Dann sollte man sich ruhig Hilfe holen - zum Beispiel bei der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung der Caritas. "Unter dem Dach des deutschen Caritasverbandes können wir über gesicherte Verbindungen Beratungen durchführen, Informationen zu anderen Akteuren in der Region geben und bei Bedarf den Weg in andere Hilfssysteme unterstützen", so Heilpädagogin Simone Steiner, Leiterin der Beratungsstelle im Landkreis Erlangen-Höchstadt.

Dorthin kann man sich mit allen Anliegen wenden: Unsicherheit, Ängste, depressive Verstimmung oder auch konkrete Bedrohungssituationen wie häusliche Gewalt. "Zunächst meldet man sich über das Sekretariat telefonisch an. Dabei wird geklärt, um was es geht, Vertraulichkeit und unsere Schweigepflicht zugesichert", erklärt Steiner. Das Sekretariat gibt den Fall dann ins Team weiter, wo der beste Berater für die jeweilige Situation bestimmt wird. "Wenn es um Gewalt gegen eine Frau geht, sollte sie auch von einer Frau beraten werden beispielsweise." Die Mitarbeiter haben unterschiedliche Ausbildungen und Schwerpunkte, so dass für alle Anliegen ein geeignetes Gegenüber gefunden werden kann.

Der nächste Schritt ist eine weitere Kontaktaufnahme des Klienten, bei der er seinen ersten Termin erfährt. Alles, was danach kommt, bleibt ausschließlich zwischen Berater und Klient: Ob es persönliche Kontakte gibt oder nur telefonische, wie oft und in welchen Abständen ein Kontakt erwünscht ist, ob weitere Institutionen hinzugezogen werden sollen und natürlich, ob die Caritas-Beratungsstelle für das individuelle Anliegen überhaupt der geeignete Anlaufpunkt ist. "Wir sind aber auf jeden Fall auch bei der Weitervermittlung behilflich zum Beispiel zu Schuldnerberatung oder Jugendamt, helfen , wenn ein Arzt oder die Polizei hinzugezogen werden soll." Alles passiere aber immer nur in Absprache mit dem Hilfesuchenden, betont Steiner. "Alles andere würde die vertrauensvolle Basis untergraben."

Manchmal sei aber auch gar kein zweites Gespräch oder gar die Kooperation mit einem Partner nötig. "Wenn Eltern zum Beispiel Unterstützung suchen, weil ein Kind Angst oder Druck verspürt", zeigt Steiner auf. Dann helfe oft schon, ihnen ihre Unsicherheit zu nehmen, Tipps zu geben und sie in dem zu bestätigen, was sie richtig machen. "Wenn die Eltern dadurch sicherer werden, überträgt sich das auch auf die Kinder, so dass am Ende alle wieder entspannter und beruhigter mit der Situation umgehen können."

Wichtig ist Steiner außerdem, auf die Möglichkeit der Onlineberatung hinzuweisen. Diese ist sowohl anonym als auch über den Klarnamen möglich und über den Dachverband organisiert. Der Hilfesuchende wird aber auf jeden Fall der örtlichen Beratungsstelle zugeordnet, damit der Wechsel in die Präsenzberatung oder der Rückgriff auf lokale Kooperationspartner sichergestellt ist. Denn persönliche Gespräche sind trotz der Pandemie nach wie vor die häufigste Form der Beratung: "Derzeit finden 75 Prozent unserer Kontakte persönlich statt, 25 Prozent am Telefon oder online", so Steiner. Die Onlineberatung sei vor allem hilfreich, weil man sich zu jeder Tageszeit von zu Hause aus dort anmelden kann - also auch, wenn tagsüber zwischen Beruf, Kindern und Corona wenig Zeit bleibt für Telefonate oder einen Besuch der Beratungsstelle. "Wir sind immer für Kinder, Jugendliche und deren Eltern und ihre Sorgen da", verspricht Steiner.