Nach Absagen anderer größerer Feste in Stadt und Landkreis erwischt es nun erneut das Seßlacher Altstadtfest. "Das Fest in seiner bekannten Form ist - analog zu 2020 - auch in diesem Jahr nicht durchführbar", betonte Bürgermeister Maximilian Neeb (FW) in der Stadtratssitzung am Dienstagabend. "Die Inzidenzzahlen sind einfach noch zu hoch, die zu treffenden Regelungen einfach nicht umsetzbar."

Mit dem einstimmigen Votum zur Absage der beliebten Veranstaltung folgte der Stadtrat der Empfehlung des Tourismus- und Kulturausschusses vom 4. Mai. Je nach Infektionsgeschehen und Auflagen des Ordnungsamts behalten sich die Verantwortlichen vor, "gegebenenfalls zu einem anderen Zeitpunkt eine kleinere, alternative Veranstaltung zu planen und zu veranstalten".

Um den benachteiligten Gastronomiebetrieben und anderen Gewerbetreibenden in der Stadt zu helfen, erneuerte der Stadtrat den Vorjahresbeschluss, ihnen zusätzliche Freiflächen kostenfrei zur Verfügung zu stellen. "Die Flächen sind mit dem Ordnungsamt der Stadt abzustimmen und dürfen zu keinen Beeinträchtigungen für die Allgemeinheit führen", heißt es weiter. Außerdem verzichtet die Verwaltung auf die Zahlung der Sondernutzungsgebühren für die Benutzung öffentlichen Verkehrsgrundes in Höhe von 880 Euro für das Jahr 2021; bereits bezahlte Gebühren werden erstattet. Neeb: "Das ist ein überschaubarer Betrag, aber ein gutes Signal."

Besserer Mobilfunk

Deutlich verbessern könnte sich bald die Mobilfunkversorgung im Stadtgebiet. Wie der Rathauschef informierte, liegt nun der offizielle Förderbescheid für das Vorhaben im Bereich Merlach/Gleismuthhausen vor. Mit dem beratenden Büro Reuther NetConsulting sollte schon am Mittwoch das weitere Vorgehen abgesprochen werden.

Die Versorgung noch weiter ausbauen möchte die Firma P & G Consulting aus Ilsfeld im Auftrag der Telefonica Deutschland. Geplant sind zwei circa 40 Meter hohe Mobilfunkstationen, einer in der Umgebung von Krumbach sowie ein weiterer zwischen Rothenberg und Unterelldorf. Da diese von allen Netzbetreibern (Telekom, Vodafone, O2) genutzt werden sollen, könnten sie einen besseren Empfang für alle Handynutzer bieten. "Gerade wer von Krumbach Richtung Witzmannsberg fährt, kennt das Problem: Plötzlich ist die Verbindung unterbrochen", so Neeb. Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung einstimmig, passende Standorte zu finden und die Projekte rasch umzusetzen.

In Merlach möchte die Stadt einen Teil des Grundstücks mit der Fl.-Nr. 92/6, das jetzt im Außenbereich liegt, mit einer Satzung in den bebauten Stadtteil einbeziehen, um so in dem Mischgebiet auf der unbebauten Teilfläche eine Bebauung zu ermöglichen. Die Teilfläche schließe sich am südöstlichen Rand Merlachs unmittelbar an die zusammenhängende Bebauung an und füge sich städtebaulich ins Ortsbild ein, erläuterte Geschäftsleiter Bernd Vogt. "Die Stadt möchte durch den Erlass dieser Satzung eine geordnete und maßvolle bauliche Entwicklungsmöglichkeit für die Bewohner des Stadtteiles Merlach ermöglichen", so Vogt weiter.

Das Landratsamt Coburg habe keine grundsätzlichen Bedenken erhoben, öffentliche Belange erschienen nicht beeinträchtigt. Die Erschließung sei gesichert, da Strom, Wasser, Kanal und Zufahrt privatrechtlich über das Grundstück mit der Fl.-Nr. 92/1 erfolgten.

Wolfgang Brasch (SPD) fragte an, ob die "extrem ausgefahrenen" Randbereiche der Staatsstraße 2204 von Dietersdorf nach Seßlach nicht ausgebessert werden können, zumal sich der Ausbau der Straße noch hinziehe. Neeb will dies mit dem Staatlichen Bauamt besprechen.

Mitteilungen

? Kleinspielfeld und Laufbahn am Schulsportplatz werden neu beschichtet. Neeb: "Ich freue mich, dass wir das Spielfeld endlich sanieren können und hoffe, dass sich dort auch bald wieder Jugendliche zum Spielen treffen können."

? Auch die Sanierung des Backofens in Unterelldorf kann beginnen.

? Im Spätsommer könne endlich eine Bürgerwerkstatt in Präsenzform stattfinden. Vom Büro transform aus Bamberg wurde ein aktualisierter Zeitplan mit Beteiligungsmodell für das ISEK erarbeitet, der zuvor von der Regierung von Oberfranken abgesegnet werden muss.