Michael Memmel

Die drei Buchstaben IHK waren zuletzt gleichbedeutend mit Heribert Trunk. Das wird sich in diesem Jahr radikal ändern. Der Vorsitzende des Bamberger Gremiums und Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Oberfranken Bayreuth hat sich für die aktuell laufende Wahl zur Selbstverwaltung der Wirtschaft nicht mehr aufstellen lassen. Einer der Gründe: Er will sich künftig stärker in der Don-Bosco-Stiftung engagieren und sich für benachteiligte Kinder weltweit einsetzen.
Aber nicht nur wegen des Abschieds vom gerne Klartext sprechenden Logistikunternehmer an der Spitze steht dem IHK-Gremium Bamberg ein "massiver Umbruch" (Trunk) bevor. Von seinen vier Stellvertretern kandidiert einzig Matthias Kremer wieder für die neue fünfjährige Gremiumsperiode. Der Vorstand wird also ein völlig neues Gesicht haben, was Trunk selbst bei einem Gespräch in der Redaktion als "Chance" beschreibt, neue Impulse zu setzen und etwas anderes anzupacken. Er lässt durchblicken, dass es nicht nur Vorteile hatte, IHK-Vorsitzender von Bamberg und vom Bezirk zu sein. Stichwort Digitales Gründerzentrum: Als es darum ging, wo dieses in Oberfranken entstehen soll, wurde er in Bamberg angefeindet, als er sich für Hof stark gemacht hat. "Dabei ist ihm als Bezirksvorsitzenden gar nichts anderes übriggeblieben", meint auch Matthias Kremer.
Einen solchen Spagat wird das neue Gremium nicht bewältigen müssen. Es bleiben genug schwierige Sachthemen, bei denen sich die Unternehmensvertreter einbringen wollen. Kremer hat klare Vorstellungen, wie es nach der konstituierenden Sitzung am 21. Februar weitergehen soll: "Wir müssen einen Aktionsplan gemeinsam mit der Stadt Bamberg und anderen Playern wie etwa der Universität aufstellen, um folgende Themen voranzubringen: 1. Digitalisierung, 2. Wohnen/Standortfaktoren, 3. Bildung/Fachkräfte."


40 Sitze sind zu besetzen

Die Wahl selbst läuft von 9. bis 25. Januar. In Stadt und Landkreis Bamberg gibt es 11 562 Wahlberechtigte, die aus 56 Männern und Frauen insgesamt 40 Gremiumsmitglieder bestimmen dürfen - 16 aus der Gruppe Dienstleistungen, 13 aus der Industrie und elf aus dem Bereich Handel/Tourismus. "Bei der ersten Wahl hatten wir pro Liste nur einen Kandidaten mehr als Sitze, da hat sich inzwischen viel getan", freut sich Wolfram Brehm, der Geschäftsführer des Bamberger Gremiums.
Die Stimmen werden am 31. Januar ausgezählt. Bei der Konstitution der insgesamt acht oberfränkischen Gremien im Februar werden dann die 85 Mitglieder der Vollversammlung gewählt. Bamberg darf zu dieser Sitzung, die am 3. April den Nachfolger von Trunk als IHK-Präsident wählt, 21 Unternehmer schicken - einen mehr als vor fünf Jahren - ein Zeichen für die positive Entwicklung der Wirtschaft in der Region. Und die Chance für Bamberg, weiter Einfluss in der IHK Oberfranken auszuüben.