Mitten in der Stadt, am Anfang der Fußgängerzone, steht direkt neben der Buchhandlung Riemann das Haus Spitalgasse 1. Dieses Haus wurde unter anderem mit Kreuz-Sprossenfenstern saniert und nun von der Initiative Stadtbild Coburg mit der Sanierungsmedaille des "Volkmann/Stoschek-Sponsoring" ausgezeichnet.

Die Eigentümer sind Klaus Schaper und Günter Vogl. Der Vorsitzende von Stadtbild Coburg, Hans-Heinrich Eidt, und Klaus Schaper hatten bereits in den 1990er Jahren Kontakt wegen einer Sanierung. Später, etwa 2013 wurde dann auch mit Günter Vogl über dieses Thema gesprochen. Dr. Eidt habe es verstanden, sich mit Leidenschaft für eine stadtbildgemäße Sanierung starkzumachen, erzählten Schaper und Vogl. Mit guten Argumenten und der Aussicht auf einen finanziellen Zuschuss habe er sie schließlich überzeugt, so die Eigentümer, von den sogenannten Einglasfenstern abzurücken und stattdessen die Kreuz-Sprossenfenster vom 1. Stock bis zum 3. Stock (Dachgeschoss) einzubauen.

Weil diese Fenster anstelle einer Scheibe vier von einem Kreuz getrennte Flächen haben, machen sie beim Reinigen zwar mehr Arbeit, allerdings spiegelt diese Bauweise den Charakter der vormittelalterlichen Stadt Coburg wesentlich besser wider. Wie hoch der Zuschuss war, wollten die Parteien und der Architekt, Johann Ernst vom "em.Architektenbüro" in Amberg, nicht verraten. Doch Hans-Heinrich Eidt merkte an, er sei "recht gut" gewesen.

Architekt Ernst ist der Schwager von Hausbesitzer Vogl, der aus der Oberpfalz stammt. Vogl freute sich sichtlich über die gute Zusammenarbeit zwischen der Oberpfalz (Amberg) und Oberfranken (Coburg). Der Hinweis auf das Stadtbild Coburg habe, aus seiner Warte, bei den Ämtern fast wie ein Türöffner gewirkt. "Das hat auch wirklich Spaß gemacht und wir bauen auch unten (Erdgeschoss) um", erzählte Günter Vogl.

Die jeweils sechs Kreuz-Sprossenfenster der oberen beiden Stockwerke wurden auf einer hohen Brüstung mit gemeinsamer Bank und Sturz angeordnet. Eidt unterstrich: "Hier sieht man, wie ein Haus sich wandelt. Von hübsch zu hässlich und wieder zu hübsch." Als hässlich sah Eidt die Einglasfenster an. Diese wirkten in einem derartigen Gebäude wie "tote Augen", sagte der Vorsitzende von Stadtbild Coburg.

Eidt kann die Geschichte des Hauses Spitalgasse 1 anhand von Fotos erzählen. Gebaut wurde das Haus im 18. Jahrhundert auf dem Grund eines älteren und damals desolaten Gebäudes. Zwischendurch wirkte das Gebäude fast schon marode.