Vor der Sitzung des Ramsthaler Gemeinderats hatte eine Delegation unter Leitung von Otto Wieber dem Bürgermeister eine Unterschriftenliste zu einem Bürgerbegehren gegen das Projekt "Wald für die Seele" übergeben.

407 Ramsthaler Bürger, bei über 900 Abstimmungsberechtigten, hatten sich eingetragen, um ihren Widerstand gegen die bis 2025 von Dr. Joachim Galuska von den Kliniken Heiligenfeld angedachte Verlegung des Projekts aus dem Klauswald in Bad Kissingen nach Ramsthal zu zeigen.

In Bad Kissingen kann Galuska seine Vorstellungen nicht wie gewünscht realisieren und sucht deswegen einen neuen Standort. Im Gemeinderat hatte er in öffentlicher Sitzung sein Projekt vorgestellt, bevor es dann im nichtöffentlichen Teil weiter behandelt wurde. Ein Ergebnis ist hier nicht bekannt gemacht worden. Bei einer späteren Begehung wurden verschiedene Standorte hinsichtlich ihrer Eignung begutachtet. Die unklare Situation rief jetzt die Bürger zum Widerstand auf den Plan.

Wortlaut und Begründung

Unter Verschiedenes verlas der Bürgermeister den Text des Bürgerbegehrens gemäß § 18a der Bayerischen Gemeindeordnung: "Soll die Nutzung des Ramsthaler Waldes in seiner bisherigen Form erhalten bleiben und kein 'Wald für die Seele' im Gemeindegebiet entstehen?". Als Begründung wird angeführt: "Der Ramsthaler Wald dient den ortsansässigen Bürgerinnen und Bürgern als Naherholungsgebiet. Durch die geplante Verlagerung des 'Wald für die Seele' von Bad Kissingen nach Ramsthal und der Nutzung einer Waldfläche im Ramsthaler Gemeindegebiet wird - unserer Meinung nach - das charakteristische Erscheinungsbild und die Identität des Waldes verändert. Es soll daher die bisherige Nutzung des Waldes beibehalten werden und kein 'Wald für die Seele' oder einer vergleichbaren Nutzung entstehen, indem Waldfläche auf Ramsthaler Gemeindegebiet hierfür verpachtet, verkauft oder anderweitig abgegeben wird. Aus diesem Grund wird ein Bürgerentscheid gefordert."

Otto Wieber hatte Gelegenheit, sich zum Bürgerbegehren zu äußern. Er führte aus, dass er von besorgten Bürgern angesprochen wurde, die Initiative anzuführen, "deren Hauptanliegen es ist, den Ramsthaler Wald so zu belassen, wie er ist". "Wir wollen den geplanten Wald für die Seele in Ramsthal nicht haben", stellte er anschließend fest.

Informationen einholen

Der Zweite Bürgermeister Martin Thürmer begrüßte das Bürgerbegehren und erklärte: "Es gibt noch keine Entscheidung des Gemeinderates für oder gegen den Wald der Seele." Man habe Galuska Grundstücke vorgestellt. Konditionen einer Zusammenarbeit oder eines möglichen Vertrages seien noch offen. Momentan würden Informationen eingeholt. Entscheidungen wurden später getroffen.

Der Dritte Bürgermeister Andreas Günder merkte an, dass es wohl viele Gerüchte und Ängste der Leute gebe. Der Gemeinderat werde sich weiter Informationen anhören. Er stellte auch fest: "Es wird definitiv nichts verkauft."

Gemeinderat Bernhard Gößmann-Schmitt, der bei Heiligenfeld beschäftigt ist, wirft der Initiative mangelnden Informationsstand und eine "linke und hinterlistige Vorgehensweise" vor.

Andreas Günder regt an, aktiv auf die Bürger zuzugehen und entsprechende Informationen zu dem Thema bekannt zu machen: "Der Gemeinderat will keine Entscheidung gegen die Bürger treffen. Es geht um das Vertrauen der Bürger."

Liste wird nun geprüft

Bürgermeister Gündling hielt sich mit Kommentaren zu dem Bürgerbegehren zurück und informierte, dass die Liste nun in der Verwaltung auf Richtigkeit und Berechtigung der Eintragungen geprüft werde.