Chance

Gemeinderat Heiner Heß (CSU) hingegen sprach sich im Sinne der Erbengemeinschaft gegen die Herausnahme der Teilfläche aus. "Eine Verdichtung nach innen ist auch eine Chance", begründete er seinen Standpunkt. Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) wandte ein, dass es für die Bebauung klare Spielregeln gebe. Er befürchtet einen "Zielkonflikt" mit den Anrainern. Eine Wohnbebauung wie von der Erbengemeinschaft gewünscht sei "äußerst schwierig". Der Gemeinderat stimmte mit 17 : 2 Stimmen für eine Herausnahme der "Fläche 5.3" aus dem Bebauungsplan.

Zuvor hatte sich der Gemeinderat zum Ortstermin am Gründleinsbach im Bereich des Baugebietes "Aufseesianische Wiesen" versammelt. Die ökologische Umgestaltung durch die Bachausweitung ist laut Dipl.-Ing. Michael Ederer (FH) optisch sehr gut gelungen und wird von der Bevölkerung dankend angenommen. Der Kostenrahmen werde sogar noch deutlich unterschritten. Auch der von langer Hand geplante Bau der Doppelsporthalle neben der Schule macht Fortschritte. Die Erschließung ist laut Architekt Peter Jungkunst "ziemlich abgeschlossen". An Weihnachten könnte man von dem Gebäude vielleicht schon das Dach sehen, einen reibungslosen Bauverlauf vorausgesetzt.

Weiter in Papierform

Sitzungsunterlagen werden aus Gründen des Datenschutzes den Räten auch weiterhin in Papierform und nicht digital, wie von Gemeinderätin Kathrin Zwosta (Grüne) beantragt, zugestellt. Die Zusendung muss "nachweisbar" sein. Der Digitalisierung gehöre zwar die Zukunft, jedoch müsse man erst die Voraussetzungen dafür schaffen, wie zum Beispiel ein Ratsinformationssystem, erläuterte Geschäftsleiter Günter Rahm. Gemeinderat Wolfgang Heyder (SPD) warf ein, dass man "es auch im Kreisrat probiert" habe, aber viele Kreisräte seien noch nicht digital unterwegs. Eine "Mischeinladung", sowohl digital als auch analog, wie vom Gremium vorgeschlagen, sei laut Rahm ein "heißes Eisen und rechtlich angreifbar". Kurios: Die drei grünen Gemeinderätinnen stimmten bei der einstimmigen Beschlussfassung gegen ihren eigenen Antrag, da dieser in der vorgelegten Form mit der Geschäftsordnung nicht vereinbar sei, wie Rahm ausführte. Immerhin führt die Beschäftigung mit dem Thema dazu, dass sich die Gemeinde ins digitale Zeitalter aufmacht, ein "Gesamtkonzept" (Matthias Deuber, CSU) vorausgesetzt.