Helmut will Es steht eine Advents- und Weihnachtszeit bevor, wie es sie noch nie gegeben hat. Alles ist anders wegen Corona. Das Virus und seine unheilvollen Folgen bestimmen seit Monaten das Leben der Menschen, bringen Leid in Familien und das öffentliche Leben fast zum Erliegen. Weihnachtsmärkte sind untersagt, ebenso Advents- und Weihnachtsfeiern in Städten, Gemeinden und bei Vereinen. Manche haben sich Gedanken gemacht, was man tun könnte, um unter dem Aspekt Gemeinschaft einen Hauch von Weihnachten ins neue Jahr zu nehmen.

In Untermerzbach haben sich die Gemeinderäte Florian Zang und Stefanie Bobrich zusammen mit Katharina Lulei Gedanken gemacht. Herausgekommen ist unter dem Motto "Weihnachtsmarkt in die Tüte" die Idee einer "Merzbacher Schmankerltüte".

Die Idee hatte Stefanie Bobrich in einer Sitzung des Gemeinderats vorgestellt. Sie ist beim Gremium auf Zustimmung gestoßen. Stefanie Bobrich sagt dazu: "Das Engagement der Vereine, die wir angesprochen haben, war klasse; die haben sich ins Zeug gelegt, und alle haben einen Beitrag, sprich einen kleinen Artikel für die Schmankerltüte, beigesteuert. Wir haben uns gefreut, dass wir so eine starke Gemeinde und Gemeinschaft sind."

Auch das Rathaus hat die drei Initiatoren unterstützt. Bürgermeister Helmut Dietz war einer der Ersten, der sich beim Verkaufsstart am Samstag eine Tüte zum Preis von zehn Euro "sicherte". Ihn begeistert die Initiative: "Ich finde es eine tolle Idee der Initiatoren, dass sie sich Gedanken gemacht haben, um wenigstens ein bisschen weihnachtliches Flair mit der Schmankerltüte von außen in die Haushalte zu bringen."

Erlös für die Vereine

Genau 50 solcher Tüten haben die Kindergottesdienstkinder aus Memmelsdorf und Untermerzbach gestaltet, die damit ebenfalls einen Beitrag zu dieser Aktion leisteten. Eine Tüte kostet zehn Euro. Der Gesamterlös fließt zu 100 Prozent an die Vereine der Gemeinde, die sich beteiligt haben.

In Unterpreppach hat sich Floristin Julia Welsch Gedanken gemacht und, was besonders bemerkenswert ist, eine Aktion alleine durchgezogen. "Schwierige Zeiten erfordern andere Wege und Ideen", sagt die junge Frau.

Herausgekommen ist ein etwas ungewöhnlicher "Adventskalender", den man allerdings nicht an die Wand hängen kann. Ihre Idee: Jeder, der sich beteiligen möchte, gab bei ihr 24 gefüllte Päckchen ab. Was diese beinhalten, blieb jedem selbst überlassen, der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt.

Die eingegangenen Päckchen mischte Julia Welsch, so dass jeder, der etwas abgeben hat, einen Adventskalender mit 24 verschiedenen Teilen bekam, den sie sogar persönlich in die Häuser lieferte. Dazu sagt Julia Welsch: "Ich durfte das im letzten Jahr bei Ute Ley in Losbergsgereuth mitmachen, und ich habe mich jeden Tag, vom 1. bis 24. Dezember, wie ein Kind gefreut, was an den Tagen sich in der Verpackung befindet." Insgesamt haben sich an der Julia-Welsch-Aktion 49 Familien beteiligt - aus Unterpreppach und umliegenden Orten.

An die Idee von Julia Welsch hat sich auch der Obst- und Gartenbauverein Jesserndorf mit seiner Jugendgruppe "Junge Stauden" angehängt, wie dessen Vorsitzende Karin Limpert mitteilte. Für die 24 Päckchen war vorgegeben, möglichst nur Naturprodukte einzupacken. "17 unserer Kinder haben sich daran beteiligt und kräftig mitgeholfen", freute sich Karin Limpert. Die "Überraschungskalender" wurden ausgeliefert.

Auch der Obst- und Gartenbauverein Unterpreppach wurde mit seiner Vorsitzenden Maria Florschütz aktiv und rief die Unterpreppacher dazu auf, an ihren Anwesen Adventsfenster zu gestalten. 33 Familien haben sich bereiterklärt, ein Fenster ihres Hauses als Adventsfenster zu gestalten. Ab dem heutigen 1. Dezember öffnen täglich eine oder zwei Familien ihre Adventsfenster - und dazu kommt die ansprechende Dorfweihnachtskrippe am Feuerwehrgerätehaus, die am 24. Dezember ihre Türen öffnet. Unter anderem sind dort dann auch Holzschnitzwerke von Altförster Eberhard Ponader zu sehen.

Online-Markt

Lena Marks aus Ebern hat einen Online-Weihnachtsmarkt ins Leben gerufen. Sie legte im sozialen Netzwerk Facebook eine Seite an, auf der sie ihre Vorstellung darlegte. Das ist auf große Resonanz gestoßen und mittlerweile haben sich dort viele Hobbykünstler und Bastler gemeldet, die in Heimarbeit Produkte fertigen. Diese werden auf der Seite von Lena Marks mit Beschreibung und Fotos angeboten, so dass jeder, der Interesse hat, sich beim betreffenden Anbieter melden kann, um etwas zu erwerben. Lena Marks legt Wert darauf, dass jeder Anbieter für sein Angebot selbst verantwortlich ist.

Sie selbst ist eine ambitionierte Hobby-Künstlerin. Sie ist überzeugt, dass viele Menschen auf Angebote zu Weihnachten warten. Mit dem Online-Markt möchte sie helfen, dass private Bastler und Hobbykünstler ihre Exponate anbieten können.

Die Facebook-Gruppe mit dem Namen "Eberner Weihnachtsmarkt" hat (Stand: 28. November) 813 Mitglieder. Aktuell bieten etwa 30 Aussteller ihre Produkte auf der Plattform an, wobei, wie Lena Marks bemerkt, das Kaufverhalten im Moment eher zurückhaltend sei.