Im Herbst geht es für den heimischen Rock'n'Roll-Nachwuchs um die sprichwörtliche Wurst. Acht Gruppen kämpfen alle Jahre wieder im Jugend- und Kulturtreff "Struwwelpeter" um die begehrten Plätze für das renommierte Open Air "Die Festung rockt", das am 23. Mai 2020 zum 13. Mal stattfinden wird.

Vierter Platz wurde abgeschafft

In diesem Jahr steigt der Vorentscheid für das Festival, zu dem wieder 2700 Besucher erwartet werden, am Samstag, den 2. November. Lichtenfelser Bands können sich wieder bewerben (siehe Infobox).

Den undankbaren vierten Platz gibt es nicht mehr. "Die neue Nebenbühne, die es seit heuer gibt, hat es möglich gemacht, einer vierten Regionalband einen Spielplatz zu geben", sagt Samuel Rauch aus Lichtenfels, Leiter des Struwwelpeter und hauptverantwortlicher Organisator des Festivals. Die Chancen stehen fünfzig zu fünfzig vor national oder international bekannten Formationen zu spielen. In den vergangenen Jahren sorgten auf der Festung "Rosenberg" Top-Bands, wie die "Antilopen Gang", "Millencollin", "La Brass Banda" oder die "Donots", für Stimmung.

BDKJ stellt Zusatzbühne

Geplant war die Schaffung eines weiteren Startplatzes für eine regionale Band ursprünglich nicht. Kollege Zufall kam den Veranstaltern zu Hilfe. "Ein Mitarbeiter vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend in Hof fragte uns, ob sie uns nicht ihren Bus mit kompletter Soundanlage und Bühne für das Konzert zur Verfügung stellen dürften", erzählt Rauch. Erster Profiteur der Neuregelung war die Rockband "Perlaine": Sie ist auferstanden aus den Ruinen der legendären Combo "Sunburn", die im östlichen Landkreis Lichtenfels beheimatet war. Zu den Mitgliedern von "Perlaine" zählen die beiden Gitarristen Lars Bischoff aus Altenkunstadt und Moritz Bauer aus Weismain. Am 25. Mai dieses Jahres spielte die Kapelle als vierter des Vorentscheids auf der Festung Rosenberg. "Das ist eine tolle Plattform für kleine Bands, mit der sich die Wartezeit in der Umbaupause überbrücken lässt", meinte Sänger Ferdinando Reinl vor dem Auftritt.

Beim Festival im nächsten Jahr wird man ihren Sound nicht hören. Um für mehr Mannigfaltigkeit und "frisches Blut" zu sorgen, dürfen sich die Gewinnerbands der vergangenen beiden Jahre nicht erneut bewerben. "Gewinner der Jahre 2016 abwärts aber schon", erklärt Rauch.

Die ersten Songs entscheiden's

Die Auswahl der Gruppen erfolgt durch das Festivalteam des Jugend- und Kulturtreffs "Struwwelpeter". Die Mitglieder des Gremiums bewerten die Musik mit Punkten, ohne zu wissen, welche Kapelle sie gerade hören. Es geht nur um die Musik, nicht um Namen oder Herkunft der Formation. "Wenn sich das Team durch die vielen Bewerbungen hört, erlebt man immer wieder Überraschungen. Sehr gute Combos bewerben sich, die wir mitunter noch gar nicht kannten", plaudert Samuel Rauch aus dem Nähkästchen. Für alle Bewerber hat er einen heißen Tipp parat: "Das Team hört die ersten beiden Songs an. Packt also die besten Songs vorne auf die CD. Es gehen auch gebrannte Silberlinge. Das Aussehen der CD spielt keine Rolle."

Die Einnahmen aus dem Wettbewerb werden als Festivalgagen an die vier Gewinnerbands am 23. Mai ausgezahlt. Für die Teilnahme an dem Vorentscheid gibt es daher keine Gagen. Das Publikum wählt seine drei Favoriten. Deshalb heißt es für alle Teilnehmer, so viel Fans wie möglich zu mobilisieren.