Breitengüßbach — Ganz einhalten ließ sich der Zeitplan von Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder (UBB) nicht. Jeweils eine halbe Stunde Präsentation durch vier verschiedene Stadtplanungsbüros war in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag vorgesehen, dennoch dauerte alleine dieser Tagesordnungspunkt zweieinhalb Stunden. Nun müssen sich die Fraktionen beraten ...
Nach einigen Jahren Stillstand strebt die Gemeinde Breitengüßbach wieder nach Fördergeldern aus der Städtebauförderung. Voraussetzung dafür ist, selbst Schwerpunkte zu setzen und Ziele zu definieren. Dies geschieht über ein so genanntes "Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept" (ISEK).
Ein ISEK setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Am Anfang stehen immer eine Bestandsaufnahme sowie die Festlegung des betroffenen Gebietes. In Breitengüßbach dürfte hier insbesondere der Bereich in der Ortsmitte entlang der viel befahrenen Straßen im Fokus liegen. Aus diesen ersten Ergebnissen erstellen die Stadtplaner dann ein Leitbild und definieren die Ziele, die auch für die nächsten 25 Jahre maßgeblich für die Gemeinde sein sollen. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei immer die Beteiligung der Bürger.

Qualität ist entscheidend

Alle Büros gehen davon aus, dass das ISEK frühestens in einem Jahr abgeschlossen werden kann. Entscheidend sei nicht, so etwa Leonhard Valier aus Bamberg, wie viele Bürger an den verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen - auch wenn natürlich eine große Beteiligung wünschenswert sei, sondern vielmehr die Qualität der Ergebnisse. Wie auch Markus Schäfer vom Büro transform (Bamberg) sah er den Verkehr im Mittelpunkt des ISEK. Schäfers Angebot enthielt auch die Einbeziehung eines Verkehrsplaners. Claudia Roschlau von Baurconsult aus Haßfurt legte besonderen Wert auf die übergreifenden Angebote des Büros mit den verschiedenen Fachplanern, Peter Dürsch von DIS Dürsch aus München auf die Kompaktheit seines Büros und den demografischen Wandel, der Breitengüßbach in den kommenden Jahren verstärkt träfe. Einen interessanten Aspekt brachte Markus Schäfer ein: Da sein Büro auch Maßnahmen in Ebensfeld und Zapfendorf betreue, sei eine interkommunale Zusammenarbeit denkbar, die neben dem Fördertopf des Freistaats Bayern auch Möglichkeiten eröffne, in bundesweite Programme aufgenommen zu werden.
Eine Entscheidung fiel in der Sitzung noch nicht. Nun sollen die Angebote in den Fraktionen diskutiert werden, sodass möglichst bald der Auftrag erteilt werden kann. Das ISEK soll bereits 2015 starten, spätestens Mitte des Jahres. Die Angebote bewegen sich allesamt in einem Kostenrahmen von 41 000 bis 65 000 Euro. jm