Eine rege Diskussionsrunde wurde im Gemeinderat durch Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) mit dem Antrag des Wasserzweckverbandes (WZV) der Reckendorfer Gruppe angestoßen, am Sportplatz eine zusätzliche Zisterne zur Platzberegnung einzubauen. Nur so sei die Benutzbarkeit des bereits gebohrten Brunnens ordnungsgemäß. Für die weitere Infrastruktur werde ein Zuschuss in Höhe von 25 000 Euro benötigt.

Gemeinderat Ludwig Blum betonte hingegen, dass er bereits im letzten Jahr, als es um die Bewässerungsanlage im ASV ging (Beschluss zur Bohrung vom 10. September 2019), gesagt habe: "Eine Brunnenbohrung reicht nicht!" Er sei gegen das "Hoppla-Hopp-Verfahren" des Bürgermeisters. Die damals veranschlagten Kosten lagen bei 3640 Euro (netto). Hinzu kämen jetzt 11 000 Euro für eine Zisterne, 4000 Euro für die Erdarbeiten, 7000 Euro für Pumpeinrichtung und Elektroarbeiten. Derzeit fehle noch der 24-Stunden-Versuch und ein Bohrtagebuch sowie eine allgemeine Regelung für Wartung und Stromverbrauch.

Der Bürgermeister begründete die Investition damit, dass die Gemeinde aufgrund der Übernahme durch den WZV entlastet würde, indem am Sportplatzeingang eine Wasserentnahmestelle für den Bauhof zum Gießen der Bäume und Pflanzbeete entstünde. Auch solle eine Leitung zum Tennisplatz führen. Die laufende Wartung übernehme der Zweckverband.

Maximilian Menzel (CSU) fragte nach, ob bei diesen Beträgen auch weitere Angebote eingeholt worden seien. Deinlein antwortete, dass er die Preise selbst im Internet recherchierte und dabei die Erdarbeiten großzügig geschätzt habe, wobei aber noch ein Starkstromkabel versetzt werden müsse. Daraufhin hakte Menzel nach: "Die Zisterne ist schon bestellt, jedoch im Haushalt nicht enthalten?" Deinlein: "Die Kämmerin meint, es sei machbar, da der Straßenbau ,Hauptstraße‘ nicht anfällt." Auch für den Brandschutz könne die Zisterne genutzt werden, als Anschluss sei ein "80er" Standrohr vorgesehen.

Gemeinderat und Feuerwehrkommandant Matthias Demling brachte den Einwand, dass es für die Feuerwehr nicht reichen werde, worauf der Bürgermeister meinte, dass man darüber im Detail noch reden müsse. Aus den Ausführungen ging hervor, dass der Wasserzweckverband das Geld dringend brauche. Mit drei Gegenstimmen wurde schließlich der Zuschussantrag für 25 000 Euro bewilligt, wobei allen klar war, dass das nicht ausreiche, wenn "Unvorhergesehenes" dazukäme.

Lob des Bürgermeisters

Gleich zwei Änderungen zu Bebauungsplänen standen ebenfalls auf der Tagesordnung, die der Gemeinderat zu genehmigen hatte. "Andere brauchen zwei Wahlperioden, wir entscheiden es an einem Tag", lobte Bürgermeister Deinlein die Entschlossenheit seines Ortsgremiums. Dabei wurde auf eine Wandpräsentation für die anwesenden Bürger verzichtet, um Zeit zu sparen.

Ingenieur Sebastian Pleyer (Büro Städtebau und Bauleitplanung Wittmann, Valier und Partner, Bamberg) berichtete bezüglich der 5. Änderung des Bebauungsplanes "Geracher Weg" darüber, dass die Belange des Naturschutzes mit der Ausweisung von Ausgleichsflächen im Bereich der Ziegelgasse im Eigentum des Bauwilligen gefunden werden konnten. Dem Immissionsschutz werde das Bauvorhaben gerecht, wenn die geplante gewerblich genutzte Halle möglichst im östlichen Bereich des Grundstückes errichtet werde, die zwei Wohnhäuser seien somit im Westen anzusiedeln. Die Zufahrt müsse über den Geracher Weg erfolgen. An der entsprechenden Stelle sei ein Symbol in den Plan eingezeichnet worden. Falls bei den Erschließungsarbeiten Entwässerungsdrainagen beschädigt werden, müssten diese laut Stellungnahme des Bayerischen Bauernverbandes vom 23. Juni 2020 wiederhergestellt werden.

Als alle Stellungnahmen von dem Städteplaner vorgetragen waren und er auch darauf hinwies, dass von den Bürgern keine Einwände gekommen seien, teilte er mit, dass - wenn die noch fehlende Verlängerung der wasserrechtlichen Genehmigung beider Trinkbrunnen einträfe - die Satzungsänderung beschlossen werden könne, was der Gemeinderat auch einstimmig tat.

Ortserweiterung

Bezüglich der Ortserweiterung in "Obermanndorf-West" gab es zur Erstellung des Bebauungsplanes laut Ingenieur Jan-Michel Derra vom Ingenieurbüro Stubenrauch (Königsberg i. Bay.) auch kaum Einwände, zumal der Schallschutz zur Bahnlinie und zur B 279 eingehalten werde. Aufgrund des benachbarten Feldwegs und landwirtschaftlich genutzter Nutzflächen müsse mit entsprechender Lärmbeeinträchtigung gerechnet werden. Bezüglich der geforderten Ausgleichsfläche dürfe bei der Obstbaumbepflanzung eine Baumkronenhöhe von 4,50 Meter nicht überschreiten, und die Sichtachsenfreihaltung zum Bahnübergang müsse gewährleistet sein.

Das Abwasser werde durch eine Kleinkläranlage gereinigt, für das Niederschlagswasser sei eine Zisterne empfehlenswert. Mögliche Einwände in Anbetracht des Naturschutzes würden noch nachgereicht werden, so der Bauexperte. Die Satzung in der Fassung vom 9. September 2020 wurde somit vom Gemeinderat einstimmig auf den Weg gebracht.