Das stärkste Waschmittel hat bei den zwei Sonnebergerinnen keine Chance. Denn wenn die "Sumbarcher Waschweiber" zum satirischen Großreinemachen antreten, dann ist nicht die Sauberkeit das Ziel, sondern dann wird sich der Mund zerrissen über das ach so starke Geschlecht oder die ach so faulen Beamten.

"Bei uns wird viel schmutzige Wäsche gewaschen, aber sauber wird da nichts", sprudelt es aus Silvia Otto, besser bekannt als Hulda, heraus. Mit ihrer Freundin Frieda, verkörpert von Doris Motschmann, bildet sie das humorige Putzfrauenduo, das seit ein paar Jahren den fränkischen Fasching gehörig aufmischt. 2013 wurden die beiden zu Frankens Supernärrinnen gekürt. Der Mühe Lohn: ein Auftritt vor einem Millionenpublikum bei der Fernsehprunksitzung "Fastnacht in Franken" in Veitshöchheim.

2017 hatten die zum Scherzen aufgelegten Raumpflegerinnen vom Faschingsverein Kuckuck Sonneberg bei der Proklamation des Mainleuser Carnevals Club (MCC) in der Schwarzacher Mehrzweckhalle die Lacher auf ihrer Seite. Bei den Verantwortlichen des MCC, der auch die Narren im östlichen Landkreis Lichtenfels vertritt, hinterließen sie einen bleibenden Eindruck: Bei der Prunksitzung am Samstag, 12. Januar, um 19.47 Uhr in der Weismainer Stadthalle wird ihnen der Sonderorden "Der Goldene Schuh" verliehen.

Die Waschweiber aus Sonneberg oder Sumbarch, wie es im Dialekt so schön heißt, ratschen und tratschen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, reden dabei wie ein Wasserfall. "Im fränkischen Dialekt Südthüringens, dem Itzgründischen, wird schnell gesprochen", erläutert Motschmann. "Ehe man im Hochdeutschen einen Satz gesagt hat, sind es bei uns schon drei", pflichtet ihr Otto zu. Der Dialekt ist für die beiden das verbindende Element zwischen Südthüringen und Franken.

In Veitshöchheim dabei

Frieda und Hulda durften schon zweimal in der Fernsehprunksitzung des Mitteldeutschen Rundfunks "Herrlich närrisches Thüringen" kalauern, aber der Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere war der Auftritt in Veitshöchheim. Ein nicht alltäglicher. Aber einer, der bei den zweien keine unguten Gefühle hinterließ. "Wir fühlten uns nie als Außenseiter, sondern als Teil einer großen Familie. Auch etablierte Künstler wie Michl Müller oder Volker Heißmann ließen uns nie spüren, dass sie die eigentlichen Stars sind und wir die Newcomer", erinnert sich Otto.

Seit vier Jahren verbindet die "Sumbarcher Waschweiber" eine Freundschaft mit dem MCC. Angebahnt wurde sie von Steffen Höffler. Der Sonneberger bildete in der Session 2013/2014 mit Katja Jungkuntz aus Baiersdorf das Prinzenpaar, beide besuchten mit Zeremonienmeister Werner Friedlein 2014 den Sonneberger Faschingsumzug.

Der "Goldene Schuh" ist für die gestandenen Supernärrinnen eine große Anerkennung. "Vor allem wenn man bedenkt, in welche Fußstapfen wir treten", sagt Motschmann und zählt auf: "Volker Heißmann, Klaus Karl- Kraus, Michl Müller, Margit Sponheimer und René Pschierer, um nur einige zu nennen."

Was haben sich die zwei Närrinnen für ihren Faschingsputz in Weismain vorgenommen? "Wir werden andere und uns selbst auf die Schippe nehmen, aber auch das Publikum mit einbeziehen", verspricht Otto.

Büttenreden und Tänze

Die Laudatio auf die zwei Preisträgerinnen hält Werner Hofmann. Der Komiker aus dem unterfränkischen Karlstadt, besser bekannt als Teil des Fernsehduos "Hermann & Hermine", war im vergangenen Jahr mit dem "Goldenen Schuh" ausgezeichnet worden. Umrahmt wird die Verleihung von einem bunten Programm aus Büttenreden und Tänzen. Für Erstere sorgen Franz Besold aus Weismain, Edwin Jungkunz ("Baaschdörfer") und Wolfgang Baumann, der Mundartkomiker aus Knellendorf bei Kronach.

Das Tanzbein schwingen bei der Prunksitzung Tanzmariechen Melissa Freitag aus Marktzeuln sowie die Jungendgarde und die Prinzengarde des MCC. Trainiert werden alle drei von Doris Diroll. Das neue Prinzenpaar des MCC, Gitta I. (Sonntag-Buß) und Stefan I. (Buß), begrüßt die Narren aus nah und fern. Tochter Franziska singt mit Gesellschaftspräsident Wolfgang Hartmann die Hymne des MCC. Durch das bunte Programm führt Sitzungspräsidentin Christine Friedlein.